St. Augustine und Trenton
21. und 22. Mai 2010
Wir sitzen mal wieder in einem Hotel. Wobei.. eher einer Absteige. Am Gang riecht es wie beim Inder ums Eck, in den Zimmern wie in einer Räucherkammer. Es gibt nur ein Bett pro Zimmer. Wir haben zwei Zimmer. Mein Bett für die nächsten drei Tage: Eine Luftmatratze. Gekauft bei Target, um 3,99 $. Nun sitze ich also hier am Schreibtisch, trinke mein drittes Tuckenbier und schreibe die letzten zwei Tage nieder.
Wie bereits erwähnt, hat uns die Kellnerin bei Sonny’s St. Augustine schmackhaft gemacht, also nichts wie hin. Am gestrigen Morgen haben wir uns also mal den „wunderbar weißen Sandstrand“, den sie uns versprochen hat angesehen. Er war zwar nicht weiß, aber schön war es trotzdem. Nach einem letzten Mal baden im Meer und einem bisschen Sonnenbaden machten wir noch den Pool unsicher. Im Pool hielt Mr. Crabs persönlich gerade eine Siesta und pennte auf den Stiegen ins Schwimmbecken. Direkt am Eingang zu Bikini Bottom. Interessant, dass Krebse im Poolwasser überleben können.
Beim gestrigen Frühstück hatten wir wiedermal das Glück, genau neben Deutschen zu sitzen. 6000 Kilometer entfernt und wir haben das Glück…
Die Deutsche: „Du ju häf Bluberri Bägls?“
Der Inder: „No, no, onli normal Bägls!“
Die Deutsche: „Aber ei dont leik it! Dann hab ich schon gefrühstückt!“
Ich bin mir sicher, der Inder nimmt es sich zu Herzen…
Nach dem Check-Out aus dem lustigen Inder-Inn („You liked the Jaccuzzi-Room? My friend liked it!“ Kein Wunder, vermutlich waren ein Haufen Kameras im Zimmer versteckt…) war eine Runde Sightseeing angesagt, also rüber zu Ripley’s Sightseeing Train und mal locker flockig durch St. Augustine gecruist. Scheinbar gehört in dieser Gegend alles zum Ripley-Konzern. Museen, Touristen-Züge usw. Dieser Ort hat eine wirklich nette Altstadt. Selbst neue Gebäude müssen dem Gesetz nach alt aussehen. Irgendwie pervers. Aber schließlich sind wir in Amerika. Hier darf man sich über nichts mehr wundern. Leider war im Ticketpreis für die Zugtour auch eine Runde gratis Minigolf inkludiert. Obwohl keiner so wirklich Lust hatte, bei 35° in der prallen Sonne Minigolf zu spielen, hörten wir bei der Hälfte wieder auf und setzten unsere Tour fort. St. Augustine ist ungefähr so groß wie der erste Bezirk in Wien. Wenn überhaupt. Aus dem Grund war die Tour auch schnell zu Ende. Aber wir hatten ohnehin noch viel vor: 13 Stunden Fahrt nach Trenton.
Mittlerweile ist unser Chrysler nur mehr unbequem. Liegt vermutlich auch daran, dass das Auto vollgepackt ist, bis zum Geht-Nicht-Mehr. In Österreich macht man sich über Leute mit drei Milliarden Sackerl im Auto lustig, hier sind wir nicht anders. Prinzessin Navigator und der Toilet Destroyer wechselten sich beim Fahren ab. Ich hielt die Stellung und schlief fast in einem durch. In Embryo-Stellung. Auf einem zirka 40 Zentimeter breiten Sitz. Aber es sollte nur die erste von einigen unangenehmen Nächten werden…
Endlich in Trenton angekommen suchten wir erstmal das Hotel. Vom lustigsten zum unfähigsten Rezeptionisten ever. Ein ungefähr 16-jähriger Pakistani, der scheinbar mit allem überfordert war. Es war zirka 11 Uhr, die Zimmer waren aber erst ab 15 Uhr bezugsfertig. Was macht man also in einem Kaff wie hier? Nachdem wir ohnehin noch ein Bett für mich brauchten (5.-Rad-am-Wagen-Bonus!), suchten wir den nächsten Supermarkt, wo ich auch eine bequeme Luftmatratze bekommen hab. Curly Sue und die Prinzessin haben mir netterweise einen Platz im Bett angeboten. Nach der Drohung von Fräulein Shu Shu („Wennst depat bist, fliegst eh raus ausn Bett!“) lehnte ich aber dankend ab. Ich war nicht artig zu ihr.
Nach einem kleinen Nickerchen machten wir uns erneut auf Essenssuche und wurden bei Subway’s bzw. Dunkin‘ Donuts fündig.
Nun sitzen wir wie gesagt im Hotelzimmer und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Wie man an der Länge des Blogs erkennen kann, haben wir zwei relativ unspektakuläre Tage hinter uns. Aber morgen folgt Philadelphia und am Abend eventuell Atlantic City.
Bis die Tage, ich geh nach Hause!
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