Puh, heute fällt es schwer, sich abends noch an das zu erinnern, was am Vormittag alles passiert ist. Ich starte einfach mit demselben Thema wie jeden Tag: dem ausgezeichneten Frühstück. Neben uns saßen übrigens die Tontechniker der Smashing Pumpkins. Zumindest sahen sie so aus.
Unser eigentliches Ziel für heute war ja der Vergnügungspark Liseberg, der aber erst um 15 Uhr seine Tore öffnen sollte. Das brachte uns zum überlegen, ob sich das überhaupt auszahlen würde. Somit starteten wir äußerst gemütlich in den Tag und beschlossen, den Vormittag im Naturhistorischen Museum zu verbringen.


„Ich glaube an dich, Willy! Du schaffst das! Du könntest frei sein!“
Wir starteten bei den gefühlt 4.000 Vögel, die auf mehrere Räume verteilt waren. Julia fragte immer wieder „Mama, ist der echt?“, da sie die Methode der Tierpräparation noch nicht ganz verstanden hat. Von der kleinen Spitzmaus, über Kängurus („Mama, und die?“) bis hin zum Elefanten war alles dabei, was Rang und Namen hat. „Papa, der ist aber nicht echt, oder?“




Wir verbrachten gute zwei Stunden in dem Museum, für das wir gerade mal 140 schwedische Kronen, also ungefähr 12,50 Euro bezahlt haben. Für alle vier!
Heute haben wir nämlich festgestellt:
- Zahlreiche Museen sind für Kinder kostenlos zu besuchen. Das heutige war überhaupt für alle unter 20 gratis.
- Es gibt fast ausschließlich Unisex-Toiletten, was die normalerweise ungleich aufgeteilten Warteschlangen fair regelt. Sofern es überhaupt Warteschlangen gibt, denn es ist derzeit nicht sonderlich viel los in der Stadt.
Apropos nicht sonderlich viel los. Wie wird es wohl in Skandinaviens größtem Freizeitpark aussehen? Unser nächster Weg führte uns mit der Straßenbahn nämlich nun doch zu (oder nach? Auf den? Oder in? Keine Ahnung..) Liseberg.

Vorab kauften wir für nicht gerade billige 185€ die Tickets und schon waren wir drin im Vergnügen. Der erste Eindruck war schon mal sehr positiv. Es waren zwar super viele Leute, doch es verteilte sich gut auf der riesigen Fläche von 20 Hektar. Wir starteten im Kinderbereich, der bereits eine Vielzahl an unterschiedlichen Attraktionen bot.
Unsere Adrenalintanks waren noch nicht wirklich gefüllt, also marschierten wir zu Lisebergbanan, einer 80km/h schnellen Achterbahn, deren Streckenverlauf an den natürlichen, knapp 40 Meter hohen Berg angepasst wurde. Eröffnet wurde sie genau eine Woche nach Anitas Geburtstag. Die Bahn gibt es also bereits seit 29 Jahren. Oder so. Da sich Julia mittlerweile ebenfalls zu einer Achterbahn-Fanatikerin entwickelt hat, wollte sie gleich nochmal fahren. Für die erste Fahrt nutzten wir das kostenlose Virtual Queue System, das bei einigen Attraktionen angeboten wird. Man kann sich in der App quasi einen virtuellen Platz in der Schlange buchen, bekommt einen Zeitslot angegeben, zu dem man dann wieder bei der Attraktion sein muss und kann sich währenddessen anderweitig beschäftigen. Da die aktuelle Wartezeit aber ohnehin nur bei fünf Minuten lag, nahmen wir diesmal einfach den normalen Eingang und warteten darauf, die knapp anderthalb Kilometer lange Strecke mit Hochgeschwindigkeit zurückzulegen.
Hier das Video zur Fahrt:
Um den Adrenalinspiegel wieder ein wenig zu senken, entschieden wir uns für die Wasserbahn, in der man in einem ausgehöhlten Baumstamm gemütlich durchs Wasser tuckert. Normalerweise. Nicht so in Liseberg! Denn hier geben die Boote richtig Gas und stürzen im Grande Finale einen 14 Meter hohen Wasserfall hinunter. Nass waren nun ohnehin schon, also fuhren wir auch hier eine zweite Runde, bevor sich die Kids am Reservegewandsackerl bedienten und in trockene Kleidung wechselten.
Nach ein paar weiteren Attraktionen war es für Emilia und mich an der Zeit, dem Abgrund ins Auge zu sehen: Valkyria! Es handelt sich hierbei um einen sogenannten Dive Coaster, der einen senkrechten First Drop hat und für den besonderen Nervenkitzel die Adrenalinjunkies am höchsten Punkt kurz vor der Abfahrt für ein paar Sekunden hängen lasst, bevor man in einen Tunnel voll Wassernebel rast. Diese besondere Achterbahn ist nach der nordischen Mythologie thematisiert, über 100km/h schnell und besitzt drei Inversionen. Emilia, die alte Wildsau, wollte auch hier gleich eine zweite Runde fahren. Ich natürlich auch, also stellten wir uns weitere lächerliche fünf Minuten an und drehten die zweite Runde.
Anita und Julia nutzten inzwischen die Zeit für andere Fahrgeschäfte, wie zum Beispiel die Bootsschule, die Fräulein Geschickt mit einem Bootsführerschein abschloss.





Es gab im Park unglaublich viel zu erleben, zahlreiche Achterbahnen, teils bekannte, teils völlig neue Fahrgeschäfte, dazwischen wirklich top hergerichtete Shops und Restaurants. Alles in allem war der Park sehr sauber und hat eine angenehme Größe. Wir schafften es bei weitem nicht, alles auszuprobieren, aber ein Highlight stand noch auf der To Do Liste: Helix! Während Anita und Julia nochmals mit der ersten Achterbahn von vorhin fuhren, traten Emilia und ich den Weg in die Warteschlange von Helix an. Die Wartezeit in der App sagte 10-20 Minuten voraus, was wir in Kauf nahmen. Die 10 Minuten sind aber gefühlt allein damit vergangen, durch die ewig lange, wirklich sehr gut thematisierte Schlange zu laufen. Wir marschierten bis zum Einstieg durch und nahmen in der vorletzten Reihe Platz. Da sich die Station am oberen Ende des vorhin angesprochenen Berges befand, fackelte diese Achterbahn nicht lange rum. Raus aus der Station, den Hügel runter und gleich mal in die erste Inversion. Da blieb keine Zeit dafür, sich mal ein wenig umzusehen, während man hochgezogen wird. Hier gabs Action nonstop. Insgesamt warteten auf die mutigen Fahrer sieben Überschläge, zwei Beschleunigungsstrecken und knapp 1.400 Meter Freudenspender. Leider klagte Emilia zuvor schon über Kopfschmerzen und Helix gab ihr den Rest.

Hier noch das Video dazu:
Wir beschlossen, den Tag mit einer gemütlichen Runde im Dark Ride mit den Park-Maskottchen ausklingen zu lassen. Doch da gab’s noch was, das uns keine Ruhe ließ. Im ganzen Park verteilt gab es nämlich Spielstände, an denen man riesige Schokoladen von Marabou, Toblerone oder Mars, Twix & Co, oder auch enorm große Chips-Sackerl und Lakritze zu Gewinnen gab. Man konnte jeweils auf fünf Zahlen von 1 bis 100 setzen und wenn man Glück hatte, gewann man eben einen dieser Gewinne.

Und jetzt ratet mal, wer mit zwei Kilo Schokolade nach Hause gegangen ist. Richtig! Alle anderen, denn wir gingen bei unserem Versuch leer aus. Aber gut, dass wir am Sonntag nochmals einen Liseberg-Tag eingeplant haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir es dann nochmals probieren werden. Und dann klappts bestimmt!
Mit zwei müden Mädls und keiner Schokolade in der Hand war es kurz nach 20 Uhr dann an der Zeit, endgültig die Heimreise anzutreten. Kurz gingen wir noch am Konzert der Smashing Pumpkins vorbei, die heute in Liseberg spielten. Daher wusste ich auch, dass die Typen in der Früh dazu gehörten. Vielleicht waren es aber auch einfach nur Fans, die wie typische Tontechniker aussahen. Wir werden es nie erfahren..

Ich bin auf beide Mädels unfassbar stolz, wie mutig sie heute waren und es freut mich irrsinnig, dass sie den Enthusiasmus und die Freude für Vergnügungsparks mit ihren Eltern teilen. Also falls jemand Tipps für den allerallerallerbesten Freizeitpark hat: nur her damit!
Jetzt wird es aber allerhöchste Zeit fürs Bett. Die Zwerge schlafen ohnehin schon tief und fest. Und so viel wie sich Julia im Schlaf bewegt, träumt sie wohl schon von der nächsten Achterbahnfahrt…


Hinterlasse einen Kommentar