Nun hat uns der Alltag also wieder eingeholt. Wie auch beim letzten Urlaub konnte ich den Blog nicht mit einem offenen Ende sterben lassen, weshalb es nun doch noch einen (diesmal wirklich) allerletzten Beitrag gibt. Ich habe mich zu Hause wieder eingelebt und glücklicherweise hielt sich auch der Jetlag sehr in Grenzen! Zumindest bei mir. Der Rest der Truppe klagte über Schlaflosigkeit in den frühen Morgenstunden, doch damit hatte ich kein Problem. Der erste Arbeitstag nach nicht einmal einem Tag Regenerations- und Umstellungsphase war auch halb so schlimm und weit weniger stressig als befürchtet. Nun aber zu unserem letzten Tag.
Ratet mal, wo am letzten Tag gefrühstückt wurde! Ha, falsch! Nicht bei Starbucks, sondern bei IHOP. Ein letztes Mal musste noch ein XXL-Frühstück mit Speck, Hash-Browns und saftigen Pancakes her. Eigentlich war mit dem Hotelbesitzer ausgemacht, dass wir unsere Boarding-Pässe bei ihm ausdrucken können, da wir schon am Vortag eingecheckt haben, um uns gute Plätze im Flugzeug zu sichern. Leider war beim Check-Out vor dem Frühstück nur seine Frau oder Sekretärin anwesend, weil er selbst Schlaf nachholen musste. Natürlich kannte sie sich mit dem PC nicht aus und meinte, wir sollten nachher nochmals vorbeischauen. Nach dem überaus sättigenden und kalorienreichen Frühstück machten wir uns also wieder auf den Weg zurück zum Hotel, doch auf der Strecke fanden wir einen Copyshop, was uns als bessere Lösung schien. Also alle Boarding-Pässe und die Bestätigung für das zusätzliche Gepäck von Michi und mir ausgedruckt, fuhren wir nach Long Beach, wo die Queen Mary, seinerzeit das größte Passagierschiff der Welt, angelegt hat und ihre letzte Ruhe als Hotel fand. Ich hätte es mir viel größer vorgestellt, aber als ich erfahren habe, dass es sich den Titel in den 30er-Jahren geholt hat, war ich doch zufrieden.
Da uns eine Führung keine 25 Dollar wert war, setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren zu Target, einer Geschäftskette ähnlich Walmart. Ich konnte noch ein letztes T-Shirt abstauben, das aus Platzgründen im ebenfalls schon überfüllten Handgepäck verstaut werden musste. Michi’s Rucksack brachte übrigens stolze 15 Kilogramm auf die Waage. Was sie da alles eingepackt hat weiß ich nicht. Scheinbar ein paar Steine aus Alcatraz, einen richtigen Oscar oder gar ein ganzes Cable Car aus San Francisco. Die Autorückgabe bei der Leihfirma am Flughafen stellte sich als problemlos heraus, ebenso der Transport zu unserem Terminal.
Am British Airways-Schalter angekommen erhielten wir die schlechte Nachricht, dass unser Flug von 22:00 Uhr auf 00:30 verschoben wurde. Dadurch hätten wir natürlich unseren Anschlussflug von London nach Wien verpasst. Glücklicherweise konnten wir auf einen früheren Flug von Los Angeles nach London umgebucht werden, was sich im Nachhinein allerdings nicht als sonderlich erfreulich herausstellte. Die unfähigen Mitarbeiter beim Schalter (am Ende waren sie schon zu viert, weil sich scheinbar keiner auskannte) checkten die Gepäckstücke falsch ein, so dass kein Name mehr zu einem Koffer passte. Was die Sache noch verschlimmerte war, dass Michi und ich ja jeweils mit zwei Gepäckstücken reisten. Die Zeit zum Abflug unseres neuen Fliegers war ziemlich knapp bemessen und wir wurden immer nervöser. Carina und Michael hatten ihre Boarding-Pässe schon und die Zeit zu der das Gate geschlossen wird, rückte immer näher, bis sie schließlich erreicht wurde. Das Problem war nur, dass Michi, Markus und ich noch immer keine Boarding-Pässe hatten. Außerdem lag noch der breite Weg zum Gate und die Sicherheitskontrolle vor uns. Die Stimmung sank und sank und verwandelte sich aus Vorfreude auf zu Hause in Aggression der Fluggesellschaft gegenüber. Als das Bodenpersonal es endlich auf die Reihe bekommen hat, uns alle einzuchecken nahmen wir die Beine in die Hand und liefen zur Sicherheitskontrolle, wo überraschenderweise keiner anstand. Die Uhr zeigte mittlerweile lange nach Gate-Closing an. Wir warteten nur auf die ersten Aufrufe, dass wir uns unverzüglich zum Gate begeben sollen. Am Security-Check vorbei rannten wir weiter zu unserem Gate, das natürlich eines der letzten im Terminal war. Zur Erinnerung: Michael hat Knie und ist Implantatträger, was ihn fast lauf-unfähig macht. Am Gate endlich angekommen dann die große Überraschung: Es wurde gerade erst mit dem Boarding begonnen. Danke, dass uns das niemand vorher sagen konnte, dass sich der ganze Flug ohnehin verzögert. Typisch britisch eben. An den Nummern der Sitzplätze konnten wir erkennen, dass wir getrennt voneinander sitzen mussten. Michi und Markus saßen nebeneinander, Carina und Michael ebenso. Ratet mal, wer alleine einige Reihen weiter vorne saß. Korrekt. Moi! Im Flugzeug angekommen musste ich zu meinem Schrecken feststellen, dass ich den knapp 10-stündigen Flug inmitten von Franzosen überstehen musste. Seit diesem Tag mag ich weder Briten noch Franzosen. Mit meinem Glück saß ich in der Mitte und hatte somit links und rechts einen Franzmann neben mir sitzen. Vor mir saß natürlich auch eine. Und die meinte die ganze Zeit über, den Sitz ganz nach hinten legen zu müssen, um es schön bequem zu haben. Eine Aktion asozialster Art dem Passagier hinter ihr, also mir, gegenüber. Ich nutzte die Chance als sie den Sitz fürs Essen aufrichtete und klemmte mein Knie so gegen den Sitz, dass sie sich nicht mehr zurücklegen konnte. Nach einer guten viertel Stunde gab sie den Kampf gegen mich auf und blieb vorne. Ich hatte den Geruch eines Sieges in der Nase, den ich dann noch mit ein paar absichtlichen Tritten gegen ihren Sitz gebührend gefeiert habe. Doch ich war nicht der einzige, der seltsame Sitznachbarn hatte. Schnuffi hat es ganz besonders seltsam erwischt. Neben ihm saß eine betagte Dame, die weder Deutsch noch Englisch oder Französisch sprach. Das hielt sie aber nicht davon ab, Markus irgendwelche Geschichten zu erzählen. Sie hatte außerdem Probleme mit dem Einstellen des On-Board-Entertainments im Sitz des Vordermanns, wobei ihr Markus behilflich war. Doch was will eine alte Frau sehen, die ohnehin kein Wort versteht? Er entschied sich dafür, dass sie nun „Jogi Bär“ schauen muss. Als Dank dafür fummelte die alte Dame an seinem Bildschirm herum und drehte ihn ab. Netter Zug von ihr. Schlafen war für alle im Flugzeug in Ding der Unmöglichkeit, da die Sitze an Unbequemlichkeit kaum zu übertreffen waren. Bei einem meiner Spaziergänge besuchte ich Michi und Markus ein paar Reihen hinter mir. Schnuffis Sitznachbarin lies gerade den Kopf hängen, was uns schon einen möglichen Tod vermuten ließ. Wir machten uns noch darüber lustig, als sich ihr Kopf in Richtung Markus neigte, bis er auf seiner Schulter schließlich zum Stillstand kam. Wir mussten laut lachen, was sie scheinbar ins Reich der Lebenden zurückrief. Sie orientierte sich kurz, sah uns verdattert an und grinste uns zu. Carina hatte wieder das Glück (wie bei fast jedem Langstrecken-Flug) neben einem Inder zu sitzen, der nicht sonderlich angenehm duftete. Wir waren allesamt froh, als endlich die Anschnallzeichen aufleuchteten und wir im Landeanflug auf London Heathrow waren. Doch dort wartete das nächste nervenraubende Hindernis auf uns. Sieben Stunden Wartezeit auf den Anschlussflug. Zu wenig Zeit, um nach London zu fahren (noch dazu hatten wir ja alle das Jogging-Outfit an) und zu viel Zeit um sich nicht langzuweilen. Das Schlafen war auch hier unmöglich, da die Sitze dafür schlicht und einfach nicht geeignet waren. Wie auch schon beim Hinflug, gab es natürlich auch im Rückflug-Terminal keine Raucherzone, was mich schwer unrund laufen ließ. Nach einigen Stunden machten sich Michi und ich schließlich auf die Suche nach der nächsten Raucherzone, die im Freien bei der Ankunftshalle war. Also durch die Passkontrolle durch und die ewig weiten Strecken zurückgelegt. Aus dem „ich geh schnell eine rauchen“ wurde eine fast einstündige Wanderung, auf der mich meine Schwester dankenswerterweise begleitete. Doch das war bitter nötig. Die Zeit vertrieben wir uns damit, Markus‘ am Flughafen gekauftes iPad zu aktivieren, die Geschäfte am Flughafen auszukundschaften und in der Duty Free Parfümerie diverse Parfums auszuprobieren, um unsere möglichen Gerüche abzudecken. Nach einer Ewigkeit wurde es endlich Zeit fürs Boarding und die Müdigkeit hat ihren Höhepunkt erreicht. Carina und Michael sind kaum im Flugzeug gesessen, sind schon die Augen zugefallen. Sie haben nicht mal den Start mitbekommen. Auch ich konnte zum ersten Mal ein wenig schlafen, wenn auch nur knappe 45 Minuten.
In Wien angekommen scherzten wir noch darüber, wie viele Gepäckstücke wohl verloren gegangen sind, nur um kurz danach Gewissheit darüber zu erlangen. Drei Gepäckstücke, genauer gesagt die drei Koffer von Michi und Markus haben es nicht ins Flugzeug geschafft und standen nun einsam und alleine am Flughafen in London Heathrow. Der Angestellte am Lost & Found-Schalter nahm die Daten auf und versicherte, dass die Taschen am nächsten Tag zugestellt werden, was erstaunlicherweise auch tatsächlich funktionierte. Die Zollbeamten waren gerade mit einem Passagier beschäftigt, was uns einen riesen Stein vom Herzen fallen ließ, da wir uns alle schon etwaige Ausreden überlegt haben, sollte unser Eingekauftes doch über die Freigrenze gehen. Endlich war der Zeitpunkt gekommen, meine Freundin wieder in den Arm zu nehmen. Die Freude war riesengroß. Neben Anita waren noch Carina’s Eltern Christine und Erich, sowie ihre Schwester Sandra anwesend, genauso wie Markus‘ Papa Willy und seine Freundin Renate. Mit diesem Begrüßungskommitee hatten wir eigentlich nicht gerechnet und freuten uns daher umso mehr. Wir bekamen alle ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Welcome home“ und der österreichischen Fahne drauf um den Hals gehängt und eine 0,5-Liter-Flasche weißen Spritzer in die Hand gedrückt. Auch die gewünschten Käseleberkäsesemmeln fehlten nicht! Danke an dieser Stelle nochmals!
Nach der Verabschiedung und der Heimfahrt wurden noch schnell sämtliche Taschen aussortiert und geleert, um sich endlich ins Bett zu verabschieden. Nach ungefähr 33 Stunden auf den Beinen war das auch bitter nötig!
Nun bedanke ich mich nochmals bei allen, die diesen Blog mitverfolgt haben und so viele lobende Worte gespendet haben! DANKE!
PS: Es wurde in Heathrow schon über ein nächstes Reiseziel diskutiert. Was es werden könnte wird aber nicht verraten. Noch nicht! Aber so viel sei gesagt: Es könnte legen… warte darauf… där werden!
PPS: Hier ist noch das versprochene Video von den Ferrari Race Days in Laguna Seca:



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