Home Sweet Harlem – Der letzte Tag in New York

Home Sweet Harlem – Der letzte Tag in New York

27. Mai 2010

Look at the baby! Look what he is doing!“. Ich sitze im gemütlichen Chefsessel im Hotelzimmer, schreibe den heutigen Bericht und schaue nebenbei „Hangover“. Wohl eine der weltbesten Komödien, die hier bereits im Free-TV läuft. Es ist heute ausnahmsweise mal nicht so spät geworden, wie die letzten Tage.

Gefrühstückt wurde heute etwas Extrafeines: Ham & Eggs in einer richtigen Kaisersemmel. Und das bei einem Straßenverkäufer in New York City! Wie gestern bereits geschrieben, stand heute die Up-Town-Tour auf dem Plan. Heute war es allerdings nicht so heiß wie gestern. Eher im Gegenteil.. es hat um geschätzte 15° C abgekühlt, also wurde es ziemlich kalt im offenen Doppeldecker-Bus. Was macht man also, wenn man friert? Genau, man zieht sich etwas an. Und was macht man, wenn man blöderweise nichts mit hat? Richtig, man kauft sich etwas. Mit unserem Glück war einer der nächsten Stopps der Bustour der „Harlem Market“. Wir waren ein wenig verwundert, dass außer uns bei dieser Station niemand sonst ausstieg, haben uns aber nichts weiter dabei gedacht. Einen Häuserblock weiter, wussten wir warum. Ich kannte Harlem bis jetzt nur von den „Harlem Gospel Singers“, die zu Weihnachten immer ihre religiösen Songs in Wien singen. Von dieser ausgelassenen Stimmung war hier allerdings nichts zu merken. Jede Menge Schnorrer und seltsame Leute, wohin man blickt. Eine alte Frau hat uns zuerst freundlich begrüßt und uns dann erklärt, dass sie sofort gemerkt hat, dass wir nicht von hier sind. Kein Wunder… wir waren die einzigen Weißen dort! Große Leistung, Big Mama, wahrlich eine große Leistung! Sie erklärte uns, dass sie gerade nach einem Herzinfarkt aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Alles, was sie ihr gegeben haben, war eine Banane und eine Grapefruit. Ein guter Anfang! Ich gab ihr danach sicherheitshalber einen Dollar. Zum Ruhigstellen. Man weiß ja nie..

Also ohne viel links und rechts schauen durch den „Harlem Market“, der aus ungefähr zehn Geschäften bestand, von denen neun afrikanischen Schmuck und Kleider anboten. Nicht unbedingt das, was gegen Kälte helfen könnte. Wir haben beschlossen, am schnellsten Weg wieder zur Busstation zu kommen. Allerdings wollten uns alle drei Busse, die innerhalb einer halben Stunde vorbeikamen nicht mitnehmen. Aus welchem Grund auch immer. Also blieb uns nur der Fußweg, um aus dieser unangenehmen Gegend wieder raus zu kommen.

Auf uns wartete der größte zusammenhängende Park in einer Großstadt: Der Central Park. Und schon wieder wurde eine Kindheitsvision zerstört. Ich dachte immer, dass das schlicht und einfach eine riesengroße Wiese mit ein paar Zwischenwegen, kleinen Seen und ähnlichem ist. Ne, ne, ne. Hier gibt es Hügel, Wälder, Wiesen, große Steine, kleine Häuschen und vieles mehr. Wenn man hier durchspaziert, vergisst man nahezu, dass man sich inmitten einer super-hektischen Stadt befindet. Und ich denke, dass das auch genau der Sinn dahinter ist.

Vom Central Park führte uns die 5th Avenue wieder zum Broadway zurück, unserem zentralen Hier-gehen-wir-immer-mal-wieder-hin-Punkt in New York. Nach einer erneuten Runde durch den M&M-Store mussten wir noch Toys’r’Us einen Besuch abstatten. Zur Erinnerung: Hier steht mitten im Geschäft ein funktionstüchtiges Riesenrad, das sich über alle vier Stockwerke zieht. Aber dem noch nicht genug, gibt es noch einen riesengroßen beweglichen Dinosaurier in der eigenen Jurassic Park-Abteilung. Ein Paradies für Kinder. Und mich! Mein Kauf-keinen-Bullshit-Sensor heulte jedoch pausenlos auf, weshalb wir den Shop dann doch ohne Sackerl verlassen haben.

Nach der Heimfahrt stand der unangenehmste Teil an Reisen bevor: Koffer packen. Ich hasse es. Hier noch ein T-Shirt reinstopfen, da noch ein paar Socken und dort noch ein Päckchen Taschentücher, um auch den letzten Winkel des ohnehin schon überfüllten Trolleys auszunutzen. Morgen heißt es wieder „Good Bye, America“ und am Samstag schließlich „Hello good old Vienna“. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits freut man sich schon auf bestimmte Dinge zu Hause. Die Familie und Freunde, abwechslungsreiches, bodenständiges Essen und Getränke die nicht nach Chlor schmecken. Das erste, was ich vermutlich zu Hause machen werde, ist ein ordentliches Wiener Frühstück genießen, um gleich danach den ersten weißen Spritzer zu vernichten. Sowas gibt es hier nämlich nicht…

Andererseits werde ich die Gegend und das Lebensgefühl hier vermissen. Vor allem Florida. Daytona. Miami. Key West. Fort Lauderdale und wie die Orte alle heißen.

Das war nun also der letzte Blog-Beitrag hier aus Amerika. Ich möchte mich jetzt schon bei allen treuen Lesern bedanken. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit meinen Berichten bis zu über 300 Zugriffe am Tag erreichen kann. Dankeschön! Außerdem möchte ich auch meinen tapferen Mitstreitern danken, dass alles so reibungslos und ohne Streitereien geklappt hat. Danke an Cockroach-Carry, Fräulein Shu Shu Curly Sue, MJTD und Navigator Schnuffi.

Nun wünsche ich euch allen einen guten Morgen und ein schönes Wochenende! Wir sehen uns in Wien! 🙂

Liebe letzte Grüße aus New York!

Prinzessin Lulufee und der Rest der Chaos-Partie

PS: Letzte Grüße? Klingt irgendwie wie die Aufschrift auf einem Kranz bei einem Begräbnis… hopefully not!

3 Antworten zu „Home Sweet Harlem – Der letzte Tag in New York”.

  1. hi zusammen,

    freu mich schon auf ein wiedersehen hier in wien. vielen, vielen dank für eure karte aus florida. marcus und ich wünschen euch nun eine angenehme nacht und einen guten heimflug. lg susi & marcus

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  2. Na supi, das war also dein letzter Eintrag :-(… was mach ich jetzt immer, um mich vom lernen abzulenken?…. könntest du bitte weiterschreiben… zumindest bis ende Juni??? BITTTEEE :-))) dann sind meine Prüfungen vorbei 🙂

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  3. Liebe Amerikaurlauber!!

    Bedanke mich nochmal für den super, supertollen Amerika-Blog. Ich weiß gar nicht was ich am Montag in der Früh in der Arbeit machen soll, wenn es nix zum lesen gibt. Ich wünsche euch einen wunderschönen, erholsamen Heimflug. Und welcome to Vienna. Liebe Grüße an alle ! !

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