Relaxte Adrenalinjunkies – Sanibel Island & Busch Gardens

Relaxte Adrenalinjunkies – Sanibel Island & Busch Gardens

15. und 16. Mai 2010

Es regnet! Oh mein Gott, es regnet! Schon wieder! Wir sind gerade am Weg von Tampa nach Orlando, unserem nächsten größeren bzw. längeren Stopp. Die nächsten vier Tage soll es laut Wetterbericht starke Regenschauer geben. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für drei Tage Themenparks und Sightseeing. Nachdem gestern mal wieder ein WLAN-loses Motel als Schlafplatz gewählt wurde, werden die letzten zwei Tage zusammengefasst.

Also was passierte gestern, dem 15. Mai so alles. Als erstes stand der Check-Out aus dem awesomen (zur Erinnerung: awesome ist mittlerweile auch ein deutsches Wort!) Hotel an. Wir machten uns auf den Weg nach Sanibel Island, einer kleiner Insel in der Nähe von Fort Myers. Vom weißen Sand sah man leider relativ wenig. Nicht etwa, weil der Ölteppich die Westküste Floridas erreicht hätte, sondern weil der Strand über und über voll mit angeschwemmten Muscheln ist. Fräulein Shu Shu, unsere persönliche Tine Wittler, brauchte natürlich erstmal ein paar Muscheln, um daheim die Wohnung dekorieren zu können. Ein paar… der Sack hatte am Ende ca. 1,5 kg. Also nur ein paar! Aber ich gebe zu, ein paar (wirklich nur ein paar!) habe auch ich mitgenommen. Nach einer Runde planschen im Meer und dem anschließenden Trocknen in der Sonne hieß es wieder „Leinen los“. Next stop: Tampa. Neeeiiiin! Natürlich nicht auf direktem Weg. Wir hatten noch ein wenig Zeit übrig, also kam uns das Outlet-Center am Weg genau richtig. „Nur ein bisserl schauen“. Mhm. Klar! Der kurze Zwischenstopp hat uns in Summe mal wieder um die 950$ gekostet. Weil man bei diesen verdammten „Buy 1, get 2nd 50% off“- und „Buy 2, get 1 free“-Aktionen einfach nicht widerstehen kann. Hier verfallen sogar Männer diesem Shopping-Wahn.

Endlich in der am Vortag gebuchten Unterkunft angekommen (Das erste Mal drei Zimmer! Awesome!), das wirklich ein typisches amerikanisches Motel war. Spärliche Beleuchtung. Komischer Mief im Zimmer. Flecken und Brandlöcher in den Decken. Die letzte Zigarette vor dem Zimmer rauchte ich mit dem Rücken zur Wand. Mit einem Fuß in der Türe. Die Blicke am Parkplatz auf und ab wandernd. Keine Angst. Reiner Selbstschutz. Man weiß ja nie.

Am nächsten Tag, also heute erfuhr ich, dass es die anderen nicht anders gemacht haben.

Nach der erholsamen Nacht im Einzelzimmer (ich hab mir The Green Mile angesehen…) war endlich der erste Stopp unseres Themenpark-Marathons angesagt: Busch Gardens, Tampa Bay, Florida. Im Grunde genommen ist es eine Mischung aus Themenpark und Zoo. Achterbahnen und Fahrgeschäfte, dazwischen Tiergehege. Angefangen bei Alpakkas, über weiße Tiger, Giraffen und Orang-Utans, bis hin zu Zebras sind hier sämtliche Tierarten in schönen, großen Gehegen vertreten. Aber die Tiere waren erstmal zweitrangig. Unser Augenmerk lag heute am Adrenalin. Und davon wird zum Beispiel bei einem Lemuren-Gehege wenig ausgeschüttet. Auch wenn du wackelst mit de Hufte. Move it!

Der Park ist in verschiedene Bereiche aufgeteilt, die meist ein Land als Vorbild für die Gestaltung haben. Also schnell mal rüber nach Ägypten, um einen Ritt auf „Montu“ zu wagen. Ein Rollercoaster mit den Schienen über den Sitzen. Sehr geiles Feeling, wenn man nicht sieht, wie die Strecke weiter geht.

Nach einem kurzen Abstecher in Nairobi war Timbuktu das nächste Reiseziel. Erste Attraktion: „Scorpion“, ein schneller, aber relativ unspektakulärer Looping-Coaster. Natürlich dürfte auch ein Flug auf dem „Phoenix“ nicht fehlen. Eine Art Schiff, die so lange hin und her schaukelt, bis die 360°-Drehung gelingt. Ideal, um Blut in den Kopf rinnen zu lassen.

Der nächste Stopp führte uns in den Kongo, wo wir eine ordentliche Abkühlung genießen konnten. Bei den „River Rapids“ sitzt man zu zwölft in einem runden Vehikel, das vom Wasser angetrieben wird. Durch das teilweise starke Gefälle, rinnt eine Menge Wasser über die Sitze und natürlich auch auf die Fahrgäste. Dem nicht genug, geht’s kurz vor dem Ende der Fahrt noch durch einen Wasserfall. Spätestens jetzt wurden auch die nass, die bisher vom Wasser verschont geblieben sind.

Durchnässt, musste eindeutig etwas luftiges her, um uns wieder zu trocknen. Was wäre da besser geeignet als „Sheikra“, einem 60m hohem Rollercoaster, der mit einem 90° steilem Gefälle beginnt. Dem nicht genug, bleiben die Waggons vor dem Abgrund kurz stehen, um dem ganzen einen speziellen Kick zu verleihen. Wir natürlich in der ersten Reihe. Fußfrei. Wortwörtlich. Ein unglaubliches Feeling! Nach der Fahrt raus beim Ausgang. Und rein beim Eingang. Selbstverständlich war eine zweite Runde angesagt, da kaum Leute angestellt waren. Sogar Fräulein Shu Shu, unsere feine Dame, die normalerweise nur mit der Kutsche, gezogen von zwei weißen Pferden, unterwegs ist, war von diesem Coaster begeistert. Zum Runterkommen ging es mal wieder in eine Wasserbahn. Ähnlich dem „Donau Jump“ im Wiener Prater. Nur, dass man hier wirklich verdammt nass wird! Zum Trocknen drehten wir eine Runde durch die Bird Gardens, wo jede Menge Enten, Vögel, Flamingos und so weiter residieren.

Der Adrenalin-Spiegel sank und sank. Also drauf geschi**en. Eine dritte Runde „Sheikra“! Ein Rollercoaster, der mit Sicherheit auch nach dem 30937924. Mal fahren nicht langweilig wird.

Zwei Coaster fehlten nun noch: „Gwazi“ in Marokko und „Kumba“ im Kongo. Nachdem „Kumba“ derzeit außer Betrieb ist (Die Schienen werden neu gestrichen. Ganz wichtig!), war also „Gwazi“ an der Reihe, um das Adrenalin-Paket abzurunden. Die einzige Holzachterbahn in Busch Gardens hat es in sich. Dadurch, dass hier nichts gedämpft wird, spürt man jede Unebenheit. Unheimlich gut für Kopfschmerzen. Will eine Frau abends Kopfschmerzen vortäuschen, könnte sie sich dort welche holen, um wirklich authentisch zu wirken. Michael und ich brauchten aber trotzdem eine zweite Runde. Brainshaking deluxe.

Zum Abschluss war noch eine Runde mit der kleinen Seilbahn, die quer durch den Park führt geplant. Hätte das Wetter mitgespielt… der Himmel wurde dunkel, der Wind stärker und der Regen dichter. Nachdem in so gut wie allen Freizeitparks sämtliche Bahnen und Attraktionen bei Regen oder starkem Wind schließen, war die einzige sinnvolle Möglichkeit, sich auf den Weg nach Orlando zu machen.

Am Weg dorthin musste noch etwas zum Beißen her. Erste Wahl: Golden Corrall, ein All-you-can-eat-Buffett mit Rippchen und Gegrilltem. Leider standen die Leute bereits bis zum Eingang angestellt, nur um einen Platz zu bekommen. Also auf zu Lone Star Steakhouse & Saloon. Eine gute Wahl. Perfekt gegrillte Steaks, ebenso perfekte Beilagen. Michael vernichtete zur Verwunderung aller sein 20 Unzen-Steak. Zirka 670 Gramm. Respekt.

Mittlerweile sind wir im Hotel in Orlando angekommen. Ein Hotel, das scheinbar von vielen hochgestochenen Geschäftsleuten frequentiert wird. Ein riesiger Komplex mit 16 Gebäuden, vier Pools und zwei Lagunen. Dank priceline.com (heißer Tipp für alle, die ein günstiges Hotel suchen!) zahlen wir nicht ganz 40$ pro Zimmer (!). Inklusive Frühstück. Normalpreis: 89$ aufwärts. Awesome. Einziges Manko: Kein WLAN am Zimmer. Not that awesome!

Aus diesem Grund werdet ihr vermutlich in den nächsten Tagen auch ein wenig verschont bleiben von mir. Enjoy! 😉

Liebe Grüße aus Orlando

Nachtrag: Freies WLAN gefunden. Nichts ist mit der Verschonung! 😀

5 Antworten zu „Relaxte Adrenalinjunkies – Sanibel Island & Busch Gardens”.

  1. hi leute,

    also ich muss schon sagen es ist immer ein erlebnis eure berichte zu lesen. großes lob an chris. es hört sich ja wirklich so an als würde es euch gefallen ;-))).

    eines is jedenfalls sicher, euch entgeht eine menge zuhause. ……………………………………… regen ohne ende, wind, seit tagen schon keine sonne, a…kalt usw. wollt ihr noch mehr infos aus der heimat? bei euren berichten könnt ma glatt neidisch werden.

    wünschen euch noch viel spaß und passts gut auf euch auf.

    lg susi und marcus

    Like

  2. Hy all

    Wieder tolle Beiträge.
    Unser Samstag war begleitet von Eisriesenwelt,Mammuthöhle (ca wieder 3000 Stufen und abwechselnd 40°Steigung)
    und einem Kurztripp auf den Krippenstein bei Schneefall, -3°C und
    Sicht gleich null. Gestern waren wir in Mariazell bei 8°C und Regen.
    Jetzt sitz ich wieder in der Arbeit bei 14°C da einer der netten Kollegen
    am Mittwoch das Fenster offen ließ. Wetteraussichten für die ganze Woche
    mieß, hoffe bei Euch wirds besser

    lg
    Erich

    Like

  3. Oh Du mein Christopher Moore der Reiseberichte !
    Ein wahres Lachvergnügen ! Und so lehrreich ! Wenn Schnappi faucht = weggehen ! Toll ! Steve Irwin kann noch etwas von Euch lernen ! rofl
    Miss Pati & ich haben festgestellt, dass Du so „alt“ auf den Fotos aussiehst… wir konnten uns aber nicht einigen, ob es am 3-tagesbart, den Augenringen, oder den Burgergelifteten Wangenknochen liegt ….

    Super, dass Du verblüfft über die entspannten Menschen in „Kalksburg City“ bist ! Wenn im Paradis Rippchen herum fliegen & der Rum fließt, dann macht sich wohl keiner Sorgen um den nächsten Tag … nette Vorstellung…. gg … ist nur der Neid 😉
    Have fun & nicht da Fuße anfasse, Morice !

    Like

  4. Netter Reisebericht :P. Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin was Madame Shu-Shu nun eigentlich tut? Gehört die dazu oder habt ihr die einfach mal als Reiseleiterin gebucht?!

    Like

    1. Danke! 🙂
      Fräulein Shu-Shu ist eigentlich Michaela, also meine Schwester. Nachdem sie immer wenn sie was trinkt den kleinen Finger wegstreckt. Alles klar? 😀

      Like

Hinterlasse einen Kommentar