Wir sind tatsächlich in Australien!

Jetzt sind wir also tatsächlich da: In Australien! Irgendwie habe ich es noch nicht ganz realisiert, dass ich mir (und auch Anita) mit den ersten Schritten auf Melbourne’s Boden einen Lebenstraum erfüllt habe. Doch gehen wir zurück zum Anfang der Reise!

Begonnen hat der Freitag eigentlich wie jeder andere auch. Aufstehen, Zähne putzen, duschen und ab in die Arbeit. Aber irgendwie war da doch irgendwas anders. Nämlich das Gefühl im Hinterkopf, noch am selben Tag in ein vermutlich unvergessliches Abenteuer aufzubrechen. 

Nach einem finalen Check des Reisegepäcks gab’s noch ein letztes Abendessen bei meiner Schwester, Markus und Leo, bevor sie uns zum Flughafen brachte. Wir haben festgestellt, dass sich Michi und ich noch nie solange nicht gesehen haben, aber FaceTime und WhatsApp sollten die Kommunikation aufrecht erhalten.

Die Gepäckaufgabe erfolgte gewohnt unproblematisch, doch der Weg zum Gate stellte uns vor eine schier unlösbare Aufgabe: Lesen! Wir wunderten uns, warum der Boarding Pass auch nach dem dritten Versuch und probierten Richtung die Türchen nicht öffneten. Bis uns der Flughafen-Sicherheitsmann mit einem freundlichen „Es sad’s do foisch! Es gheat’s Gate C“ den Grund für die rot blinkenden Lamperl und den Warnton nannte. Ist ja nicht so, dass alles angeschrieben wäre, aber lesen sollte man halt können. Dass wir dann auch noch über die Business Class das Boarding beschleunigen wollten (eh klar, wieder nicht gelesen..), nahmen wir uns vor uns in Zukunft zu bemühen.

Mit einer knappen Stunde Verspätung startete die Emirates Boeing 777 in Richtung Dubai. Der Flug verlief ruhig und problemlos. Das Essen bestand aus geschätzten 6 Einzelgängen, die sogar ziemlich lecker waren. In Dubai angekommen hatten wir ca. 3,5 Stunden zur Verfügung, die wir dafür nutzten, sich die Beine zu vertreten und sich ein wenig am Flughafen umzusehen. War zwar langweilig, aber immer noch besser als nur rumsitzen. Denn davon erwartete uns noch genug. 

Dann war es endlich soweit. Ich freute mich wie ein kleines Kind, denn zum ersten Mal flogen wir mit einem Airbus A380, dem derzeit größten Passagierflugzeug der Welt. Verdammt beeindruckend und ein Wunder, dass so ein riesiges Teil überhaupt fliegen kann! Diesmal starteten wir mit über einer Stunde Verspätung. Wir haben schon bei der Buchung die letzte Reihe reserviert, was sich als perfekt herausstellte. Man kann die Sitze komplett zurücklehnen, ohne dass sich wer beschwert und es befinden sich zwar drei Sitze in der Reihe, einer ist allerdings für die Crew reserviert, somit konnten wir uns ausbreiten.

Zu loben ist bei Emirates neben dem super Catering (kein grindiges Niki-Sandwich) und Freundlichkeit der Stewardessen auch das On-Board-Entertainment mit vielen Podcasts und Alben, Serien und supervielen, auch neuen, Filmen. Ich entschied mich für Fury (neuer Kriegsfilm mit Brad Pitt und Shia LaBoeuf – zach), Kill the Boss 2 (superoasch), Annabelle (endlich mal wieder ein Horrorfilm mit Gänsehaut!) und Guardians of the Galaxy (fand ich ganz gut). Außerdem musste ich feststellen wie geil das aktuelle Album von Klangkarussell ist – absolut empfehlenswert! Aber das beste am ganzen Flug für einen Süchtler wie mich: es gibt WiFi! 10MB gratis und für 500MB muss man 1$ berappen, also ein Geschenk! Es ist zwar nicht die schnellste Connection, aber um mal schnell die uninteressantesten Diskussionen auf Facebook zu checken oder sich wichtige Videos wie „Boobs ’n‘ Beer – Diese Compilation ist Medizin gegen einfach alles“ reinzuziehen reicht es allemal.

Auch beim Flug von Dubai nach Melbourne gab es ausreichend zu essen. Gegrillte Pute mit pochierten Spinat, Bratkartoffel und Babykarotten, Salat mit Thunfisch (üähh), Cracker, Brotsticks mit Salsa-Dip, Haselnusskuchen auf Fruchtspiegelmit Schlagobers und zum Abschluss noch ein kleines Stück Schokolade.

Das größte Problem an so langen Flügen ist der völlige Verlust des Zeitgefühls. War die Nacht beim Flug nach Dubai nach 4 Stunden schon zu Ende, herrschte beim zweiten Flug geschätzte 100 Stunden Dunkelheit. Mit Nackenhörnchen, Kopfhörern und umgeklappten sitzen war sogar das schlafen fast schon bequem. Trotzdem ist man bei insgesamt 23 Stunden Reisezeit (19 Stunden reine Flugzeit) froh, wenn man mal aufstehen und sich ein wenig bewegen kann. Das Gute an Emirates-Flügen ist, dass sie die Tageszeiten mittels Beleuchtung im Inneren simulieren. Also illuminierter Sternenhimmel in der Nacht, orange-rosa Licht zur Morgendämmerung usw.

Doch alles hat mal ein Ende und somit landeten wir mit 30 Minuten Verzögerung endlich in Melbourne. Da wir stilvoll in Jogginghosen und Turnschuhen reisten (kann ich nur empfehlen) ging Anita auf die erstbeste Toilette um sich umzuziehen, während ich draußen mit Sack und Pack wartete. Und wer fährt da mit seinem Bodyguard und zwei hübschen Damen auf einem Golfcaddy vorbei? Lewis Hamilton! Kaum 15 Minuten in Australien und schon der erste Promi! Grund dafür ist der am Wochenende stattfindende Saisonstart der Formel 1.

Bei der Pass-, Einfuhr- und Ebola-Kontrolle (so auf die Art „Haben Sie Ebola? Nein? Gut, sie dürfen rein!“) verloren wir eine gute Stunde, da ungefähr vier Milliarden Asiaten dasselbe Ziel hatten. Wir fragten uns, ob in Singapur bzw. ganz Asien überhaupt noch Leute waren. 

Mit dem SkyBus kommt man relativ günstig und schnell ins Stadtzentrum, gleich in die Nähe unseres Hotels. Unser Zimmer war leider noch nicht fertig (es war auch erst 10 Uhr), doch die überaus nette Dame an der Rezeption bot uns an, dass wir uns inzwischen im Spa-Bereich frisch machen könnten. Somit konnten wir endlich mal ordentlich den Pelz von den Zähnen kratzen und den Grind aus dem Gesicht schrubben. 

Da wir ohnehin nichts besseres zu tun hatten wagten wir einen kleinen Spaziergang zum Eureka Tower, dem höchsten Gebäude in Melbourne. Die Tickets dafür kauften wir schon in Wien, also kramte ich im Rucksack danach als ich merkte, dass ich zur Ankunft ein kleines Geschenk erhalten hatte. Ein Vogel hat mir nämlich auf die Weste geschissen! Wenn ich dich erwische..! Die Aussicht oben war jedenfalls Weltklasse, da sich inzwischen auch die meisten Wolken verzogen haben und eine kilometerweite Sicht zuließen.





Wir dachten bis zu diesem Zeitpunkt, dass Melbourne ein kleines, verschlafenes Metropölchen wäre, da auf der Straße kaum Menschen unterwegs waren. Doch das hatte einen Grund, denn rund um den Yarra-River, der sich durch ganz Melbourne zieht, findet neben dem „Food & Wine Festival“ auch noch das „Moomba Festival“ statt, das größte seiner Art in Australien. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Donauinselfest, Prater und Red Bull Flugtag. Ein Teil davon ist nämlich die „Birdman Rallye“, bei der die Kandidaten versuchen, in kreativen Kostümen möglichst weit in den Fluss zu springen. Dorthin strömten die Leute natürlich in Massen.

Wir entschieden uns nach einer kleinen Runde über das Gelände für die etwas ruhigere Variante und so spazierten wir über den Royal Botanic Garden zum Shrine of Remembrance, einem riesigen Kriegerdenkmal mit der davor ewig brennenden Flamme. 



Am Weg dort hin fielen mir die vielen unterschiedlichen und schönen Bäume auf. Bei uns ist das eher so „Baum – Baum – schircher Baum – Baum – superschircher Baum“, doch hier sind manche sogar ein Foto wert! Auf einer Parkbank in der Sonne (es hatte mittlerweile gut 30 Grad) planten wir den Nachmittag, der fast schon zu unserer Enttäuschung gerade erst angefangen hatte. 



Die Müdigkeit wurde immer größer und größer, doch trotzdem wanderten wir die knappen drei Kilometer zum Old Melbourne Gaol, einem ehemaligen Gefängnis und heutigen Museum. Natürlich würden wir bei der Führung alle verhaftet und in eine Zelle gesteckt.



Am Heimweg machten wir noch einen Abstecher nach Chinatown, bevor es endlich ins Hotel ging, wo es erst mal eine feine Dusche gab. Man lernt die Dinge erst zu schätzen, wenn man sie nicht hat!

Jetzt liegen wir beide im Bett und versuchen uns irgendwie munter zu halten, doch das wird nicht mehr lange gelingen. Es ist zwar erst ca 19 Uhr und draußen herrscht noch strahlender Sonnenschein, doch wir sind seit mittlerweile ungefähr 50 Stunden ohne richtigen bzw. länger als einstündigen Schlaf auf den Beinen. Das sollte hoffentlich auch etwaige Rechtschreibfehler oder sonstige Unklarheiten erklären bzw. entschuldigen.



(Aussicht vom Hotel)

Morgen gibts dann ein bisschen mehr zu Land und Leuten, aber das pack ich heute nicht mehr. 

Wir wünschen euch was! Anita und Chr….*zzZzZzz*

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