Puh, ganz schön spät geworden heute. Wir sitzen mal wieder beide am Hotelzimmer und frieren tatsächlich ein bisschen. Die Klimaanlage läuft auf minimaler Stufe, denn im Restaurant beim Abendessen hatte es geschätzte 18°. Doch ein wenig frisch! Außerdem bekomme ich auch jetzt noch ein mulmiges Gefühl, wenn ich an das Auto denke, an dessen Totalschaden ich heute nicht unmaßgeblich beteiligt war…
Gestern haben wir nach dem Abendessen und nachdem der Blog hochgeladen war überlegt, ob wir noch eine Tour ins Nachtleben wagen sollen, haben uns dann aber doch für Aktenzeichen XY ungelöst entschieden, da die Müdigkeit viel zu groß war. Heute stand uns ohnehin ein anstrengender Tag bevor. Nach dem Frühstück besorgten wir uns nämlich das gestern gemietete Auto. Eigentlich dachten wir, dass wir einfach nur die Schlüssel holen müssen und schon losfahren können ins zirka 90 Kilometer entfernte Abu Dhabi. Doch daraus wurde eine gute halbe Stunde, wo eine Menge Unterlagen unterschrieben werden mussten usw. Aber zumindest bekamen wir einen heißen Schlitten als Mietwagen: Einen uralten Nissan Sunny. Mit allem was man braucht: Elektrische Fensterheber, Klimaanlage und Radio. Mit Kassettendeck. Ich hätte meine alten David Hasselhoff-Kassetten wohl doch lieber mitnehmen sollen! Andi übernahm das Fahren, ich das Navigieren. Leider war nämlich derzeit kein Navigationssystem verfügbar, was uns aber vermutlich ohnehin nicht viel gebracht hätte, weil ein Großteil der Straßen gar nicht eingezeichnet sein würde. Aber immerhin bekamen wir eine Straßenkarte, doch selbst hier waren nicht alle Straßen angeführt. Glücklicherweise ist der Weg Richtung Abu Dhabi aber nicht all zu schwierig und gut ausgeschildert und auch die verrückt scheinende Fahrweise der anderen war eigentlich gemütlicher und ruhiger als gedacht. Nach einer knappen Stunde Fahrt haben wir kurz vor 12 Uhr endlich unser Ziel erreicht: Ferrari World. Gleich bei der Einfahrt ins Parkhaus ein kleiner Schock. Hat der Park überhaupt offen? Das Auto eingeparkt, zählten wir die Autos um uns herum und kamen auf stolze 16. Und das in einem Parkhaus, das für ungefähr 1500 Autos ausgelegt ist. Der Eintritt beträgt 225 Dirham, was in etwa 45€ entspricht. Der Park besteht aus einer Vielzahl unterschiedlicher Attraktionen. Den ersten Stopp machten wir bei der Fiorino GT Challenge, einer kleinen Achterbahn mit vier kurzen Beschleunigungsstrecken. Zum Einstand genau das Optimale. Insgesamt gibt es vier verschiedene Themenfahrten, bei denen man in einem sich drehenden Wagen sitzt und zum Teil mit 3D-Effekten in die Materie eingeführt wird. Daneben gibt es noch ein Kino mit geschätzten 200 Sitzplätzen (wir saßen zu acht drin), einige kleine Fahrgeschäfte für Kinder, viele Verkaufsstände und eine Live-Show mit Akrobaten, die ihre Künste vorführten. Alles in allem eigentlich ganz nett. Das einzige was bei manchen Attraktionen fehlte war der Zusammenhang mit Ferrari. Was eher enttäuschte waren die ausgestellten Autos, die größtenteils nur Plastikattrappen waren. Was uns hingegen begeisterte waren die Rennsimulatoren. Man konnte zwischen einem Formel 1-Wagen oder einem Ferrari 430 Challenge wählen. Andi entschied sich für das Formel 1-Rennen, ich für die andere Variante. Gefahren wurde am Yas Island Marina Circuit, der Rennstrecke in Abu Dhabi. Wenn man an Rennsimulatoren denkt, hat man einen kleinen Bildschirm und ein ödes Lenkrad vor seinem geistigen Auge, doch nicht hier. Hier bewegt sich das gesamte Auto inkl. drei Leinwänden synchron zu den eigenen Fahrleistungen, sprich man glaubt wirklich, man fährt das Auto selbst. Ich bilde mir ein, irgendwo gelesen zu haben, dass auch die Profi-Formel 1-Fahrer auf denselben Simulatoren. Ich weiß nun definitiv, dass ich kein Rennfahrer werde, denn meine Fahrkünste könnte sich kein Rennstall leisten! Ich hätte für meine paar Runden mindestens drei Autos gebraucht, weil ich sie alle gecrasht habe. Aber egal, lustig war es trotzdem. Andi bekam sogar noch Lob, dass er eine sehr gute Rundenzeit geschafft hat. Ob der Angestellte das zu jedem Gast sagt, wissen wir nicht. Die Hauptattraktion des weltgrößten Indoor-Theme-Parks (Ferrari World dürfte also den Adventure Dome im Circus Circus in Las Vegas abgelöst haben) ist jedoch Formula Rossa, die schnellste Achterbahn der Welt. Wie bereits erwähnt befindet sie sich derzeit im jährlichen Wartungsbetrieb, würde aber ab 18 Uhr fahren. Wir waren gespannt und so begaben wir uns gegen halb 6 zum Eingang, wo auch schon eine Menge Leute warteten. Dadurch dass der Park doch relativ groß ist, verteilten sich die Leute anscheinend optimal, denn sonst sah man kaum andere Besucher. Zeitweise machte es sogar den Anschein, als wären mehr Angestellte als Gäste hier. Ungefähr 10 Minuten später saßen wir auch schon drin im Wagen von Formula Rossa. Ein Werk des Teufels! Innerhalb von 5 Sekunden beschleunigt diese Achterbahn von 0 auf 240 km/h. Es schien als würde dieses Höllenteil einfach nicht aufhören, schneller zu werden! Aus Sicherheitsgründen muss jeder Fahrer eine Brille tragen. Wenn ich mich erinnere, wie sehr die Augen schon bei Kingda Ka (ähnliche Beschleunigung, aber nur auf knapp über 200 km/h) getränt haben, war es eine gute Entscheidung, die Brillen aufzusetzen. Ich kann mittlerweile behaupten, mit einer Menge Rollercoaster gefahren zu sein, aber das war definitiv einer der Besten überhaupt! Deshalb brauchte ich auch nicht davon überzeugt werden, noch einmal zu fahren. Andi hingegen war nicht so begeistert, als er die Menschenschlangen sah. Doch in solchen Fällen bin ich wie ein kleines Kind. Hätte er nicht mehr fahren wollen, hätte ich mich vermutlich vor allen Leuten auf den Boden geworfen, zu schreien und trampeln begonnen, sodass ihn alle anderen Gäste mit vorwurfsvollen Blicken bestraft hätten. Oder ich wäre einfach alleine gefahren. Das weiß ich nicht. Beim zweiten Mal ging es jedenfalls nicht ganz so schnell und so mussten wir gute 50 Minuten warten, bis wir endlich dran waren. Zweimal gefahren, zweimal geil! Nach einer abschließenden Runde durch den Ferrari-Store traten wir die Heimreise Richtung Dubai an. Die Ausfahrt aus dem Parkhaus fanden wir schnell, nur um uns geschätzte zwei Minuten später zu verfahren. Zweimal die falsche Abfahrt gewählt und schon waren wir am Weg ins Nirgendwo. Ein paar Runden und Wendemanöver später waren wir aber schließlich dann doch am richtigen Weg. Doch die nächste Herausforderung war, wie kommt man von der Autobahn zu unserem Hotel? Vor unserem Balkon führt zwar die richtige Straße vorbei, doch welche Ausfahrt die richtige ist wussten wir nicht. Unser Plan half uns natürlich auch nicht weiter. Eigentlich hätten wir das Auto noch auftanken sollen, doch wir waren mittlerweile nur noch angepisst, dass wir diese verdammte Ausfahrt zu unserem Hotel nicht fanden. Geschätzte 300 Kilometer später haben wir es dann doch geschafft, das Auto in der Garage abzustellen. Wir hätten auch nach dem Weg fragen können. Aber wir sind Männer, wir machen so etwas nicht. Eher fahren wir den Tank leer und marschieren dann zur Tankstelle, als nach dem Weg zu fragen. Es geht ums Prinzip! Hier Autofahren ist zwar nicht so schlimm wie befürchtet, als Ortsunkundiger aber die reinste Hölle, wenn man etwas sucht. Jede Abfahrt verzweigt sich auf mehrere weitere Abfahrten. Wenn man einmal die falsche nimmt befindet man sich schon wieder auf der Autobahn in eine komplett andere Richtung. Aber wenn man erstmal auf der richtigen Abfahrt ist, ist es ja auch gar nicht so schlimm…
Ein weiterer Beitrag aus „Wissenswertes über Dubai“:
Keine Ahnung… wir waren heute schließlich nicht in Dubai, sondern in Abu Dhabi. 🙂
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