Wir sitzen gerade im Auto und fahren Richtung Hotel. Besser gesagt stehen wir mehr im Stau, als wir fahren. Da wir heute den ganzen Tag auf irgendwelchen Stränden verbracht haben, muss ich den Blog heute am Handy tippen, was die Sache ein bisschen mühsam macht. Aber nachdem es vermutlich ohnehin der letzte Beitrag dieses Blogs ist, ist es halb so schlimm. Aus diesem Grund möchte ich mich auch jetzt schon für die vielen Leser, die Komplimente und Kommentare bedanken! Vielen lieben Dank!
Der gestrige Tag startete, wie sollte es ander sein, bei Starbucks. Nachdem es dort ohnehin nur Kleinigkeiten zu essen gibt, brauchten wir uns keine Sorgen machen, das alles wieder halbverdaut los zu werden. Denn es stand uns ein anstrengender, adrenalingeladener Tag bevor: Six Flags Magic Mountain, der Freizeipark mit den meisten Rollercoastern der Welt. Das ideale für uns. Beim Eingang warteten bereits geschätzte 1000 Leute, bis es endlich halb 11 war und sich die Tore unter tosendem Jubel öffneten. Der erste Weg führte uns zu X2, einem Rollercoaster, wo sich die Sitze 360 Grad vertikal drehen können, was dem ganzen einen speziellen Kick verleiht. Angek ündigt wurde der Coaster als ultimativer Ride, doch dafür war ich ein bisschen enttäuscht. Im Vorfeld haben wir uns für einen Flash Pass entschieden, um sich die langen Wartezeiten und Schlangen zu sparen. Bei einigen Rides hat es sich ausgezahlt, bei anderen haben wir ihn gar nicht gebraucht. Zwei Rollercoaster waren gesperrt und ein neuer wird erst am 18. Juni eröffnet, was die Zahl der gefahrenen Achterbahnen auf 11 bringt. Darunter einer, den man im Stehen durchfährt, eine Wasserbahn, bei der Michi wie letztes Jahr wieder voll zugeschlagen hat und bis auf die Unterhose nass war, oder ein fliegender Coaster, wie es ihn auch in Sea World gegeben hat. Vollgepumpt mit Adrenalin und glücklich fuhren wir zu Carl’s Jr, mittlerweile einem unserer Lieblingsrestaurants hier. Noch schnell mit Getränken und Schokolade für die Nacht versorgt beendeten wir den Tag ohne besondere Vorkommnisse.
Heute war unser erster und auch letzter Strandtag. Was es zum Frühstück gab, muss wohl kaum noch erwähnt werden. Wenn man Starbucks betritt und das Handy sich schon automatisch mit dem gratis WLan verbindet, ist es das erste Anzeichen, zu oft dort zu sein.
Unser erstes Ziel heute war der berühmte Pier von Santa Monica mit dem Riesenrad, direkt über dem Meer. Sogar ein kleiner Rollercoaster hat sich dort hin platziert, der uns aber nach dem gestrigen Tag eher lächerlich vorkam. Unweit vom Pier und direkt an den Santa Monica Beach angrenzend befindet sich Venice Beach. Man merkt sofort, wann man die Grenze zwischen den beiden Strandteilen überschreitet. In Venice Beach wird der Konsum und scheinbar auch der Handel von Mariuhana geduldet. Zumindest hat man ständig den Geruch in der Nase und der Verkauf wird auch mit großen Schildern auf der Straße beworben. Allerdings nur für „gesundheitliche Zwecke“. In Vegas säuft man auf Rezept, hier kifft man. Für 40 Dollar kann man sich solch ein Rezept kaufen und sich dann das verschriebene Gras in der „Apotheke“, dem Smoke Shop, abholen. Warum das hier von der Polizei, die sehr wohl ihre Patroullien-Runden dreht, geduldet wird, weiß ich nicht. Hier treffen viele verschiedene Sozialschichten aufeinander. Straßenkünstler, die ihre Werke an den Mann bringen wollen haben ihre Stände zwischen Wahrsagerinnen aufgebaut, dazwischen ein paar Obdachlose und Sänger beziehungsweise Rapper, die ihre Demo-CDs für eine kleine Spende verkaufen, um vielleicht eines Tages entdeckt und berühmt zu werden. Ein Teil dieses breiten Strandes ist auch als Muscle Beach bekannt mit einem Fitness-Center unter freiem Himmel. Generell wir auf der gesamten Länge des Strandes viel Sport betrieben. Auf dem betonierten Weg sind eine Menge Rollerskater, Radfahrer und Läufer unterwegs, um die Kulisse und die Meeresbrise zu genießen. Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem Gold’s Gym, der wohl berühmtesten Fitness-Kette der Welt. Nachdem ich nicht genau wusste, wo sich die Filiale in Venice befindet, fragten wir uns durch. Von jeder Person die wir fragten, erhielten wir eine neue Richtung und Wegbeschreibung. Nicht unbedingt zielführend. Nicht fündig geworden, marschierten wir wieder zurück Richtung Santa Monica Pier, wo unser Auto geparkt war, als Michi plötzlich hysterisch zu schreien begann. Den Grund dafür haben wir schnell gesehen. Ein Vogel schickte ihr ein Geschenk von oben und kackte sie an. Ein großer Fleck auf der Hand, ein weiterer auf der Tasche, noch einer auf Hose und T-Shirt. Treffer und versenkt! Und was macht ihr liebevoller und fürsorglicher Freund Schnuffi? Richtig! Ein Video davon! Schließlich brauchen wir Material für unseren diesjährigen Urlaubs-Blockbuster. Carina, die immer ausgerüstet ist, als wären wir ihre kleinen Kinder, wo sich immer einer anpatzen könnte, versorgte Michi mit feuchten Tüchern, um die Sauerei wieder sauber zu machen. Wir wechselten von dem betonierten Weg runter zum Meer, um mit den nackten Zehen den feinen, warmen Sand und dazu den eiskalten Pazifik zu spüren. Wir wunderten uns bisher immer, warum keine Leute im Wasser waren, doch zu dem Zeitpunkt wurde es uns schnell klar. Irgendwie wollte ich immer noch ins Gold’s Gym, um irgendein Souvenir mitzunehmen, denn wie oft hat man schon die Chance dazu? Wir fragten weiterhin irgendwelche Leute, die uns wieder alle woanders hingeschickt haben, bis mir in einem Nobelhotel schließlich geholfen wurde. Der Rezeptionist telefonierte herum, bis er mich zum Concierge schickte, der mir bereits mit einem auf Firmenpapier ausgedruckten Plan entgegen kam. Da es zu weit zu Fuß wäre, setzten wir uns ins Auto, bis wir endlich im Fitnessstudio, wo schon Größen wie Arnold Schwarzenegger oder Lou Ferrigno, der unglaubliche Hulk trainiert haben. Mit meinem auffallenden, gelben Sackerl war ich zufrieden und wir konnten zum nächsten Stopp aufbrechen: Malibu. Da, wo die noch reicheren und noch schöneren wohnen. Am Weg legten wir noch einen Zwischenstopp bei Starbucks ein. Wo sonst? Im selben Komplex war auch ein Geschäft mit Frozen Joghurt! Ein Traum! Das eis-ähnliche Gemisch gab es in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen, dazu ebenso viele Toppings. Am Strand angekommen, hätten wir uns allesamt mehr von Malibu erwartet, nachdem dieser Stadtteil so berühmt ist. Der Strand war in Venice schöner und von den bekannten Häusern auf Stelzen war wenig bis gar nichts zu sehen. Auch Charlie Sheen ließ sich nicht blicken. Vermutlich hat er zu der Zeit wiedermal ein paar tausend Dollar für „Begleitmädchen und Medizin“ ausgegeben. Ein echter Hollywood-Star eben. Obwohl der Wind die geschätzten 22 Grad noch frischer machte, breiteten wir unsere Badetücher aus und platzierten unsere beinahe schneeweißen Prachtkörper darauf, nur um wenig später festzustellen, dass es tatsächlich noch zu kalt für einen Badeaufenthalt an der Westküste ist.
Wir sitzen nun immer noch im Auto und bewegen uns im berufsverkehr-bedingten Stop and Go Richtung Hollywood zu unserem Hotel. Offensichtlich ist hier jede Straße die Südost-Tangente LAs. Und das obwohl die Autobahnen hier zwischen vier und sechs Spuren haben. Geplant ist für heute Abend noch ein Kinobesuch in der wichtigsten Stadt der Filmindustrie. Der Film: Hangover 2, der hier seit heute im Kino ist. Wir hoffen, noch rechtzeitig zu einer Vorstellung zu kommen. Und, dass es noch Karten dafür gibt. Ob wir erfolgreich waren, lest ihr dann im Nachtrag!
Nachtrag:
Es gab tatsächlich noch Karten für den Film. Allerdings für die Vorstellung um viertel 1 in der Früh. Nicht unbedingt die Zeit, die wir uns vorgestellt haben. Für die früheren Vorstellungen hätte es auch noch Tickets gegen, aber nur entweder einzelne Plätze oder in der ersten Reihe. In einem Saal, wo geschätzte 800 Leute reinpassen und einer dementsprechend großen Leinwand. Wenn man schon nur die Hälfte versteht, sollte man wenigstens das ganze Bild sehen ohne Genickstarre. Aus diesem Grund fuhren wir ein letztes Mal zu Denny’s, um endlich mal was zu essen, nachdem wir es heute zu Mittag tatsächlich bei einer richtigen Kleinigkeit belassen haben.
Jetzt geht es also ans richtige Kofferpacken. Ich hasse es! Diese ewige Stopferei. Hier noch ein Socken, da noch ein Shirt… furchtbar!
Nun sind also unsere drei Wochen Urlaub im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch schon wieder vorbei. Doch die Vorfreude auf zu Hause ist diesmal weit größer als beim letzten Mal. An erster Stelle liegt natürlich meine Freundin Anita, die ich nach drei langen Wochen endlich wieder sehen kann. Auch auf die Familie und Freunde freue ich mich schon. Und auf normale Getränke. Und normales Essen. Und auf Toiletten, wo bei der Tür kein zentimeterbreiter Spalt ist, bei denen man jedes Geschäft beobachten muss, ob man will oder nicht. Und auf mehr als einlagiges Klopapier. Und so vieles mehr. Doch trotzdem ist es auch sehr schade, wenn man zurück denkt, was wir alles erlebt haben. Von einer Wanderung im Schnee, über unvergessliche Abende in Las Vegas, dem Grand Canyon und Alcatraz, bis hin zu den steilen Straßen San Franciscos und dem Glamour in Hollywood. Das sind Eindrücke, die man mit Sicherheit nie vergessen wird. Und wenn doch, gibt es ja immer noch die Aufzeichnungen und den Blog, um alles nachzulesen. Auch einige Dinge werd ich vermissen, wie zum Beispiel der obligatorische Schluck Orangensaft, den ich jeden Tag von Michael geschnorrt habe. Oder die Running Gags, wie dass wir jedem Polizisten mit einem freundlichen „Hello Mister Officer“ entgegenwinken. Oder die gratis Nachfüllungen bei den Getränken in Restaurants. Und den american way of life generell.
Es ist nun auch an der Zeit, mich wieder zu bedanken. Zuerst natürlich bei Michi, Carina, Michael und Markus, mit denen wieder so gut wie alles zwar nicht immer diskussionslos, aber doch problemlos abgelaufen ist. Auch bei euch, den fleißigen Lesern möchte ich mich bedanken! Obwohl diesmal weniger Leute den Blog mitverfolgt haben, ist es doch wieder eine ansehnliche Summe an Zugriffen geworden. Nun möchte ich mich noch bei meiner Freundin bedanken, die meine „Geschäfte“ zu Hause gemanaged hat und meinen Eltern, die sich um Donny, mein kleines Chamäleon gekümmert haben. DANKE EUCH ALLEN!
Auch wenn es sich manche vielleicht wünschen würden, muss ich euch enttäuschen. Ab nächsten Montag müsst ihr wieder von der Früh weg arbeiten und könnt den Tag nicht mit unseren Erlebnissen beginnen! Sorry for that!
PS: Wir landen am Samtag, den 28. Mai kurz nach 22 Uhr in Wien Schwechat. Heiße Käsleberkässemmeln und ein weißer Spritzer für jeden wäre Weltklasse, wenn ich mal so unverschämt sein darf!
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