Ein Tag im Universeum

Der heutige Tag startete ein wenig früher als gestern, nämlich gegen halb 8. Nicht etwa, weil wir so ein dicht gedrängtes Programm hatten, sondern eher, weil die Kids meinten, wir hätten genug geschlafen. Vom umfangreichen Frühstück bestens gestärkt, nutzten wir die Nähe zum Hauptbahnhof, fragten mal schnell nach der richtigen Straßenbahn-Linie und fuhren die drei Stationen bis Korsvägen. Wir beschlossen, den heutigen Tag ein wenig zu entschleunigen, weshalb wir nicht gleich mit einem zwei Kilometer Marsch starten wollten. 

Unser heutiges Ziel: Das Universeum mit der Kuppel „Wisdome“ und dem Riesenrad von Liseberg, unserem Ziel am Freitag.

Keine 15 Minuten später erreichten wir auch schon unser heutiges Ziel: Das Universeum, das als eines der Highlights mit Kindern in Göteborg gilt. Die Kombi-Tickets kosteten knapp 120€ und inkludierten nicht nur den Zutritt zu allen sieben Ebenen und Ausstellungen, sondern auch zum Wisdome, einer riesigen Kuppel, die als Projektionsfläche dient.

Bis zur gebuchten Filmvorstellung um 11:30 Uhr hatten wir noch ein wenig Zeit, also spielten die Kids an den Terminals herum, an denen man mittels künstlicher Intelligenz anhand von ausgewählten Stichworten Dino-Kunst erstellen konnte. 

Julia auf der Flucht vor dem Dino…
…dem sie geradewegs entgegen gelaufen ist.

Man merkte schnell, dass es im oberen Teil des Universeums zwei Schwerpunkte gab: Dinosaurier und Weltall. Da sich die Kids im Vorfeld für den Film übers Weltall entschieden hatten, schnappten wir uns die 3D Brillen und nahmen in der Mitte des Wisdomes Platz. Für die Zwerge war der Film nicht ganz so spannend, ich hingegen fand ihn wirklich sehr gelungen. Das Weltall auf so einer riesigen Projektionsfläche zu bestaunen war schon sehr beeindruckend. Wenn man sich dann vorstellt, wie geil das erst in The Sphere in Las Vegas aussehen muss.. Wahnsinn! 

Double-Styler!

Nach etwa der Hälfte der Zeit, wollte Julia, dass wir auf den Dino Film umschalten. Die Begeisterung hielt sich in Grenzen, als ich ihr versuchte zu erklären, dass das wohl nicht funktionieren würde. 

Fürs Mittagessen kehrten wir im museumseigenen Restaurant ein und konnten endlich die – dank Ikea weltberühmte – Nationalspeise Köttbullar, also Fleischbällchen mit Püree, Brauner Sauce, Preiselbeeren und Erbsen kosten. 

Mit vollgefüllten Energiereserven widmeten wir uns wieder den einzelnen Ausstellungsbereichen, beginnend beim eisigen Ozeaneum, über wärmer werdende Unterwasserwelten, bis zum tropisch warmen und sehr beeindruckenden Regenwaldbereich, der sich über insgesamt vier Stockwerke ausbreitete. Hier gab es überall was zu entdecken. Da ein kleiner Geheimgang, dort eine Nische mit versteckten Gegenständen und so weiter. Mein persönliches Highlight war der Tukan, der nur knapp anderthalb Meter über uns vom Geschehen und dem Trubel völlig unbeeindruckt seine Federn reinigte. 

Blue Snake goes bsbsbsbbsbssbsss
Über Hängebrücken rüber, durch schmale Baumstämme hinunter, über die Stufen wieder hinauf.. das alles bei tropischen Temperaturen und einer 100%igeln Luftfeuchtigkeit.
Oh, hallo, du schönes Ding!

Insgesamt gab es super viele interaktive Stationen, wie etwa im Reptilarium, wo man testen konnte, wer schneller wäre: Eine Königskobra oder man selbst. Das Ergebnis war relativ eindeutig. Wir wären allesamt von der Schlange gebissen worden, wäre es ein reales Duell gewesen.

Auch die Spielräume waren vollgepackt mit spannenden Dingen zum Ausprobieren und Auspowern. Emilia versuchte sich beispielsweise als nasses Wäschestück und hing einfach so rum, während Julia als Karotte durch den menschlichen Verdauungstrakt navigierte. 

Immerhin über eine Minute geschafft! Ich habe es aus Angst vor der Blamage gleich ganz sein lassen.
Durch Hin- und Herwippen konnte man sich selbst von einer Karotte in eine Kackwurst verwandeln. Ob es pädagogisch wertvoll ist, kann ich nicht beurteilen. Den kindlichen Fäkalhumor hat es jedenfalls getroffen.
Das Kinderspielland mit unterschiedlichsten Bereichen, von der Obstplantage, über die Seefahrt, bis hin zum Märchenwald.
Bloggen direkt aus dem LSD-Wald

Nach über fünf Stunden verließen wir das wirklich sehr empfehlenswerte Universeum, natürlich standesgemäß durch den Gift Shop. Dort gab es allerhand „Leg das zurück“s und „Nein, das kaufen wir nicht“s. Mittendrin war unter anderem ein Stoffuterus zum Kuscheln zu finden. Hätte eigentlich gut zu dem aufblasbaren Penis von gestern gepasst. 

Wir traten den Heimweg zu Fuß an, da das Wetter optimal war und wir ohnehin noch nicht viel Frischluft abbekommen hatten. Wir spazierten vorbei am Scandinavium, einem Mehrzweckstadion, das unter anderem den Göteborger Eishockeyverein Frölunda HC beheimatet, vielen schönen Parks und netten Häusern. Die Stimmung war nach wie vor gut, was uns natürlich freute. Offensichtlich hatten wir heute das optimale Programm gefunden. 

Ich vermisse meine Kaffeemaschine zu Hause!

Unterwegs kehrten wir kurz beim Espresso House ein, um meine Kaffeesucht zu stillen und da fielen uns weiter Besonderheiten der Stadt auf:

  • In Schweden wird offensichtlich nicht viel Wert auf guten Kaffee gelegt. 
  • Genauso wenig auf zuvorkommenden Service, was uns bereits in den Tagen zuvor in diversen Geschäften und Restaurants auffiel. 
  • Und man muss sich auch nicht zwingend grüßen oder überhaupt was sagen, wenn man ein Geschäft betritt oder verlässt. 

Abendessen wollten wir heute am Zimmer, also marschierten wir am Hotel vorbei ins Shopping Center Nordstan und deckten uns im Supermarkt mit Weckerl, Mozzarella und Schinken ein. Zurück in unserer Unterkunft nutzten wir die gemeinsame Zeit für ein paar Spiele, zum Lesen und ein kleines bisschen Arbeit. Zwischendurch lernte Emilia noch die Eiswürfelmaschine am Gang kennen. Für sie ist das etwas absolut Luxusartiges, wie sie extra betont hat. Wenn’s bloß immer so einfach wäre, ein wenig Luxusluft zu schnuppern. 

Alles in allem war der heutige Tag – bis auf kleine Revierkämpfe der Mädels auf der Schlafcouch vor dem Einschlafen – sehr harmonisch und stressfrei. Mal sehen wie es morgen wird, wenn es uns in den südlichen Schärengarten, genauer gesagt auf die Insel Styrsö treibt. 

Bis dahin: God kväll och god natt!

Eine Antwort zu „Ein Tag im Universeum”.

  1. Freut mich, dass ihr so einen schönen und erlebnisreichen Tag hattet!

    Kuscheluterus 👌

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