Schönen guten Morgen und einen wunderbaren Samstag euch allen!
Tropf. Brrrrrr. Rtrtrtrt. Tropf. Brrrrrrr. Rtrtrtrtrt. Tropf. Brrrrrrr. Das in etwa ist die Geräuschkulisse, die ich gerade höre. Das tropfen kommt aus dem Badezimmer, wo wir vorhin gerade unser Gewand gewaschen und zum trocknen aufgehängt haben. Das Brrrrr kommt von der Klimaanlage, ohne der es im Zimmer zu heiß wäre. Und das Rtrtrtrt? Das ist Anita beim Zähneputzen.
So, nun aber zu den wichtigen Dingen, die heute passiert sind.
Die Nacht war erstaunlicherweise ruhig und angenehm. Ugly Stan ließ sich nicht mehr blicken oder zumindest nicht bis wir schliefen. Ob er nachts an unserer Unterwäsche geschnüffelt hat oder Anitas BHs anprobiert hat wissen wir nicht. Ich denke jedenfalls, dass er so ein Perverser ist! Der Blick aus dem Fenster (und auf das Baugerüst direkt davor) stimmte mich fröhlich. Die Sonne schien, die Kakadus schrien, die Autos rumsten, die Nachbarn… waren auch schon munter.
Als einzigen Ort in Australien befanden wir eine Tour mit den bekannten Hop on Hop off-Bussen in Sydney für die beste Möglichkeit, die Stadt im Schnelldurchlauf kennenzulernen bzw. um sich besser orientieren zu können. Darum starteten wir den Tag mit der ersten der beiden Touren. Eine Station befindet sich unweit von unserem Hotel entfernt. Am Weg dort hin zeigte sich Sydney gleich von einer viel freundlicheren Seite.
Die Tour führte uns bei allen möglichen Sehenswürdigkeiten vorbei und erzählte uns jeweils die wichtigsten Facts. Beim Australian Museum wechselten wir den Bus, um nach Bondi und zum gleichnamigen Strand zu gelangen. Wir beschlossen, dort morgen einen Zwischenstopp einzulegen, da unser Ticket ohnehin 48 Stunden gültig ist.
Beim Hauptbahnhof stiegen wir schließlich aus und beschlossen die Stadt auf eigenem Fuß zu erkunden, also wanderten wir die George Street entlang zum Sydney Tower Eye, dem höchsten Aussichtspunkt in Sydney. Bevor man die Aufzüge betrat, bekam man noch einen kurzen 4D-Film zu sehen. Mit unserem Glück waren bei unserer Gruppe von ungefähr 40 Leuten 35 Chinesen. Obwohl ewig viel Platz war mussten sie sich auf engstem Raum zusammendrängen wie die Schafe einer verängstigten Herde. Im Aufzug waren Anita und ich auch wieder die einzigen, die nicht wie aufgezogen wild durcheinander redeten, und das in einer Lautstärke nahe am Tinnitus. Ich würde dieses Leiden dann Chinnitus nennen. Man merkt vielleicht langsam: Ich mag das chinesische/asiatische Volk nicht. Eine gesunde Portion Rassismus gehört dazu!
Oben endlich angekommen bot sich uns natürlich ein atemberaubender Ausblick.
Auch seltsame Eissorten gab es auf dem Turm. „Hey, let’s have a Golden Gaytime!“ Hat vermutlich noch nie jemand gesagt.
Wieder am Boden der Tatsachen angekommen schlenderten wir die George Street weiter zum wochenendlichen Markt im Stadtteil The Rocks, wo die ältesten Gebäude Sydneys stehen. Angefangen von Design-Hängeleuchten, über selbstgemachte Bonbons, bis hin zu (bei uns vermutlich verbotenen) Dekorationen gab es alles, sogar ein Hofbräuhaus. Australier in Lederhose und Dirndl sehen irgendwie seltsam aus.
Bei uns machte sich langsam der Hunger bemerkbar, denn es war mittlerweile bereits 17 Uhr und wir hatten aus einem Muffin noch nichts sinnvolles gegessen. Täten wir auch weiterhin nicht, denn uns lachte ein Maiskolben an.
Gemütlich spazierten wir zum Circular Quay, wo sämtliche Fähren anlegen. Eigentlich dachte ich, dass das eben so kleine Boote sind, die wie ein Wassertaxi hin und her fahren. Weit gefehlt. Die Fähren fassen ungefähr 900 Passagiere und entsprechend groß war der Andrang.
Die Fähren bieten einen perfekten Blick auf die Harbour Bridge und die weltberühmte Oper. Das macht die ansässigen Hafentour-Anbieter eigentlich völlig überflüssig, denn die Fähren kann man mit dem normalen Öffi-Ticket benutzen.
Nach 30-minütiger, teils sehr turbulenter Fahrt kamen wir in Manly an, einem Teil von Sydney, der gegenüber der Bucht liegt. Mittlerweile war ich auch fertig damit, mir die letzten Maisstücke aus den Zähnen zu pulen.
Am Weg zum Strand gönnten wir uns ein kleines Eis. Jeweils zwei Kugeln in einem Becher. 14$. Dankeschön! Wenigstens schmeckte es. Einziges Problem: Schokoeis + Weißes Shirt + Chris = Anpatzen! Ich ging den restlichen Weg mit verschränkten Armen, um den dezenten Fleck zu überdecken. So spazierten wir also zum Strand und wieder zurück und ein Stück die Promenade entlang.
In Manly trifft man sich auch mit Freunden im Park, um sich zu betrinken. Aber nicht mit Dosenbier und Alkopops von der Tanke. Hier trinkt man schon mal ein Fläschchen Champagner auf der Wiese sitzend.
Da es auf der Fähre und im Schatten langsam kühl wurde – es war ja auch schon nach 19 Uhr – kaufte Anita noch einen kuscheligen Pullover, der sie für die Heimfahrt überlebensfähig machte.
Nachdem die Fähre von Manly abgelegt und sich dem Circular Quay näherte, wurden die Leute an Bord nahezu in Panik versetzt. Nicht weil das Schiff zu sinken begann oder Feuer ausbrach, nein, viel schlimmer! Ein schönes Fotomotiv war zu sehen! Sie strömten nach vorne, um die geile Kulisse von Opera House, Harbour Bridge und Skyline im Sonnenuntergang zu fotografieren. Natürlich durften auch wir mittendrin nicht fehlen!
Über uns zogen riesige Flughunde mit einer geschätzten Spannweite von einem Meter ihre nächtlichen Runden, als wir schließlich von Bord und in richtig botanischer Garten gingen. Eigentlich wollten wir durch eben diesen zu unserem Hotel zurück gehen, doch wir mussten feststellen, dass der Park in der Nacht gesperrt wird. Somit schlenderten wir gemütlich daran vorbei und machten noch einen kurzen Abstecher zu einem kleinen Open Air, das eigentlich ziemlich nett war, aber scheinbar, an der Besucherzahl gemessen, niemanden interessierte.
Morgen erwarten uns neben dem Coastal Walk vom Bondi Beach noch eine Runde durch Darling Harbour. Und das, worauf wir je nachdem sonst noch Lust haben…
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