„Carina, des Heisl rinnt!“ – Fort Lauderdale
12. Mai 2010
Es wird von Tag zu Tag später. Der Schlaf immer weniger. Es ist viertel 1 und im Hotelzimmer herrscht noch reger Zusammenpack-Betrieb. Kein Wunder, wenn fünf Leute auf engem Raum beisammen sind. Aber es ist ja bereits der letzte Tag in Fort Lauderdale. Morgen geht es endlich nach Miami und Key West.
Heute hat der Tag mal etwas anders als sonst begonnen. Eigentlich doch nicht, aber ist ja langweilig, wenn ich jeden Tag dasselbe schreibe. Frühstück war mal wieder bei IHOP angesagt. Diesmal gabs für mich eine kleinere Version. Nur zwei Eier, 2 Stück Speck und Kartoffelpuffer. Nach dem American Breakfast noch schnell ab nach Hause zum entleeren, um sich für die geplante Boots-Tour bereit zu machen. Aus dem „schnell“ wurde leider nichts, nachdem die Klos scheinbar nicht an Michael’s Verdauungskünste ausgelegt sind. Die idyllische Stille wandelte sich schlagartig in schallendes Gelächter, nachdem Michael aus Richtung Badezimmer hilflos zu schreien begonnen hat. „Carinaaaa, des Heisl rinnt! Des hört nimma auf!“. Innerhalb kürzester Zeit stand das gesamte Badezimmer unter Wasser. Nachdem die Housekeeping-Lady Gott sei Dank gerade im Nebenzimmer war, konnten wir es mit sämtlichen Handtüchern schnell wieder trocken legen. Der Haustechniker hat das Ganze schließlich schnell und professionell repariert. Mit einem Kabelbinder. Vermutlich die Lösung für alle Probleme hier.
Anschließend war es aber wirklich an der Zeit, sich nach einem passenden Boot für unsere Tour umzuschauen. 350$ für 4 Stunden waren uns dann aber doch zu viel, also wurde es dann doch eine geführte Tour mit der „Jungle Queen“. Um schlappe 18$. Und die waren es wert. Auf der Tour waren unzählige Yachten und Villen zu sehen. Unter anderem waren die Häuser vom Erfinder von Wendy’s (Fastfood-Kette in den USA) und dem Firestone-Gründer dabei. Und die originale Yacht von Captain Jack Sparrow, Johnny Depp. Arrr. Vermutlich hat er sie noch nie selbst gesehen, aber er hat sie. Unglaublich, wie viel Kohle die Leute dort rausschmeißen, um vielleicht ein paar Tage im Jahr eine Unterkunft zu haben. Der „Moderator“ der Tour hat erzählt, dass bei manchen Anlegestellen bis zu 12.000$ nur fürs Parken bezahlt werden. Pro Tag!
Bei einem kurzem Zwischenstopp erwartete uns ein kleiner, nett hergerichteter Dschungel mit verschiedenen Vögeln, Affen und zwei Alligatoren. Der Gator-Wrestler (so werden die Kroko-Dompteure hier genannt) hat seine Kunststückchen gezeigt und damit den Touristen das Geld aus der Tasche gezogen. Natürlich auch uns. Also eigentlich nur meiner Schwester und mir. Da merkt man eben die Straka-Gene. Aber wie oft hat man schon die Möglichkeit, ein kleines, 4-jähriges Krokodil zu halten? Die 5$ waren es wert. Danach gings wieder zurück zur Anlegestelle der Jungle Queen.
Der Rest des Tages war noch nicht verplant, also auf zum breiten, feinen Sandstrand von Fort Lauderdale. Durch den starken Wind waren die Wellen schlicht und einfach ein Wahnsinn. Awesome! Geiles Feeling, wenn einen die Welle erfasst und man plötzlich einige Meter weiter hinten steht, weil das Wasser so eine massive Kraft hat. Nach ein paar Minuten sonnenbaden (Michi kann nichts länger als 10 Minuten machen, bevor sie einen Grund findet, was anderes machen zu müssen. Diesmal war es eine Wolke vor der Sonne. Dauert schließlich Stunden, bis sich die wieder verzieht. Ja.. ähm….) und noch einer kleinen Runde Ball spielen im Pool (Spongebob-Ball, I love you!) war es mal wieder Zeit für Abendessen.
Heute am Plan: Pizza Hut. Eine Pizza wiegt dort ungefähr drei Kilo. Mit superviel Käse, saftigem Schinken und leckeren Ananas-Stückchen. Zum Drüberstreuen noch ein mit Käse gefüllter Rand. Wer diese Pizza auf einmal zusammen essen kann, isst vermutlich auch kleine Kinder. Scheibchenweise. Natürlich brauchte unser Starbucks-Opfer aka Fräulein Shu-Shu Curly-Sue Michi noch einen Kaffee. Fräulein Shu-Shu kommt davon, dass die feine Dame immer den kleinen Finger wegstreckt, wenn sie etwas trinkt. Sie ist ja was besseres. Curly-Sue kommt daher, dass sich ihre Haare bei der hohen Luftfeuchtigkeit immer einkringeln wie kleine Schweineschwänzchen. Also schnell hinein zu Starbucks, einen überteuerten Kaffee gekauft und raus auf die Terrasse. Am Pappbecher nuckelnd tauchte plötzlich ein Typ aus dem Nichts auf und quatschte uns an, ob wir uns nicht 5 Dollar verdienen wollten. Er hätte da ums Eck eine Couch stehen, mit der wir ihm helfen sollten. Hilfsbereit wie wir nunmal sind, haben wir das natürlich auch gemacht. Ich habe schon mein Leben vor meinem geistigen Auge nochmals ablaufen sehen. Und meine Leber als Inserat der Wochenzeitung für Organhandel. Wobei die mit Sicherheit nicht mehr viel wert ist. Aber man darf nicht immer vom Schlimmsten ausgehen. Ums Eck stand wirklich ein Pickup mit einer Couch drauf, also packten wir mal an. Dass die Couch in den ersten Stock gehörte, hat uns der Surfer-Boy bis dahin verschwiegen. Aber egal. Wir sind ja drei starke Burschen. Markus, Michael und ich. Der fremde Typ hat uns dankenswerterweise zumindest die Türe aufgehalten. Ist ja wenigstens etwas. Aber dafür hat er dann noch einen Dollar draufgelegt. 2 Bugs pro Nase. Awesome.
Nun ist es wieder einmal kurz nach 1 Uhr Früh (wurde zwischendurch doch noch mit Trolley einräumen, Zähne putzen und so unnötigem Zeug aufgehalten) und der Rest der Crew pennt. Navigator Markus und seine Fräulein Shu-Shu sind mal wieder als erstes eingeknickt. Mike, the Mechanic und Carina, Leiterin des seelischen Kloverstopfungskriseninterventionsteams haben sich auch bereits ins Traumland begeben. The lonesome Captain Blog wird sich nun noch auf die Kommando-Brücke des Hotels begeben und den Tag mit einer letzten Zigarette mit der Kulisse des nächtlichen Pools in Fort Lauderdale beenden.
In diesem Sinne: Gute Nacht Europa!
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