Michael wird zum Lama – Universal Studios und Abreise Orlando

Michael wird zum Lama – Universal Studios und Abreise Orlando

19. und 20. Mai 2010

Die letzten Tage in Orlando sind viel zu schnell vergangen! Wir sitzen schon wieder im Auto. Richtung Norden. Weg von all der Sonne. Weg von den wunderbaren Stränden. Weg vom Meer. Die nächste geplante Stadt ist Savannah, schon relativ weit oben. Fahrzeit zirka fünf Stunden. Also genug Zeit, um gestern und heute niederzuschreiben.

Der gestrige Tag begann wie auch die Tage davor zeitig in der Früh, um den ganzen Tag in den Universal Studios nutzen zu können. Wobei, nicht ganz so entspannt wie die anderen Tage. Carina und Michael hatten über Nacht nämlich einen unbemerkten Mitbewohner. Einen kleinen. Einen braunen. Einen knusprigen… Eine Kakerlake! Wie beseitigt man also einen flinken Bastard am Besten?

Carina’s Anleitung:

  • Lokalisieren – Done!
  • Mit Deo-Spray betäuben – Done!
  • Mit vollem Gewicht darauf herumtreten, bis sich nichts mehr tut – Done!

Nach dem Insektenmassaker stand also der zweite Teil der Universal Studios an: „Islands of Adventure“. Mittlerweile der vierte Themenpark. Eine ebenso heile Welt wie alle anderen. Überall freundliche, motivierte Mitarbeiter, die vermutlich jeden Tag beim Morgen-Meeting eine ganze Dose Gute-Laune-Pillen bekommen. Anders kann ich es mir nicht vorstellen. Vielleicht liegt es aber auch nur an der fröhlichen Musik, die überall den ganzen Tag läuft.

Also rein beim Eingang und ab auf die „Marvel Super Hero Island“, ein Ort, wo sich die High Society der Superhelden ein Stelldichein gibt. Hauptattraktion: „The incredible Hulk Coaster“. Wartezeit: 5 Minuten. Lächerlich! „Hulk“ ist ein Rollercoaster, der bergauf beschleunigt. Auf ein gefühltes Höllentempo! Ich bin selten mit einer Achterbahn gefahren, die so viele Loopings, Korkenzieher und andere Inversionen hat. Awesome ride! Wie gewohnt raus und gleich wieder rein.

Als nächstes wagten wir einen Sprung auf „Doctor Doom’s Fear Fall“. Ein Freifallturm wie das Admiral Space Shot im Wiener Prater, mit dem Widersacher der „Fantastic 4“ als Thema. Bisher die einzige Attraktion, die im Prater besser ist als hier.

Der zweite Rollercoaster auf der Insel der Abenteuer befindet sich im „Lost Continent“: „Dueling Dragons“. Zwei komplett unterschiedliche hängende Rollercoaster, die sich während der Fahrt an drei Stellen verdammt nahe kommen. Ziemlich irres Feeling, wenn man einen anderen Zug auf einen zukommen sieht und dann doch noch rechtzeitig irgendwo abbiegt. Auch hier eine zweite Runde. Man muss ja schließlich beide ausprobieren. Wie bei allen anderen Achterbahnen war die Wartezeit auch hier quasi nicht vorhanden. Bis auf die erste Reihe waren so gut wie überall leere Sitzplätze frei.

Nachdem die wichtigsten Attraktionen erledigt waren, konnten wir uns den Rest des Parks ansehen.

Im „Jurassic Park“ drehten wir über den Wasserweg eine Runde durch die Forschungsstation und den eigentlichen Dinosaurier Park. Nachdem wir nun ohnehin schon nass waren, konnten wir in der „Toon Lagoon“ auch gleich „Dudley Do-Right’s Ripsaw Falls“, einer Wasserbahn ausprobieren. Allerdings nur die Burschen. Die Mädels hatten mittlerweile genug von nass werden. Die Bahnen im Wasser sind hier übrigens schneller, als die richtigen Achterbahnen in Österreich. Shame on you, Prater!

Klatschnass ging es dann zurück zu den Superhelden. „The amazing adventures of Spiderman“ war nun an der Reihe. Eine unglaublich geile Mischung aus 3D-Film und Achterbahn. Man kann zum Teil richtige Kulisse und Filmsequenzen nicht unterscheiden. Der auf Schienen geführte Wagen bewegt sich synchron zu den jeweiligen Bildern auf riesigen Leinwänden. Man wird gedreht, durchgeschüttelt, beschleunigt und gebremst. Das ganze begleitet von Feuer, Wasser und Wind. Eine besondere, actionreiche Attraktion. Kein Wunder, schließlich muss man ja gegen Doc Oc kämpfen!

Dadurch, dass „Islands of Adventure“ zu einem Großteil aus Fresstandln (kein Wunder, wir sind schließlich in Amerika) und Kinderattraktionen besteht, drehten wir noch eine Runde mit den duellierenden Drachen. Carina und ich ließen uns nochmals vom unglaublichen Hulk durch die Lüfte schießen. Wir hatten noch Zeit übrig und auch die Tickets für den anderen Universal-Teil waren noch gültig. Ein Zeichen? Scheinbar. Wieder in den eigentlichen Universal-Studios war ja „Jaws“, also der weiße Hai bei unserem letzten Besuch wegen technischen Problemen geschlossen, deshalb versuchten wir unser Glück erneut. Tatsächlich wurde er wieder fit gemacht und wir konnten uns in der Warteschlange anstellen. Jawohl, anstellen! Zum ersten Mal eigentlich. Aber nach zirka 30 Minuten saßen wir im Boot und warteten auf die ersten Hai-Attacken. Obwohl diese Attraktion ungefähr im Jahre 1392 eröffnet wurde und ich bisher nur negatives gehört habe, hat es mir ziemlich gut gefallen. Zwar kein „Oh mein Gott, ich mach mir in die Hose, ich hab mich so gefürchtet und erschreckt, ich geh nie wieder ins Meer schwimmen“-Effekt, aber auch nicht „Oh mein Gott, was für ein Scheiß“!

Schnuffi wollte noch einen Kaffee im Bob Marley-Restaurant trinken, also machten sich Curly Sue und er auf den Weg zum „City Walk“, außerhalb der Studios. Voller Vorfreude marschierten sie dorthin. Dass das Lokal erst später aufmacht wussten sie bis dahin noch nicht. Schade.

Carina, Michael und ich blieben einstweilen im Park, um die Rollercoaster noch ein bisschen auszunutzen. Zuuuufälligerweise kamen wir am Weg zum Ausgang bei „The Revenge of the Mummy“ vorbei, dem Indoor-Coaster. Auch hier kaum Wartezeit. Mittlerweile brauche ich es wahrscheinlich nicht mehr dazuschreiben, aber auch hier war noch eine zweite Runde dran. Somit hat unser Wiederholungs-Rekord einer Achterbahn in kürzester Zeit von „Manta“ in Sea World nur einen Tag gehalten. Neuer Rekord: 5x die Mumie.

Für das Abendessen wurde „Ponderosa“ gewählt, einem Steakhouse mit einem etwas komischen System. Es gibt verschiedene Hauptspeisen, von denen eine gekauft werden muss. Dazu bekommt man gratis ein riesiges Buffet mit Vor-, Haupt und Nachspeisen.

Im Hotel wieder angekommen ließen wir den Abend bei einer Runde im Jaccuzzi ausklingen. Mittlerweile habe ich schon bei jedem Burger oder Pommes ein schlechtes Gewissen, weil der Sport hier quasi nicht existiert. Aus diesem Grunde habe ich gestern meine relativ große Motivation zusammengepackt und mich abends noch in den Fitnessraum begeben. Große Auswahl an Kraftstationen, Freihanteln und Ausdauer-Geräten. In einem klimatisierten Raum. Alleine. Was will man mehr?

Heute war endlich mal länger schlafen angesagt. Bis halb 10. Von ausschlafen oder ausgeschlafen sein trotzdem keine Spur. Nach dem Check-Out im „Wyndham Orlando Resort“ machten wir einen kleinen Zwischenstopp beim hoteleigenen Starbucks, um noch einen Happen zu frühstücken. Mit dem Coffee to go besprachen wir am Parkplatz kurz die Details des Tagesablauf. Schnuffi hatte eines seiner neuen T-Shirts an. Zwar ohne Preisschild, aber der Klebestreifen der Größe klebte noch groß und plakativ auf seiner Brust. Er hat es nicht gesehen. Ich schon. Wäre vermutlich besser gewesen, ich hätte es einfach heruntergerissen und ihn nicht vor allen anderen darauf aufmerksam gemacht. Michael fand das nämlich lustig. So lustig, dass er den Mund voller Kaffee nicht mehr schlucken konnte. Wo kommt der Kaffee dann raus? Richtig, wieder aus dem Mund! Und das in einer großen Fontäne. Und wohin? Nein, nicht auf den Boden. Natürlich alles auf Schnuffi’s neues, weißes Calvin Klein T-Shirt. Aber lustig war es. Zumindest für alle außer Schnuffi.

Nachdem Carina wieder mit Schnuffi’s Leiberl und „Rei aus der Tube“ vom Klo zurück war, machten wir uns auf den Weg zu „Ripley’s – Believe it or not!“, einem Museum, wo verschiedene seltsame Dinge ausgestellt sind. Der größte Reifen der Welt, Tiere mit zwei Köpfen, Menschen, die drei Augen haben usw. Eine Art Freakshow für sämtliche Dinge und Lebewesen. Ich fand es langweilig, den anderen hat es gefallen.

Unsere Kreditkarten haben sich seit dem letzten Shopping-Trip wieder ein wenig entspannen können, also war es höchste Zeit zu überprüfen, ob sie überhaupt noch funktionieren. Was wäre dafür besser geeignet als ein Outlet-Center? Carina und Michael hatten bereits genug gekauft, weshalb sie sich auf die Suche nach einer passenden Alternative machten. Diese wurde in einem Helikopter-Rundflug über Disney-World, Sea World usw. schnell gefunden. Curly Sue, Schnuffi und ich wanderten durch das „Prime Outlet Orlando“ und vergewisserten sich, dass sämtliche Zahlungsmittel noch funktionieren. Nach ein paar sensationellen Schnäppchen sitzen wir nun wieder alle zusammen im Auto und fahren wie bereits erwähnt nach Savannah. Zumindest laut Plan. Vielleicht wird es aber auch Charleston. Oder doch nochmals Daytona. Oder etwas ganz anderes. Man weiß es nicht genau.

Nun verabschiede ich mich aber und warte auf das nächste WLAN-Hotel.

Liebe Grüße aus der fahrenden Kommandozentrale

Nachtrag:

Beim Abendessen bei Sonny’s (wieder vorzügliche Rippchen!) hat uns die Kellnerin den Mund wässrig gemacht. St. Augustine muss man gesehen haben. Am Parkplatz kurz überlegt, festgestellt, dass es ja ein Roadtrip ist, Route geändert. Nächstes Ziel: St. Augustine!

Gleich neben Sonny’s war ein Wal Mart. Der erste, dem wir einen Besuch abstatten mussten. Ein folgenschwerer Fehler! Hier gibt es angefangen bei Lebensmittel, über Anglerzubehör, Gewand und Elektronikartikel, bis hin zu Partyartikeln alles. Aber wirklich alles! Und das auch noch zu Preisen, wo man sich nur an den Kopf fassen kann. Wrangler Jeans um 15 Dollar, Markenshirts um 7 Dollar usw.

Anderthalb Stunden später wird die Fahrt nun fortgesetzt. Angeblich erwarten uns feinste, weiße Strände und eine Altstadt, die wunderschön ist. Man darf gespannt sein…

Nachtrag 2:
Wir sind nun im Hotel mit dem weltbesten Rezeptionisten ever. Ein Inder, der scheinbar auf den ersten Blick in Michael verliebt war. „Oh, you’re a goodlooking guy. You’re so lucky. What are you working? Just asking. Tank you!“ Er weiß schließlich noch nicht, dass er mit großer Vorliebe Toiletten zerstört. Aber selbst das würde er ihm vermutlich nicht übel nehmen. Noch dazu, wo Carina und Michael heute im Jaccuzzi-Room nächtigen. Vermutlich inklusive Kameraüberwachung. Selbstverständlich nur zur Sicherheit!

Wir haben bei einem Check-In noch nie so viel gelacht. „Ooh, I’m good in everything. Oh, I made a mistake“

Hier herrscht eine geschätzte Luftfeuchtigkeit von 98%. Ideal für Curly Sue’s Locken, die sich bereits wieder in voller Pracht entfalten.

Eine Antwort zu „Michael wird zum Lama – Universal Studios und Abreise Orlando”.

  1. hätte man die kakerlaken nicht anzünden können?
    wo sie schon mal betäubt sind…. so quasi statt der duftkerzen 😉

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