Ohne Geld in Dubai…

Schönen guten Morgen, Heimat! Ich bin gerade vom verspäteten Mittagsschlaf erwacht und schon sitze ich am Balkon und schreibe nieder, was heute so alles geschehen. Noch ein wenig verschlafen und geblendet vom grellen Netbook-Display, aber langsam gewöhnen sich meine Augen dran. Heute haben wir ohnehin nicht viel erlebt.

Gleich in der Früh wollten wir das Auto wieder abgeben und so marschierten wir zum Schreibtisch von Budget Cars. Es war kurz nach 10 und nachdem es die Angestellten hier mit der Pünktlichkeit nicht so genau nehmen, warteten wir ein bisschen. Die letzten Tage öffnete der Schalter immer um 10, doch leider nicht am Freitag. Denn hier ist der Freitag ungefähr so wie bei uns der Samstag. Nur, dass die meisten Geschäfte erst zwischen 14 und 16 Uhr öffnen. So natürlich auch die Autovermietung. Blöderweise sollten wir das Auto aber bis 11:30 zurückgeben, also fragten wir bei der Rezeption nach. Der Chef-Rezeptionist nahm sich unserem Anliegen an und versuchte erfolglos, jemanden von der Firma zu erreichen. Er meinte, wir sollen einfach am Abend nochmals kommen. Am Zimmer rief Andi sicherheitshalber nochmals bei der Service-Line an. Die sagten etwas ganz anderes. Nämlich, dass das Auto bei einem ganz anderen Hotel, dem in den Emirates Towers zurückgegeben werden muss. Vielen Dank, dass wir die Info auch erhalten haben! Leicht angepisst setzten wir uns also ins Auto und fuhren zu besagtem Hotel, was erstaunlicherweise einfach und ohne Verfahren gelang. Genauso wie beim Ausborgen dauerte auch die Rückgabe eine gefühlte Ewigkeit. Während Andi die Formalitäten erledigte, wollte ich noch ein wenig Geld wechseln, da sich unsere Reserven lokalen Bargeldes auf geschätzte 20 Euro beschränkte. Deshalb fragte ich höflich an der Rezeption, ob man denn Geld wechseln kann, was die Dame auch bestätigte. Als sie die Zimmernummer wissen wollte, sagte ich, dass wir eigentlich in einem anderen Hotel wohnten. Ich hätte lieber irgendeine Zahlenkombination probieren sollen, denn Geldwechsel wird nur für Hotelgäste betrieben. Blöde Sache, denn wir mussten mit unserem bisschen Bargeld noch mit dem Taxi zum Jumeirah Beach Park zu kommen, dort den Eintritt, den Schirm und die Liegen bezahlen, etwas zu Essen kaufen und anschließend auch noch nach Hause fahren. Die erste Hürde war leicht geschafft, da der Taxi-Fahrer sich dazu überreden lies, auch Euro zu nehmen. Mit dem Wechselgeld in Dirham stiegen wir zwar nicht sonderlich gut aus, aber immerhin hatten wir dann mehr ausländisches Geld verfügbar. Wir sparten auch an den Liegen und entschieden uns dazu, heute nur einen Schirm zu nehmen. Auch auf das Essen haben wir verzichtet, da sonst wirklich nicht genug Geld übrig gewiesen wäre, um wieder nach Hause zu kommen. Wie ein paar armselige Penner rechneten wir hin und her, wie wir am Besten über die Runden kommen würden.
Nach einigen Stunden am Strand und in der Sonne entschlossen wir uns dazu, direkt vom Strand in die Mall of the Emirates zu fahren, um noch die restlichen Besorgungen zu erledigen und uns mit Wasser für die letzten Tage einzudecken. Dort konnten wir auch endlich Euro in Dirham wechseln, um für die verbleibende Zeit noch genügend Geld zu haben.

Wie man sieht, war der Tag heute nicht sonderlich aufregend, doch wir sind schließlich auf Urlaub und nicht auf der Flucht. Und wer weiß, was heute noch geschieht. Denn heute stürzen wir uns ins Nachtleben Dubais. Heute wirklich!

Und noch ein kleiner Beitrag zu „Wissenswertes über Dubai“:
– Dubai hupt und piept gerne: Egal auf welcher Straße man sich befindet, ständig wird gehupt. Das dient nicht immer nur dafür, einen anderen Autofahrer auf seine Unfähigkeit hinzuweisen, sondern auch, um jemandem zu signalisieren, dass man ihn vor einem selbst einordnen lässt, jemanden zu grüßen und ähnliches. Vielleicht stehen die Einheimischen auch einfach auf tolle Hupen. Also vom Auto meine ich. Piepen tut es in jedem Auto standardmäßig. Und zwar jedes Mal, wenn die Tachonadel in die Nähe der 120-Markierung kommt.

– Dubai ist gesetzlos: Es scheint zumindest so, wenn es um den Verkehr geht. Geschwindigkeitsbegrenzungen sind hier eher so etwas wie Richtlinien, an die sich so gut wie keiner hält. In Kreisverkehren muss man nicht zwingend Blinken, wenn man ihn verlässt, einen Fahrspur-Wechsel muss man ohnehin nicht anzeigen. Auch Zebrastreifen werden konsequent ignoriert. Da kann es schon mal vorkommen, dass man wieder zurück auf den Gehsteig gehen muss, um nicht von einem Auto erfasst zu werden. Das einzige, woran man sich (zumindest meistens) hält, sind Ampeln. Wenigstens was…

Hinterlasse einen Kommentar