Willkommen in der Hochburg der Kriminalität – Philadelphia und Atlantic City
23. Mai 2010
Zu Beginn möchte ich mich für den laschen Bericht gestern entschuldigen. Zum einen lag es an der Müdigkeit nach der langen Autofahrt und zum Teil an den wenig spektakulären Erlebnissen in den beiden Tagen. Okay, vielleicht lag es auch ein wenig am Bier.. Jetzt werde ich mich aber wieder bemühen, in alter Frische den heutigen Tag ein wenig Revue passieren zu lassen.
Die Nacht war alles andere als bequem. Zumindest für mich. Ich habe mich doch entschieden, im Bett gemeinsam mit Navigator Schnuffi und Curly Sue zu schlafen. Heute werde ich jedoch wieder die Luftmatratze wählen…
Nach einem schnellen Frühstück bei Starbucks machten wir uns auf den Weg nach Philadelphia. Zur Begrüßung hustete uns ein Obdachloser, der direkt neben unserem Parkplatz genächtigt hat, entgegen. Die Temperaturen hier sind mittlerweile auch alles andere als angenehm. Nur mit T-Shirt kann es ganz schön frisch werden. Aber wenigstens hält sich dadurch der Wetterschock bei der Ankunft in Wien hoffentlich in Grenzen.
Unser erstes Ziel in Philly war die berühmte Liberty-Bell, die damals bei der ersten öffentlichen Präsentation der Unabhängigkeitserklärung geläutet wurde. Wir hatten sie uns alle größer vorgestellt, da sie in Wirklichkeit nur ungefähr einen Meter groß ist. Nach einer kurzen Runde um die Independence Hall, machten wir uns auf den Weg zum Grab von einem der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung: Benjamin Franklin. Auch dieses Grab war ein bisschen enttäuschend.
Zwischendurch musste eine Stärkung her. Was würde also besser passen als ein Philly Cheese Steak. Hierbei handelt es sich um in dünne Streifen geschnittenes, angebratenes Fleisch in einem Hot Dog-Baguette, dazu Käse, Zwiebel, Majo und Ketchup. Sieht zwar nicht unbedingt lecker aus, schmeckt aber vorzüglich! Unser Navigator profitierte von der Unfähigkeit des Straßenverkäufers. Er bezahlte mit einem 20$-Schein und bekam 18$ zurück. Drei Philly Cheese Steaks und Getränk um 2$ sind meiner Meinung nach ein guter Preis. Aber das sollte heute nicht Schnuffi’s letzter Glücksgriff werden…
Die nächste Verwunderung ließ nicht lange auf sich warten. Die berühmte LOVE-Statue am JFK-Plaza ist ebenfalls viel kleiner, als man es auf den Fotos erahnen konnte. Für ein paar Fotos war sie trotzdem eine schöne Kulisse. Ein schwarzer Robert Nissel-Verschnitt versprühte seine positiven Energien und erklärte sich bereit, ein Gruppenfoto zu schießen. Wir haben uns schließlich alle lieb. Immer noch. Der große Streit blieb bis jetzt immer noch aus!
An den Sehenswürdigkeiten in Philadelphia ist angenehm, dass sie allesamt kostenlos besichtigt werden können. Sämtliche Sehenswürdigkeiten waren dennoch schnell abgehakt, also stand unserem spontanen Trip nach Atlantic City nichts mehr im Wege. Nach zirka einer Stunde Fahrzeit waren wir auch schon dort, im Las Vegas des Ostens. Hier findet sich am Pier ein Casino neben dem anderen. Aber keine kleinen Mini-Casinos! Nein, hier finden sich auch die großen, wie zum Beispiel das Caesar’s, Tropicana oder eines im Trump-Plaza. Der erste Weg führte ins Caesar’s. Alleine der Bereich mit den Spielautomaten ist so groß wie das gesamte Casino-Areal in Baden. Ich hätte gerne von jedem gespielten Spiel an einem Tag nur einen Cent. Nur einen einzigen. Vermutlich hätte ich dann für den Rest meines Lebens ausgesorgt. Ein bisschen träumen wird man ja noch dürfen…
In kürzester Zeit habe ich meine Unsummen (10$) verspielt, wie auch alle anderen. Nur nicht Schnuffi, der ist als einziger mit einem satten Plus ausgestiegen. Ganze 7,75$ hat er gewonnen. Glück im Spiel, Pech in der Liebe… naja, wohl doch nicht!
Am Pier haben sich neben den großen Casinos kleine Spielhallen hineingezwickt, die mit den berüchtigten „Geld-Schieber-Automaten“ locken. Also nichts wie hin mit uns und mal eben ein paar Dollar gewechselt. Als Gewinn (wir waren wirklich nicht so schlecht unterwegs!) kamen allerdings keine Münzen, sondern Jetons heraus. Wir spielten und spielten und spielten, bis wir erfahren haben, dass wir die Jetons nicht in Geld, sondern nur in Sachpreise eintauschen können. Eine herbe Enttäuschung! Noch dazu, wo man ungefähr 40.000 Punkte für einen sinnvollen Preis brauchte. Wir hatten zirka 250. Ich habe meine Punkte gegen ein kleines blaues Auto, zwei Noisemaker, einen goldenen Roboter und 5 Plastik-Soldaten eingetauscht. Wenigstens bin ich nun für eine kurze Zeit beschäftigt und habe etwas zum Spielen. Carina und Michael haben satte 500 Punkte für eine kleine Packung Skittles ausgegeben. Kapitalistenschweine! Naja, wenn Geld keine Rolex spielt..
Nach einem kurzen Abstecher ins Tropicana, wo zum ersten Mal die Reisepässe sogar mit Lupe auf Fälschungen kontrolliert wurden, ging es zum Abendessen bei Applebee’s, einem Grill-Restaurant.
Mit vollgefüllten Bäuchen traten wir wieder die Heimreise an in unsere Höhle hier in Trenton. Ein Zwischenstopp im Supermarkt musste allerdings noch her, da Curly Sue’s Augen Probleme machen. Vermutlich eine Bindehautentzündung. Armes Mädchen! Aber die Augentropfen werden es schon richten..
Morgen wartet wieder ein spektakulärer Tag auf uns: Six Flags Great Adventure. Mehr als ein Dutzend Rollercoaster warten darauf, erkundet zu werden. Ich freu mich!
In diesem Sinne wünsche ich eine gute Nacht und einen schönen Pfingstmontag nach Österreich!




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