Jetzt sind wir wirklich da – Der erste Themenpark

Es ist kurz nach 7 Uhr abends und wir sitzen im Auto Richtung Barstow. Was oder wer uns dort erwartet wissen wir nicht. Nicht einmal so ganz genau wo das liegt. Der Highway gleicht einer Straße mit Pflastersteinen. Ich schaffe es fast bei keinem Wort es zu tippen, ohne nicht mindestens einmal die Löschen-Taste zu benötigen, weil es so holprig zugeht und das Netbook auf meinem Schoß eine heiße Polka hinlegt. Dass das Navi vor der Routenberechnung die Frage gestellt hat „Auf dem Weg befinden sich nichtgepflasterte Straßen. Möchten Sie diese umfahren?“ lässt nicht unbedingt auf Besserung hoffen. Aber nun zum wichtigen Teil des Blogs: Unser Erlebtes.

Heute stand uns also der erste ganze Tag in Amerika bevor. Nachdem unsere Körper und die innere Uhr noch nach österreichischer Zeit ticken, war schon um 05:30 Tagwache. Der wohlverdiente Schlaf war besser als gedacht. Auch der Fluglärm hielt sich in Grenzen, obwohl die Flugzeuge direkt über unserem Hotel ihre Einflugschneise hatten. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich mit Ohropax geschlafen habe. Die einzige Unterbrechung war, als mich meine Schwester weckte, weil ich angeblich so laut geschnarcht habe. Kann nicht sein… ich hab‘ schließlich nichts gehört! Und Markus auch nicht, also wird sie es nur geträumt haben. Nach dem Einpacken der Utensilien und dem Check-Out war es Zeit für Frühstück und was würde zum Einstand besser passen als unser geliebtes IHOP? Es bot sich an, dass gleich in der Nähe eines war, das uns mit Rühreiern (ich entschied mich für die Variante mit Blattspinat, Markus und Michael für die mit Pilzen), Pancakes, die vermissten Hash Brownes (auf beiden Seiten knusprig angebratene Kartoffelstreifen), Crepes, French Toast usw. versorgte.

Wie bereits gestern erwähnt, erwartete uns heute der erste Themenpark auf unserer Reise: Knott’s Berry Farm – America’s First Themepark. Am Weg dort hin gab es einige bekannte Ortschaften, wie zum Beispiel Paramount, lustige Straßennamen (Garfield Avenue) und Autobahnauffahrten mit Steilkurven. Das einzige, was man hier nicht so oft sieht sind typisch amerikanische Autos. Vermutlich weil in Los Angeles alles ziemlich dicht bebaut und besiedelt ist und hier die Riesenschlitten einfach zu viele Nachteile haben.
Bei der Berry Farm angekommen, die erste Überraschung: Xcelerator, die Hauptattraktion war geschlossen. Eine herbe Enttäuschung. Aufgemuntert hat uns hingegen Karin, die Kassadame, die offensichtlich aus der Steiermark kam. Wir tippten darauf, dass es sich um Arnie’s Mutter handelt, nachdem sie 1:1 genauso gesprochen hat wie er. Also hinein in den Park und gleich die ersten Rollercoaster und Attraktionen ausprobiert. Jetzt war uns definitiv klar, dass wir wieder in Amerika sind. Auffallend anders als auf der Ostküste ist das Styling und die Trends der Leute hier. Kurze Hosen mit Stutzen, Hotpants trotz Elefantenschenkel und Zahnlücken. Letztere dürften ganz besonders trendy sein. Aus dem Grund dachte ich mir „Hey, das gefällt mir, da mach ich mit!“. Allerdings nicht ganz freiwillig. Ich kaute an meinem Kaugummi fröhlich herum, als ich plötzlich auf etwas Hartes biss. Wie könnte es anders sein? Jackpot! Der nächste Bonus! Mir ist ein Stück von einem Zahn auf der rechten Seite ausgebrochen. Blöderweise passierte letzte Woche selbiges auf der linken Seite. Im Nachhinein bereue ich es, nicht zum Zahnarzt gegangen zu sein, aber egal. In den nächsten drei Wochen herrscht eben äußerste Vorsicht beim Essen. Oder ich ernähre mich flüssig, was sich allerdings durch meine Pipi-Muss-Gewohnheiten als Problem herausstellen könnte. Meinem Zahnstück nachtrauernd stellten wir fest, dass Xcelerator, eine „Abschuss-Achterbahn“ ähnlich Kingda Ka vom Vorjahr, doch fuhr, also nix wie hin. Eine hammergeile Beschleunigung, gefolgt von einer 90° steilen Auf- und Abfahrt. Die Wartezeit von ungefähr zehn Minuten schreckte uns nicht ab, weshalb wir auch noch eine zweite Runde drehten. Hier ein selbstgemachtes Video vom Start:

Ein paar Achterbahnen und sonstigen Attraktionen später bildete „Ghostrider“, die längste Holzachterbahn der Westküste den Abschluss. Die Holzachterbahnen wurden von uns bisher immer „Plombenreisser“ genannt, was mich in meiner Situation ein wenig abschreckte. Nach einer Stunde in der Warteschlange stellte sich der Ausdruck als unpassend heraus, da die Bahn nicht ganz so unruhig war wie befürchtet. Alles in allem war Knott’s Berry Farm die 34$ Eintritt (Tipp für Amerika-Reisende: Unbedingt Coupons bei Burger King holen! Sonst zahlt man ca. 56$ für das Ticket!) wert und ein perfekter Start in den Urlaub.
Gegenüber des Vergnügungspark befand sich ein Walgreens Supermarkt. Wir brauchten ohnehin Wasser für die Fahrt und eine Straßenkarte zur besseren Orientierung. Zu meinem Glück haben Supermärkte hier auch immer gleich eine eigene Apotheke und eine Vielzahl an Medikamenten und Gesundheitsutensilien, wie auch etwas gegen beleidigte Zähne. Aus diesem Grund werde ich mich heute Abend im Hotel noch als Zahntechniker versuchen. Ob ich dann auch noch in die Politik wechsle, wie mein Fast-Namenskollege, weiß ich noch nicht.

Eingedeckt mit Wasser, Cookies, Chips und Toothache-Kit hieß es wieder „Aufsitzen“. Aber haben wir da nicht was vergessen? Richtig! Die Straßenkarte! Während Markus, Michael und ich am Parkplatz warteten, übernahmen Carina und Michi den zweiten Versuch, eine Karte zu kaufen. Und womit kamen sie nach einer viertel Stunde heraus? Mit Parfum. Aber wenigstens hatten sie auch eine Roadmap mit, die ein paar Augenblicke später für Gelächter und ein wenig Spott sorgte. Es handelte sich dabei nämlich nicht um eine richtige Straßenkarte, sondern um eine schematische, mit Comic-Figuren vervollständigte Übersicht über die Gegend. Nichtmal ein Maßstab war eingezeichnet. Als „unbrauchbar, aber lustig“ eingestuft, verschwand sie im Seitenfach unseres überaus durstigen Autos. Wir kommen auf einen durchschnittlichen Verbrauch von ungefähr 30 Litern auf 100 Kilometer. Sparsam ist anders…

Für das Abendessen wurde Wendy’s gewählt, wo es vermutlich wirklich die besten Burger gibt. Schön saftig, frisch und lecker. Wer mich kennt weiß, dass ich schon nicht der schnellste Esser bin, doch jetzt, wo höchste Vorsicht geboten ist, brauche ich noch länger. Aber der Rest der Truppe muss sowieso auch immer auf mich wegen der Zigarette nach dem Essen warten.

Ich werde jetzt ein wenig die Innenseiten meiner Augenlider auf Verletzungen untersuchen und dann im Hotel den Rest ergänzen. Sofern sich noch etwas tut…

In diesem Sinne, liebe Grüße!

Nachtrag: Wir haben ein relativ günstiges Hotel in Barstow gefunden. Nichts besonderes, aber immerhin gibt es zwei Doppelbetten. Wir sind schon die zweite Nacht hier und ich musste noch nicht auf einer Luftmatratze, in einem Schlafsessel oder sonst etwas schlafen. Was für eine Wohltat!

By the way: PIETROOOOOOO HATS GESCHAFFT!!!!!! Gratulation!

Und noch etwas: Allen Müttern wünschen wir einen schönen Muttertag, speziell natürlich den eigenen! 🙂

4 Antworten zu „Jetzt sind wir wirklich da – Der erste Themenpark“

  1. Hi,
    bin gerade aus Zufall auf eure Seite gestoßen. Da ich in der Nähe wohne, kann ich noch was empfehlen: hinter Barstow gibt es auf der linken Seite die Calico Ghost Town. Ist ein bisschen touristisch aber eigentlich sehr nett. Ist nur ein paar Minuen vom freeway entfernt.
    Viel Spaß noch!
    Violetta

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    1. Hey! Vielen lieben Dank für deinen Tipp! Werden wir morgen direkt umsetzen! 🙂

      Wenn du noch ein paar Tipps hast, nur her damit 🙂

      LG

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  2. Avatar von Markus Schick
    Markus Schick

    Absolutes Topnivea oida!

    Besonders die Zahnarzt-Politik-Sache (auch wenn ich ein wenig gebraucht hab).

    Viel Spaß noch

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  3. Christian, Deine Geschichten sind ein Hit!!!! Ich freu mich auf weitere ….
    Viel Spaß noch und liebe Grüße
    Eveline

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