Nach einer erfrischenden Dusche und der Erstversorgung des ersten, aufgrund der ungleichen Bestrahlung äußerst seltsam aussehenden Sonnenbrandes, ist es wieder an der Zeit, die heutigen Erlebnisse festzuhalten. Aus diesem Grund sitze ich am Schreibtisch unseres Hotels hier im Stadtteil Hollywood in Los Angeles, trinke das letzte Fläschchen Vodka Apfel und versuche mich an alles zu erinnern, was heute so geschehen ist.
Ausnahmsweise begann der Tag nicht mit einem Frühstück bei Starbucks. Wobei.. nicht ganz! Wir probierten das im Zimmerpreis inkludierte kontinentale Frühstück. Zur Auswahl standen heißes Wasser, ekelhafter Orangensaft und Donuts vom Vortag. Ich fand sie ehrlich gesagt gar nicht so schlimm und nahm mir extra noch einen zweiten, aber der Rest verweigert dieses Frühstück für die nächsten Tage. Da es keinen Kaffee gab, mussten wir also doch noch kurz zu Starbucks. Was wäre ein Tag ohne Starbucks? Ein Ding der Unmöglichkeit. Wobei meine Sympathien gegenüber der Kaffeekette seit gestern gestiegen sind, da ich in den Universal Studios einen kostenlosen Kakao bekommen hab, weil ihn jemand bezahlt, aber nicht abgeholt hat. An der Tagesordnung standen heute sämtliche Attraktionen rund um den Hollywood Boulevard. Wir stellten unser Auto in eine der überraschend günstigen Parkhäuser direkt beim Chinese Man’s Theatre, einem Kino, in dem die meisten Kinopremieren weltweit stattfanden. Vor dem als Tempel gestalteten Komplex befinden sich im Boden viele unterschiedlich große Platten mit Widmungen, Hand- und Fußabdrücken verschiedener Stars. Von den Darstellern von Harry Potter, über John Travolta bis hin zu unserem Vorzeige-Export Arnold Schwarzenegger. Gleich daneben befindet sich das Kodak Theatre, bekannt durch die alljährlichen Oscar-Verleihungen.
Am Hollywood Boulevard, wo sich all diese für die Filmbranche wichtigen Gebäude befinden, ist auch der weltberühmte Walk of Fame beheimatet. Auf beiden Straßenseiten ist ein Stern nach dem anderen, wo viele Stars, aufgegliedert in fünf große Kategorien (Fernsehen, Film, Radio, Musik und Theater) verewigt wurden.
Hier findet man so gut wie alle großen Namen. Von Bruce Lee, über Houdini und Barbra Streisand (uhuuuu uhuuuu huuuuuhuuuuu huuuhhuuuhuuuu *summ*) bis zu unzähligen mir unbekannten Namen. Auch manche Spezial-Kategorien gibt es, so hat auch etwa Absolut Vodka einen eigenen Stern.
Nach langem hin und her überlegen entschieden wir uns doch für eine, der vielen angebotenen Sightseeing-Buslinien, die drei verschiedene Touren angeboten hat, bei denen man nach Belieben kreuz und quer durch LA fahren kann. Die Route führte uns direkt vom Kodak Theatre in Richtung Beverly Hills. Dort hin, wo die Reichen und Schönen leben. Hier wurden in jeder Seitenstraße andere Bäume gepflanzt und die Grünstreifen in der Mitte der Straße sind wunderbar gepflegt. Hier merkte man, das viel Wert auf das Äußere gelegt wird. Um die schönen Straßen nicht zu verschandeln, wurde zwischendurch extra kleine Wege gebaut, wo die Mülltonnen stehen, nur dass die Müllsammel-LKW nicht das Bild der perfekten Gegend stören. Hundebesitzer, die die Häufchen ihrer Lieblinge nicht wegräumen riskieren hier Haftstrafen von bis zu einem Jahr. Und sogar die Hydranten sind hier in schlichtem Grau gehalten, wogegen sie im restlichen Los Angeles gelb sind. Das alles nur, um das Landschaftsbild nicht zu trüben. Wir setzten unsere Tour fort und stiegen bei der Station „Pink’s Hot Dogs“ aus, um eine Kleinigkeit zu Mittag zu essen. Da war sie wieder: Unsere Kleinigkeit! Angeblich sind diese Hot Dogs weit über die Grenzen bekannt, wobei ich bisher noch nie etwas davon gehört habe. Die Menschenschlange vor dem Bestellschalter machte uns aber schnell klar, dass sie wirklich heiß begehrt sind. Als mein Chili Cheese Dog auf dem Teller vor mir wartete, verstand ich plötzlich den Hype darum. Ein Brötchen mit Frankfurter, Senf, Zwiebel, Käse und darüber ein kräftiger Schöpflöffel voll mit Chili. Es war zwar ein wenig umständlich zu essen, schmeckte aber vorzüglich. Und das zu einem erschwinglichen Preis. Viele Stars haben hier schon gespeist und haben auch gleich ihre eigenen Variationen kreiert, wie zum Beispiel Ozzy Osbourne. Manche kennen Pink’s vielleicht aus der Fernsehserie Jackass, wo Brad Pitt von ein paar Leuten vor dem Hot Dog-Stand angeblich entführt wird.
Wieder im Bus fuhren wir durch die teuerste und exklusivste Einkaufsstraße der Welt, dem Rodeo Drive. Zumindest wurde sie so vom Tour-Guide angekündigt. Wo sollte man das teuerste Geschäft der Welt finden, wenn nicht hier? Das günstigste Kleidungsstück kostet ungefähr 15.000 Dollar. Doch um das anzuprobieren benötigt man zuerst eine persönliche Einladung. Stilecht parkte direkt vor dem Geschäft ein Bugatti Veyron, das 1001 PS-Monster mit einem erschwinglichen Kaufpreis von über einer Million Euro.
Nach dem Ende der ersten Tour waren wir uns nicht ganz sicher, was wohl das Beste für den angebrochenen Tag wäre. Die zweite Tour machen und nach Santa Monica fahren? Oder doch lieber die dritte Tour Richtung Downtown? Die Downtown-Tour fiel flach, da wir auf den Bus ungefähr zwei Stunden warten hätten müssen. Michi kaufte eine sogenannte Starmap, einen Stadtplan, wo eine Vielzahl an Adressen von Stars und die Schauplätze einiger Kriminalfälle zu finden waren, weshalb wir uns ins Auto setzten und einige dieser Plätze anpeilten. Doch zuvor fuhren wir noch zu dem Wahrzeichen Los Angeles‘ schlechthin: Dem Hollywood-Schriftzug. Dank einer Website hatten wir Koordination für einen guten Blick auf die berühmten Buchstaben.
Posiert, Fotos gemacht und wieder ab ins Auto zum Paparazzi spielen. Das erste Ziel war die Playboy-Villa von Nimmersatt Hugh Heffner. Alles was wir sahen war ein verwachsenes Tor und eine Vielzahl an Verbotsschildern. Bei dem ehemaligen Haus von Brad Pitt und Jennifer Aniston ebenso. Genauso wie beim letzten Haus von Michael Jackson oder dem von Ozzy Osbourne. Aber wenigstens Ozzy’s Frau Sharon konnten wir auf offener Straße sehen! Oder besser gesagt nur Markus. Oder noch besser gesagt, sah er nur jemanden, der genauso aussah. Wir sahen generell viele Stars. Uma Thurman fuhr in einem Mini vorbei, Michael Douglas saß ebenfalls im Auto, Giorgio Armani kam uns auf der Straße entgegen und Steven Spielberg suchte am Hollywood-Boulevard gerade nach einer neuen Film-Idee. Natürlich haben wir keinen einzigen Celebrity gesehen. Und das, obwohl wir alles genau analysiert haben, was denn eine Berühmtheit verraten könnte. All diese Feststellungen wurden mit einem vorankündigenden „Ooooh, ooooh!“ lautstark an die tapferen Mitstreiter weitergegeben. Am Anfang waren es nur die teuren Autos mit verdunkelten Scheiben, am Ende hingegen schon jeder mit Sonnenbrille. Doch der Erfolg blieb aus. Wir sahen keinen. Niemanden. Nichtmal einen Star von gestern. Oder vorgestern. Sie versteckten sich alle!
Ein wenig enttäuscht setzten wir uns wieder ins Auto und beschlossen, nun doch noch die Tour nach Santa Monica zu machen. Das Auto parkten wir in der Nähe der Bus-Station. Nur, dass wir nicht so genau wussten, wo die Bus-Station denn überhaupt ist. Wir wanderten auf und ab auf der Suche nach einem Hinweisschild, fanden aber keines, bis schließlich ein Bus einige Meter vor uns zum Stillstand kam. Wir dachten allesamt, dass dort die Station wäre und sprinteten los. Blöderweise war es aber nur eine rote Ampel und die Station war ganz wo anders, aber der freundliche Busfahrer lies uns trotzdem einsteigen. Danke, Frank, you’re awesome! Wir überlegten noch, ob wir auf der Strecke noch irgendwo einen Stopp einlegen sollten, um uns die Gegend genauer anzusehen, als uns der Fahrer mitteilte, dass der Bus nur mehr die halbe Tour fährt und direkt am Santa Monica Beach endete. Glücklicherweise sagte er uns das schon eine Station nachdem wir eingestiegen sind, was den Fußweg zurück zum Auto erträglich machte.
Fürs Abendessen wurde ein letztes Mal Wendy’s gewählt. Scheinbar am Karlsplatz von Los Angeles. Das Publikum bestand größtenteils aus scheinbar drogenabhängigen oder betrunkenen jungen Leuten, die aber, vom Anblick abgesehen, kein ungutes Verhalten an den Tag legten.
Nun muss ich mich aber meinem Bett widmen, denn morgen wartet ein Tag vollgepumpt mit Adrenalin auf uns: Six Flags Magic Mountain. Über ein Dutzen Rollercoaster. Und noch dazu haben wir einen Flash-Pass, mit dem wir einfach an den ganzen Leuten vorbei gehen können und uns nicht anstellen. Was gibt es schöneres? Aus diesem Grund wird es morgen vermutlich auch keinen Blog-Beitrag geben, da es viel zu langweilig wäre, jede einzelne Attraktion zu beschreiben. Oder vielleicht gibt es doch einen? Oder doch nicht? Ich weiß es noch nicht!
Was ich jedenfalls weiß ist, dass ich euch nun einen schönen guten Morgen nach Europa schicke und mich meiner Reise ins Traumland widme!





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