Sechs Flaggen voll mit Adrenalin – Six Flags und Vorstellungsrunde
24. Mai 2010
Es ist viertel 8 abends und der Adrenalinspiegel sinkt wieder langsam. Wir sind am Weg zurück ins Hotel von Six Flags Great Adventure in Jackson, New Jersey. Den ganzen Tag ein Rollercoaster nach dem anderen. Nun wissen wir zumindest, dass unsere Mägen einiges aushalten. Nachdem die Erklärung von jedem einzelnen ein bisschen einseitig wäre, werde ich mich auf die Höhepunkte beschränken und heute mal unsere entstandenen Spitznamen ein wenig erklären.
Six Flags Great Adventure ist im Gegensatz zu den Universal Studios, Sea World und den anderen Parks nicht auf Happyland aufgebaut, sondern setzt eher auf Attraktion als Dekoration. Ein guter Vergleich wäre der Wiener Prater, nur nicht so dreckig und unattraktiv. Aus den Schießbuden und Spielständen dröhnt laute Bumperei aus den weltschlechtesten Lautsprechern, während die Schausteller um Kundschaft buhlen.
Es gibt gut ein Dutzend Rollercoaster in diesem Themenpark, wovon einige (vorallem die Indoor-Coaster… selten etwas schlechteres erlebt!) enttäuschend waren, andere waren der Oberhammer. Da wäre zuerst „Kingda Ka“, die schnellste und höchste Achterbahn der Welt. Und diesen Titel trägt sie zurecht! Eine unglaubliche Beschleunigung auf gerader Strecke, senkrecht 139 Meter in die Höhe und nach einer Drehung ebenso senkrecht wieder in die Tiefe. Von 0 auf über 206 km/h innerhalb von nur 3,5 Sekunden. Mit 4,6 g wird man in den Sitz gedrückt. Ein Feeling, das man einfach nicht beschreiben kann. Es wird immer schneller und schneller und man denkt, dass das gar nicht mehr aufhört. „Kingda Ka“ hat mit Sicherheit in meinen Top 3 der Rollercoaster einen fixen Platz.
Der zweite erwähnenswerte Coaster ist „El Toro“, mit 113 km/h die dritt-schnellste Holz-Achterbahn der Welt. Alleine die Geschwindigkeit mit der man nach oben gezogen wird ist rekordverdächtig. Und nach einer kleinen Kurve geht es schon hinunter in die Tiefe. Von einem 90°-Gefälle geht hier bestimmt nicht viel ab (Wikipedia sagt 76° Gefälle. Die zweitsteilste Holz-Achterbahn überhaupt). Im Gegensatz zu den anderen, bisher gefahrenen Bahnen aus Holz waren hier kaum unruhige Stellen und das Brainshaking hielt sich in Grenzen. Zwar besitzt dieser Rollercoaster weder Loopings noch spektakuläre Inversionen, aber die braucht er auch nicht, um an der Beliebtheitsskala weit nach oben zu klettern!
Natürlich gibt es noch viele andere gute Coaster, wie Bizarro oder Nitro, aber wie gesagt… es wäre langweilig, zu jedem einen eigenen Absatz zu schreiben.
Six Flags war der einzige Park, wo wir uns im Vorhinein bereits für einen Flash-Pass entschieden haben. Gute Entscheidung! Mit einer Art überdimensionalen Tamagotchi kann man diverse Rides reservieren. Es wird eine Zeit angezeigt, zu der man bei der Achterbahn sein soll, um ohne Anstellen fahren zu können. Also einfach vorbei an der Schlange (böse Blicke gibt es kostenlos dazu!), den eigenen Tamagotchi mit dem des Ride-Assistant paaren lassen (sieht wirklich so aus!) und schon sitzt man drin und wartet auf den Adrenalinkick.
Heute Abend wird wahrscheinlich noch eine letzte Bierreservenvernichtung stattfinden, bevor es morgen in den Big Apple geht. Get ready for New York City!
Vorstellungsrunde:
Carina aka Coakroach-Carry
Sie ist die Herrin über sämtliche Insekten. Sie nimmt es mit allen Kriechtieren auf, hat sich aber auf Kakerlaken spezialisiert. Die ideale Technik ist ihre Waffe, der Mut ihre Motivation. Bewaffnet mit Deo-Spray und festem Schuhwerk macht sie den kleinen Nervtötern den Gar aus und lässt sich regelmäßig bei Lobesparaden feiern. Vermutlich bekommt sie bald ein eigenes Abzeichen für ihren Mut und Tapferkeit.
Michi aka Fräulein Shu Shu Curly Sue
Fräulein Shu Shu Curly Sue ist die Schöne und Reiche aus unserer Truppe. Shu Shu kommt daher, dass sie es aus den höheren Kreisen gewöhnt ist, den kleinen Finger beim Trinken wegzustrecken. Anfangs nur bei Champagner, mittlerweile auch bei einem Strawberry Daiquiri aus dem Plastik-Becher. Curly Sue stammt daher, dass sich ihr Haupt bei höherer Luftfeuchtigkeit zu einem prächtigen Lockenkopf verwandelt.
Markus aka Navigator-Schnuffi
„Die Schnuffis“ sind als eine Art Sammelserie zu betrachten. Es gibt viele verschiedene. Zum Beispiel den Holzhacker-Schnuffi. Oder Gute-Laune-Schnuffi. Wir haben in unserer Runde den Navigator-Schnuffi. Ein seltenes, aber wertvolles Sammelstück. Zuständig war er hauptsächlich für, wie der Name schon erahnen lässt, die Navigation. Schließlich braucht jeder Roadtrip einen Commander, der das Fahren übernimmt und die richtigen Routen herausfindet.
Michael aka MJTD
Er ist der Herr des Keramiks. Keine Schüssel ist ihm zu groß, keine Brille zu stabil. Michi Jank (gesprochen Mitschi Jänk), Toilet Destroyer. Doch was verschaffte ihm diesen Namen? Ausschlaggebend war der eine Morgen in Fort Lauderdale, an dem er einzig und allein durch die Kraft der Toilettenspülung innerhalb kürzester Zeit das gesamte Badezimmer unter Wasser setzte. Er ist dafür zuständig, sämtlichen Installateuren im In- und Ausland Aufträge zu verschaffen.
Chris aka Prinzessin Lullufee
Das bin also ich. Prinzessin Lullufee. Die rechte Hand vom König aus Pipi-Land. Ich habe meinen fixen Platz am Hof des großen Königs, nämlich den am Pissoir. Mit meiner Urinella. Den Namen gaben mir meine treuen Weggefährten, da meine Blase ungefähr gleich groß ist wie die eines Meerschweinchens. An guten Tagen. Während ich also einen Großteil meines Tages auf irgendwelchen Toiletten verbringe, müssen die anderen ständig auf den adeligen Teil der Truppe warten. So ist das nun mal mit einer Prinzessin.





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