Schönen guten Morgen Europa!
Zur Abwechslung ist heute in unserem Zwergenzimmer überraschend viel Platz und man muss nicht alle paar Zentimeter über ein am Boden liegendes Teil drüber steigen. Die Koffer sind nämlich schon wieder gepackt, denn wir haben unseren letzten Tag in Sydney hinter uns.
Eigentlich wollten wir gemütlich um 8 aufstehen, doch die Bauarbeiter, die das Haus direkt neben dem Hotel renovieren haben uns mit ihren Baumaschinen schon früher geweckt. Somit starteten wir unseren Tag ein wenig früher und machten uns auf den Weg zum botanischen Garten. Beim dritten Anlauf hat es nun endlich geklappt! Ziemlich cool, was einem dort für freien Eintritt geboten wird. Angefangen von riesigen Bambus-Bäumen, über Bananenpflanzen bis hin zu verschiedenen exotischen Gewächsen war alles dabei. Und zwischendurch immer wieder riesige Netze mit Spinnen drinnen, die einen Durchmesser von bis zu 15cm hatten und aussahen, als wären sie gerade aus Jumanji gekrochen.
Zum Frühstück wollten wir uns heute wieder einmal ein wenig mehr Zeit nehmen und so holten wir uns im Café innerhalb des Royal Botanical Garden Pancakes und Croque Madame, ein Toast mit Schinken, Käse und Spiegelei. Die verschiedenen Vogelarten haben ihre Scheu vor Menschen schon lange hinter den Fressinstinkt gestellt und somit schrecken sie auch nicht davor zurück, bis direkt zum Tisch zu kommen, um nach Futter zu suchen. Die Vögel mit den langen Schnäbeln rennen übrigens in der ganzen Stadt herum, egal ob in einem Park, beim Wasser oder einfach auf der Straße. Doch auch ein ganzes Popscherl voll Kakadus fühlt sich in der floristischen Vielfalt sichtlich wohl. Wenn die ganze Gruppe der frechen Vögel, die auch nicht davor zurückschrecken andere Besucher mal in die Zehen zu beißen, aber anfängt zu schreien, ist es besser weit weg zu sein.

Unweit vom botanischen Garten befindet sich auch das Wahrzeichen, an das wohl jeder als erstes denkt, wenn man über Sydney spricht: Das Opernhaus. Wir gingen hinein und überlegten, ob wir eine Tour um 37$ pro Person machen sollten oder nicht. Wir interessieren uns beide weder für Theater, noch für Opern, also wäre die Tour sicher langweilig gewesen für uns. Doch wir sagten uns „Wie oft simma denn schon da? Mach mas halt!“
Und es war eine gute Entscheidung, denn wir waren beide begeistert davon. Eigentlich hatten wir Tickets für die englische Tour gekauft, doch zufällig startete gleichzeitig auch eine auf Deutsch. Es war weniger wegen der Sprache, doch die deutsche Gruppe war weit kleiner als die englische, was die ganze Tour einfacher machte. Wir besichtigten also die unterschiedlichen Theater und Säle (insgesamt gibt es sechs Stück, der größte fasst über 2500 Personen) und konnten glücklicherweise sogar dem Orchester bei einer Probe zuhören. Ziemlich imposant! Leider darf man in den Sälen nicht fotografieren, sonst könnte ich euch jetzt zeigen, wie cool die einzelnen Räume von innen aussehen. Sollte ich nochmals nach Sydney kommen (was ich sehr hoffe), ist eine Aufführung Pflicht! Egal was, aber alleine wegen der Akustik. Und dass man sagen kann, man war dort in einem Konzert oder einer Oper. Beeindruckt sicher auch die Mädels total, wenn man sagt „Ich war letzte Woche in der Oper in Sydney und hab mir Tosca angeschaut“ und das junge Mädel gegenüber antwortet darauf „Leiwand, i war im Prater Dome!“
Hier noch ein paar überaus wichtige Facts:
– Insgesamt werden pro Jahr ungefähr 2000 Veranstaltungen durchgeführt.
– Die Fliesen, die die Außenhülle bilden sind selbstreinigend und kommen aus Schweden.
– Die ursprüngliche Bauzeit waren drei Jahre und es wurden sieben Millionen Dollar budgetieret. Daraus geworden sind über fünfzehn Jahre Bauzeit und 110 Millionen Dollar.
– Aus diesem Grund wurde der dänische Architekt Jørn Utzon von einer neu gewählten Regierung auch abgesetzt bevor das Gebäude fertig war und war darüber so angepisst, dass er nie wieder nach Australien kam und sein eigenes Werk somit nie im fertigen Zustand zu Gesicht bekommen hat.
– Wir mögen keine Chinesen.

Vom Opernhaus bietet es sich an, gleich einen Spaziergang über die Harbour Bridge, das zweite Wahrzeichen Sydneys zu machen. Sie ist knapp 1150 Meter lang und knapp 50 Meter breit und hat den eher weniger charmanten Spitznamen „Der Kleiderbügel“. Von der Brücke, die die Nord- und Südseite Sydneys über den Hafen verbindet, hat man einen besonders guten Blick auf das Opernhaus.
Auf der anderen Seite der vielbefahrenen Verbindung ist unter anderem auch der Luna Park, ein kleiner Vergnügungspark, der allerdings wegen der Nebensaison heute geschlossen war. Also marschierten wir ein Stück weiter zur nächsten Haltestelle der Fähre nach Darling Harbour, um auch nochmal das Öffi-Ticket ein wenig auszunutzen. Die Fähre ist ein wirklich super Mittel, um bequem und schnell von A nach B zu kommen.
Über die Stadt, die einzelnen anderen Parks (The Domain und Hyde Park) und einer kurzen Besichtigung in der St. Mary’s Cathedral spazierten wir also gemütlich wieder zum botanischen Garten zurück, da er uns so gut gefallen hat. Wir suchten uns ein lauschiges Plätzchen für eine kurze Rast. Natürlich durfte der Blick auf die Oper und den Kleiderbügel nicht fehlen.
In einem der zahlreichen Shops fragten wir die Verkäuferin, wo denn die Einheimischen am liebsten Meat Pie, eine ihrer Nationalspeisen, essen. Sie erklärte uns den Weg zu Harry’s Café de Wheels, der angeblich die besten Meat Pies der Stadt hat. Dank CityMaps2Go (Kaufen Sie es jetzt!) haben wir es schnell gefunden und waren ein wenig überrascht, da wir mit einem Lokal gerechnet hatten. In Wirklichkeit war es aber nur vergleichbar mit einem originalen Wiener Wiaschtlinger. Aber das machte nichts, denn schließlich war Pink’s Hot Dog-Stand in Los Angeles auch nicht mehr und das Essen schmeckte Weltklasse! Somit entschieden wir uns für die Sorten Beef, Chicken und Bacon & Cheese.

Sehen lecker aus, oder? Dabei bleibts dann aber leider auch! Wenn das wirklich die besten Meat Pies hier waren, werden wir wohl in nächster Zeit doch lieber wieder zu was anderem greifen. Wir werden wohl eher keine Fans davon. Dafür haben wir schon andere australische Speisen und Süßigkeiten lieben gelernt.
Wieder im Hotel angekommen machten wir uns kurz frisch, da wir uns vorgenommen haben, den letzten Tag gemütlich bei einem Drink in einem der vielen Bars und Restaurants in unserem
Viertel ausklingen zu lassen. Fündig wurden wir relativ schnell in einem (eigentlich Fisch-)Restaurant direkt gegenüber von unserem Hotel. Die Cocktailkarte war zwar nicht sonderlich umfangreich, aber zumindest hat das die Entscheidung erleichtert und somit gabs für Anita eine Margarita – jetzt heißt sie quasi Marganita! – und für mich einen.. Öhm.. Hab’s vergessen. Es war jedenfalls Alkohol drin, das war die Hauptsache. Die Gläser waren zwar sehr ladylike, aber wichtiger war ohnehin, dass sie schmeckten.

Nun haben wir uns noch schnell mit schokoladefreien Müsliriegel eingedeckt, denn übermorgen geht es für drei Tage ab ins Outback. Morgen früh fliegen wir weiter nach Alice Springs, wo die Tour starten wird. Ihr werdet natürlich auch aus dem Landesinneren mit Informationen versorgt, sofern wir nicht schmelzen. Denn der Wetterbericht sagt folgendes:
Mittwoch: 42 Grad
Donnerstag: 42 Grad
Freitag: 38 Grad
Samstag: 36 Grad
Sonntag: 42 Grad
Tüdelü und hoffentlich bis bald!







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