Endlich sind wir hier!

Wir sitzen gerade in unserem soeben übernommenen Mietauto und bewegen uns Richtung Fort Lauderdale, unserem ersten Zwischenstopp auf unserem Trip. Die Gesichter werden von Minute zu Minute länger und die Augen kleiner. Inzwischen sind wir seit über 24 Stunden auf den Beinen und das macht sich bemerkbar. Die Stimmung ist zwar ruhig, aber trotzdem positiv. Schließlich haben wir unseren Reisemarathon fast hinter uns gebracht. Nun hoffen wir, dass wir den Weg ins Hotel finden, denn der Flughafen ist voll von Umleitungen und erschwerend kommt hinzu, dass scheinbar das Autoladekabel von unserem Navi beim Transport einen Schaden erlitten hat und keinen Strom bekommt. Hoffentlich reicht der Akku, bis wir unser bereits gebuchtes Hotel erreicht haben.

 

Begonnen hat der Tag zu einer unchristlichen Zeit, nämlich um 4:00. Interessanterweise wurde ich aber genau um 3:59 munter. Ich habe kurz überlegt, ob ich den Wecker lauthals anschreien soll mit den Worten „Naaa, wie fühlt sich das an?“. Eben genau so, wie er mich täglich aufweckt. Schlussendlich habe ich mich aber doch dagegen entschieden. Nach einem kleinen Happen zum Frühstück und der letzten Kontrolle ging es auch schon los, um Michi und Markus abzuholen. Wie natürlich auch bei den letzten beiden Amerika-Reisen (Vulkan-Ausbruch 2010 und der Tod von Osama bin Laden 2011) gab es auch diesmal wieder etwas, was uns ein wenig beunruhigte. Für heute war nämlich ein Generalstreik in Spanien angesagt, was sich natürlich auch auf den Flugverkehr ausgewirkt hat. Dementsprechend unentspannt war auch die Stimmung am Check-In-Schalter der Iberia. Schnell stellte sich heraus, dass vor uns einige Klassen einer argentinischen Schule einchecken sollten. Soweit, so gut. Wäre nicht plötzlich zwei Reihen vor uns eine Rangelei losgegangen. Zuerst dachten wir, dass zwei Schülerinnen eine Meinungsverschiedenheit hätten, doch in Wirklichkeit handelte es sich um eine der Begleiterinnen der Argentinier, die nicht damit einverstanden war, dass zwei Österreicher nach vorne gerufen wurden, was sie mit Stößen und versuchten Schlägen verständlich machte. Auch einer der männlichen Begleiter hat sich eingemischt und angefangen, den Begleiter der Österreicherin rumzuschubsen, bis der Iberia-Mitarbeiter am Schalter endlich ein Machtwort gesprochen hat und meinte, wenn sie sich nicht beruhigen, werden sie halt einfach nicht mitfliegen. Diese Aktion unterstrich unsere Einstellung gegenüber den Spaniern (bzw. Lateinamerikanern), dass sie ein ungutes Volk sind. Temperament hin oder her, man kann es auch übertreiben. Den Check-In hinter uns gebracht war die nächste Hürde der Security-Check. Zum ersten Mal habe ich es geschafft, die Sensoren nicht zum Glühen zu bringen, das Pärchen vor uns hingegen schon. Beim Scan des Handgepäcks des Mannes ist nämlich plötzlich ein Messer aufgetaucht. Nach einer kurzen Überprüfung des „kompetenten“ Bodenpersonals wurde festgestellt, dass es keine Spitze hatte, sondern vorne abgerundet war, was es als „nicht gefährlichen Gegenstand“ deklariert hat. Keine Minute später piepste der Scanner wieder, als das zweite Gepäckstück des Paares durch das Röntgengerät lief. Überraschung, Überraschung, da war doch gleich noch ein Messer drinnen. Die Frau war schon sichtlich genervt und peinlich berührt, da sie anscheinend nichts davon wusste, dass ihr Mann in jedem Gepäckstück ein Messer versteckt hat. Aber wenigstens haben wir wieder etwas dazu gelernt: Egal wie groß ein Messer ist, solange es vorne abgerundet ist, kann man es im Handgepäck mitnehmen. Aaaaajaaaa, macht Sinn! Wie manche von euch vielleicht wissen, bin ich dazu prädestiniert, meine Sachen zu vergessen. Natürlich war es auch dieses Mal beim Sicherheits-Check so. Allerdings nicht die Sonnenbrille wie sonst immer, sondern der Boarding-Pass. Aber naja, ist ja nicht so, als würde man den brauchen. Nach einer kurzen Suche wurde er aber wieder gefunden und wir konnten uns endlich auf den Weg zum Gate machen.

Der Flug nach Madrid verlief ruhig und ohne Turbulenzen. Das einzige, was ich ein wenig seltsam fand ist, dass es Verpflegung ausschließlich zu kaufen gab, also keine gratis Snacks. Nicht einmal Getränke. Oder Erdnüsse. Oder Buntstifte. Gar nichts! Glücklicherweise haben wir uns aber ohnehin im Vorhinein mit diversen Kleinigkeiten versorgt, was uns eine Menge Kohle erspart hat, denn ein halbwegs normaler Snack kostete schnell mal gute 8€. Der erste Weg in Madrid führte uns natürlich hinaus an die frische Luft, da wir ohnehin vier Stunden Aufenthalt hatten. Auch der Hunger machte sich langsam breit, also was war naheliegender, als den Urlaub mit einem kleinen Burger bei McDonalds zu beginnen? Die restliche Zeit totgeschlagen, starteten wir schließlich mit einer Stunde Verspätung in Richtung Miami. Über neun Stunden Flug. Und das in einer Maschine, wo es keine Bildschirme im Vordersitz gab, keine hübschen Stewardessen und auch sonst nichts, was uns die Zeit hätte vertrieben können. Aber wenigstens bekamen wir diesmal etwas zu essen, sofern man das so bezeichnen konnte. Zur Wahl standen Ravioli und Fleischbällchen. Schmeckte beides so, wie es aussah: Wie schon einmal gegessen. Das Unterhaltungsprogramm bestand darin, Jack & Jill auf den Main-Screens bzw. Ronal der Barbar und die Hälfte von Ananas Express am Netbook anzusehen, ein Chamäleon-Mandala auszumalen und ja.. das war es eigentlich.

Nicht gerade viel für neun Stunden eingepfercht in einem Flugzeug. Doch selbst die schlimmste Qual hat ein Mal ein Ende und so bewegten wir uns langsam aber sicher zur Passkontrolle, die uns insgesamt über eine Stunde kostete. Dann war es endlich soweit: Das erste Mal Miami-Luft schnuppern und die erste Zigarette nach einer Ewigkeit verdrücken. Auch die ersten typisch amerikanischen Autos und Riesenärsche, auf denen man ein ganzes Frühstücksbuffet aufbauen kann, ohne dass auch nur ein Stück davon hinunter fällt, ließen nicht lange auf sich warten. Die Uhr zeigte mittlerweile nach 20 Uhr Ortszeit an, was uns schon vermuten ließ, kein Auto mehr zu bekommen, deshalb bewegten wir uns schnellen Fußes zur Zugstation zum Autovermietungsterminal, wo schon die nächste Schlange auf uns wartete. Die Papiere endlich übernommen, marschierten wir artig zur Autoübernahmestelle, wo uns mitgeteilt wurde, dass derzeit kein Auto verfügbar ist, wir aber kurz warten sollten. Ist ja nicht so, als hätten wir heute noch nicht gewartet. Nach einer knappen viertel Stunde wurden wir aufgerufen und uns unser Auto übergeben. Ein Chrysler Town & Country. Yeeeeah! Dasselbe gemütliche Auto wie vor zwei Jahren. Als kleine Entschuldigung für die Wartezeit haben wir ein Mini-Upgrade auf einen Van mit DVD-Player bekommen. Nette Spielerei, aber für uns nicht wirklich von Nutzen, da wir erstens keine Zeit zum Filmschauen haben werden und wir zweitens ohnehin keine DVDs dabei haben.

 

Nun werde ich aber das Netbook weglegen und die ersten Eindrücke von Amerika auf mich wirken lassen. Wir sind wieder da! Was für ein geiles Gefühl!

 

Liebe Grüße nach Wien und in den Rest der Welt!

 

PS: Mehr Bilder gibt es morgen, nachdem wir heute noch nicht wirklich viel von den USA gesehen haben!

3 Antworten zu „Endlich sind wir hier!”.

  1. Ich hätte Dir also DOCH einen Bastelkoffer mitgeben sollen!

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  2. Ich freue mich das ihr ohne größere Probleme gut angekommen seid,wünsche euch noch einen super Aufenthalt,ganz viel Spaß und das eure Abenteuer immer gut ausgehen,und ganz riesig freue ich mich auf die tollen Berichte von euch.Liebe grüße Rita

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  3. Hi Christian, ich bin ein bisschen hinten nach im Lesen Deiner Berichte, nehm mir jetzt gleich den zweiten und dritten vor und lebe wie immer mit Dir mit! Alles Liebe und eine tolle Zeit, Eveline

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