Michael und Carina sind gerade auf Besuch in unserem lauschigen, nach Marihuana riechenden Zimmer und wir vernichten unsere letzten Drinks in San Francisco. Die Füße haben sich inzwischen an das viele Gehen gewöhnt, aber die Müdigkeit wird immer größer. Obwohl ich eigentlich zuerst zusammenpacken wollte, schreibe ich nun doch unsere heutigen Erlebnisse nieder.
Begonnen hat der Tag wie auch die vergangenen hier in SanFran mit Frühstück bei Starbucks und der Bagel-Bäckerei. Frühstückstechnisch gibt es hier leider nicht so viel Auswahl wie anderswo. Nach unserem mittlerweile alltäglichen Spaziergang bergab zum Pier trennten sich die Wege der Burschen und Mädels. Michi und Carina besorgten die letzten Souveniers, während sich die Burschen auf den Weg zum Kriegs-U-Boot machten. Für 10 Dollar Eintritt und 2 Dollar für den Audio-Guide (ein pinker iPod, den kein Mann freiwillig stehlen würde) besichtigten wir das ganze U-Boot. Angefangen beim oberen Deck, über die Torpedo-Räume, bis hin zum „Offiziers-Kasino“. Da die Tour nicht so lange gedauert hat, wie wir dachten und der Treffpunkt noch in weiter Ferne lag, entschieden wir uns dazu, nochmals zu Pier 39 und den Seelöwen zu schauen. Noch ein paar abschließende Fotos gemacht, trafen wir uns wieder zur gemeinsamen zweiten Runde mit dem Sightseeing-Bus, da unsere Tickets noch gültig waren. Wir fuhren die halbe Strecke mit und stiegen schließlich beim Union Square aus. Hier befindet sich ein teures Geschäft neben dem anderen. Louis Vouitton, Bulgari, Prada. Eindeutig zu teuer für unser Urlaubsbudget. Aber glücklicherweise befanden sich auch die Levi’s World und Nike World in derselben Gegend. Ein paar Schnäppchen abgestaubt, war der nächste Halt der größte Ferrari-Store Amerikas, wo wir sogar auf Deutsch begrüßt wurden. Zwei Stunden und einem weiteren Geschäft später wollten wir noch im San Francisco Centre, einem zentralen Einkaufszentrum eine Kleinigkeit essen. Eine Kleinigkeit! Wir haben das Wort Kleinigkeit neu definiert. Es wurde nämlich ein relativ großer Brotlaib gefüllt mit Suppe. Es war eher ein Eintopf, hat aber superlecker geschmeckt! Der Suppennazi wäre neidisch geworden! „No soup for you today!“ hätte er wohl zu uns gesagt, wenn wir in Seinfeld’s Sitcom leben würden. Frisch gestärkt suchten wir die nächste Busstation und fuhren weiter zum Alamo Square, wo wie bereits gestern erwähnt, die berühmten, schmalen Häuser stehen, die auch „Painted six Ladies“ genannt werden. Fotos gemacht, ein wenig im Park ausgerastet ging es auch schon wieder weiter zur Golden Gate Bridge. Der Wind am Oberdeck des Busses war wiedermal kaum auszuhalten. Da bot es sich an, dass wir ohnehin noch ein paar Fotos mit der roten Brücke machen wollten. Auf unserer großen, gedanklichen Checkliste abgehakt, brachten wir die Tour zum Ende um auch heute wieder unser Glück beim Cable Car zu versuchen. Mit bescheidenem Erfolg. Es standen noch mehr Leute an als gestern, weshalb wir wieder in Richtung Pier 39 wanderten, um eine Kleinigkeit zu essen. Wieder eine Kleinigkeit, nachdem wir ja schon zu Mittag ordentlich gevöllert haben. Fündig wurden wir schließlich bei „Wipe out – Grill & Bar“, einem Fisch- und Grillrestaurant mit Blick aufs Meer. Unser Tisch war leider relativ zentral im Lokal. Deshalb hatten wir auch keinen Blick aufs Meer. Aber wir hätten einen haben können und darum geht es ja. Auch hier wurden aus den Kleinigkeiten riesige Portionen. Ich hab eigentlich mit ein paar verhungerten Fischstäbchen und Pommes gerechnet, als ich Fish & Chips bestellte. Die Realität waren drei riesige Stück panierter Fisch und eine Familienportion Pommes. Was gegen den kleinen Hunger eben…
Beim Heimgehen besuchten wir noch den erstbesten Liquor-Store, um uns für den letzten Abend zu rüsten. Doch davor schlug Michi’s Kauf-dir-Bullshit-Sensor noch in ganz großen Tönen Alarm. Am Pier gibt es die sogenannte „Pearl Factory“, ein Schmuckgeschäft, wo man sich eine Auster aussuchen kann, die frisch geöffnet wird und die Perle entnommen werden kann. Michi bezirzte ihren Schnuffi so lange, bis er sein Einverständnis gab. Geschickt wie Frauen nun mal sind, luchste sie ihm auch noch das Geld dafür ab. Läppische 15 Dollar. Dem Verkäufer merkte man 15 Kilometer gegen den Wind an, dass er vom anderen Ufer war. Spätestens nach dem 9303249860923. Mal „okay?“ nervte es. Natürlich war die Perle nicht alles, was der tüchtige Geschäftsmann verkaufen wollte, weshalb er ihr auch noch eine Halterung andrehte. Nach einer kurzen Einweisung über die Pflege, wie und wann sie die Fixierung (ein Stück Klebeband) entfernen muss und dem nochmaligen Hinweis, dass sie ein super-seltenes Exemplar erwischt hat (wie so ungefähr jeder, der eine Muschel öffnete) versicherte er ihr zum ungefähr 30. Mal, dass sie sich glücklich schätzen kann. Bullshit-o-Meter auf vollem Anschlag!
Endlich daheim angekommen, sitzen wir nun zusammen und machen uns über Markus lustig, der seine einzige Ansichtskarte schreibt. Die letzte hat er vermutlich auf der Schullandwoche geschrieben. Da kann man schon mal aus der Übung kommen…
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