08. Mai 2010
Nun steht uns also der erste ganze Tag in Amerika bevor. Langsam realisiert man erst, dass man eigentlich fast am anderen Ende der Welt ist. Life’s great!
Nach einer bequemen und ruhigen Nacht (das erste Mal Aufsteh-Stimmung herrschte so gegen 2 Uhr Früh!) war erstmal Morgensport angesagt. Michi musste ja schließlich probieren, wie man im amerikanischen Kingsize-Bett herumspringen kann. Wenn man aus so einem Bett hinausfällt, hat man allerdings geschätzte 2493 schwere Knochenfrakturen, weil es so hoch ist! Doch danach wartete das inkludierte Frühstück: Erstklassige Bagels, mit Ham & Eggs gefüllte Burritos, die weltbesten Muffins (ohne Scheiß.. ich hab‘ noch nie so einen leckeren Muffin gegessen!), Früchte, Joghurt, usw. Natürlich durften auch die bekannten Cheerios (bei uns mit Honey Loops vergleichbar) mit Milch nicht fehlen!
Gegen 8 Uhr hieß es dann schließlich „Leinen los und weiter geht’s auf dem Highway“. Erster geplanter Zwischenstopp: Steuerfreies Shopping im Outlet-Center in Sears, Delaware. Weltklasse Einkaufscenter! Zumindest wenn man Waschmaschinen, Reparaturzubehör oder Werkstatt-Artikel braucht. Leider stellte sich nämlich heraus, dass es sich hierbei um ein „Sears Parts & Repair“-Outet handelte. Danke an unseren Navigator Markus an dieser Stelle! 😉
Aber was solls.. der erste Supermarkt war ja nicht weit. Unglaublich, wie begeistert man von einem einfachen Supermarkt im Ausland sein kann (einige werden sich an einen bestimmten Supermarkt-Besuch in Erding erinnern – Gruß an die Johnnys! :)). Geschätzte 3,5 Milliarden unterschiedliche Sorten Cookies in allen Sorten, Größen und Geschmacksrichtungen, Eis in XXL-Boxen, vorgeschnittene Apfelspalten, geschälte Knoblauchzehen und so weiter. Eingedeckt mit einer Großladung M&Ms, Oreos und Skittles kann die Reise ja weitergehen.
Dadurch, dass scheinbar in Amerika überall gebaut wird, gibt es dementsprechend viele Geschwindigkeitsbegrenzungen und Staus, die mit unter auch von den vielen Mautstellen verursacht werden. Der bisher spektakulärste Grund für einen Stau war aber ein anderer: Löscharbeiten nach einem komplett ausgebrannten Klein-LKW.
Aber wenigstens ist das Auto superbequem. Das erste Nickerchen wurde für „Gut“ befunden – Mojo’s Gütesiegel erteilt. Das einzige, wobei es ein wenig hapert ist die Playlist der Radiosender. Wer bei Radio Energy oder KroneHit die Wiederholungen der Lieder bemängelt, dreht hier vermutlich durch. Hier laufen dieselben Lieder scheinbar in einem 30 Minuten-Rad. Timbaland trällert mit Katy Perry in einer Tour ihre Wiedersehens-Hymne, Ladyboy Gaga und Bijonze haben sich am Telephone einiges zu erzählen und Rihanna singt ständig von ihren Rude Boys. Aber wenigstens gibt es auch einen eigenen Elvis-Sender. Wobei die Abwechslung auch hier eher beschränkt ist..
Heute stand jedenfalls der erste große Zwischenstopp an: Washington D.C.! Aus dem geplanten Speed-Seeing (Schnellform von Sightseeing.. das stundenlange Autofahren macht sehr kreativ o_O) wurde dann doch eine ausgedehnte 4-Stunden-Tour. Ausgangspunkt war das Capitol, der Sitz des US Congresses, als plötzlich eine Diskussion vom Zaun gebrochen wurde, dass das doch das Weiße Haus ist! Natürlich.. was sonst! Capitol = Weißes Haus! Michi, Carina und Markus gegen Michael und mich. Gewettet wurde um das heutige Abendessen. Wahrscheinlich Burger – mal was anderes. Ein Golf-Caddy-Fahrer bestätigte Michael und mich dann, nachdem Carina ihm die doch ein wenig peinliche Frage gestellt hatte. Also nächster Stopp: Weißes Haus! Im Gegensatz zum Capitol eigentlich ziemlich unspektakulär und nicht wirklich imposant. Nach einem freundlichen Handshake und kurzem, belanglosem Smalltalk mit Barack und Michelle ging es schon wieder weiter. Den angebotenen Kaffee und Kuchen mussten wir ablehnen. Schließlich haben wir ja nicht ewig Zeit für solche Dinge. Man muss Prioritäten setzen. Besser gesagt meine Prioritäten! Denn ich wollte scheinbar als Einziger zum Lincolm Memorial. Gar nicht so einfach, 4 raunzende, in einer Tour „mir tun die Füße weh“ sagende und „wie weit ist es noch“ fragende Compadres zu motivieren, noch schnell einen Umweg von ca. 3 Kilometer zu machen. Aber ich habe es geschafft. Eh klar! Wenn man schon mal hier ist, muss man das natürlich auch ausnutzen und alles besichtigen!
Nach ein paar Poser-Fotos mit dem Washington Monument hieß es auch schon wieder Abfahrt zu einem andächtigen Ort: dem Arlington National Cemetery – a place of honor, a place of valor, a place auf remembrance. Unweit vom Pentagon platziert ist ein Friedhof, der gefallenen Soldaten, Marines, Astronauten und Anderen gewidmet ist. Beim Anblick von über 320.000 Gedenksteinen und Gruften beginnt man, über manche Dinge nachzudenken. Unvorstellbar, wie viele Menschenleben die diversen Kriege (WW 1 und 2, Korea- und Irak-Krieg, Anschläge vom 11. September,…) gekostet haben. Sehenswert ist natürlich auch die Gruft vom ehemaligen Präsidenten John F. Kennedy und seiner Frau Jaqueline mit der ewig brennenden Flamme.
Nun widmen wir uns aber wieder erfreulicheren Dingen und sitzen wieder in unserem mobilen Zuhause. Der nächste geplante Stop: Daytona Beach. Fahrzeit: 13 Stunden. Müdigkeit: hält sich in Grenzen. Sitzfleisch: beinahe aufgebraucht. Vorfreude: hoch!
Florida, get ready! Here we come!
Nachtrag: Mittlerweile sind wir in Daytona Beach angekommen. Der Bericht dafür kommt vielleicht noch heute Abend.
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