Angepisst in Florida…

Meine Fresse, bin ich froh, dass dieser Tag vorbei ist. Im Nachhinein betrachtet war er eigentlich außer beschissen, nur beschissen. Doch glücklicherweise gab es auch ein paar Lichtblicke. Was alles heute passiert ist, könnt ihr hier nachlesen.

 

Heute machten wir Gebrauch vom inkludierten Kontinentalfrühstück im Hotel, das besser war als erwartet. Eine relativ große Auswahl an Cerealien, Muffins und sonstigem Gebäck, dazu Milch, Kaffee und Orangensaft. Nach dem Check-Out wurde es Zeit, sich auf den Weg Richtung Daytona zu machen, unserem nächsten Zwischenstopp. „Leider“ befand sich unweit von Fort Lauderdale entfernt, genauer gesagt in Boca Raton, was übersetzt Rattenmaul bedeutet, ein Ross – Dress for less, den wir bereits in Las Vegas kennengelernt haben. Zur Erinnerung: Das ist eine Art Kik für Markenkleidung. Anita’s von zu Hause mitgebrachte Tasche zeigte leider jetzt schon erste Alterserscheinungen, was sie dazu animierte, eine neue zu kaufen. Beim gemeinsamen Begutachten der verschiedenen Modelle kam es, wie es kommen musste und mir fiel meine heißgeliebte Sonnenbrille vom Kopf. Und wieder einmal hatte ich ein Brillengestell ohne Gläser, wie schon so oft zuvor. Leider ist mein persönlicher Optiker und Brillentechniker MJTD nicht dabei, also musste eine neue her. Somit habe ich nun eine neue Fossil-Brille, die immerhin stolze acht Dollar gekostet hat. Insgesamt war die Auswahl ein wenig enttäuschend im Gegensatz zu den Filialen an der Westküste, aber fündig geworden sind trotzdem alle. Wieder um ein bisschen Kohle erleichtert, bezogen wir unseren Town & Country-Van und setzten unsere Reise fort. Insgesamt warteten knappe vier Stunden Autofahrt. Auffallend war, dass sich links und rechts des Highways verdächtig viele Werbungen für diverse Erotik-Einrichtungen befanden. Vor zwei Jahren war davon noch nichts zu sehen. Entweder wir waren damals nur blind, oder die Bumsschuppen sind in den letzten 24 Monaten einfach so aus dem Boden geschossen. Für das Abendessen hatten wir Großes geplant, deshalb entschieden wir uns für einen kleinen Snack bei Subway. Umso weiter wir Richtung Daytona kamen, desto dunkler wurde der Himmel.

Es dauerte nicht mehr lange und schon fielen Tropfen vom Himmel. Anfangs nur vereinzelt, also löhnten wir die drei Dollar, um mit dem Auto direkt auf den Strand zu fahren. Genau in dem Moment, als wir die Gebühr bezahlt hatten fuhr vor uns ein fetter Blitz ins Meer, gefolgt von einem mächtigen Donner. Der dazugehörige strömende Regen lies nicht lange auf sich warten. Und genau das auf einem der schönsten Strände! Die Enttäuschung war natürlich dementsprechend groß. Somit blieb uns auch heute wieder die Möglichkeit verwehrt, ein wenig Sonne zu tanken und die eine oder andere Runde im Meer zu drehen. Nach ungefähr zehn Minuten war der schlimmste Regen vorbei, weshalb wir es doch wagten, ein paar Schritte auf dem harten Sandboden zu machen.

 

Zwanzig Minuten später saßen wir auch schon wieder im Auto und fuhren los. Beim Vorbeifahren beim International Speedway, der Rennstrecke mit den Steilkurven, lasen wir, dass dort heute eine Autoshow stattfand. Auf der Suche nach einer Starbucks-Filiale sahen wir auf einem Parkplatz eine Vielzahl alter, aufpolierter Autos, die vermutlich genau von dieser Auto-Show kamen. Also parkten wir unsere Schüssel ein wenig abseits, um das Bild der Hot-Rods und Konsorten nicht zu stören und drehten eine Runde, um ein paar Fotos zu schießen. Der Regen hatte mittlerweile komplett aufgehört und die Luft wurde schwül und stickig.

 

Der Grund, dass wir uns zu Mittag für eine kleine Zwischenmahlzeit entschieden haben war, dass wir für den Abend einen Besuch bei Gators – BBQ & Ribs geplant hatten. Halleluja, waren diese Spareribs ein Gaumenschmaus. Unglaublich wie gut ein Stück Babyschwein schmecken kann. So stell ich mir das Essen im Himmel vor.

Eigentlich wollten wir ja die Nacht in Daytona verbringen. Das sah zumindest unser Plan vor, der aber vom Regen durchkreuzt wurde, weshalb wir beschlossen, heute direkt nach Orlando weiterzufahren. Verdammt schade, denn Daytona ist wirklich eine Stadt, in der es sich lohnt, mehrere Tage zu verbringen! Trotzdem sind wir nun der Meinung, dass Daytona ein Arschloch ist. Wenn auch nur ein kleines! Denn vor zwei Jahren verbrannte uns die Sonne erbarmungslos und dieses Jahr machte uns der Regen einen Strich durch die Rechnung. Sobald wir Daytona verlassen haben, kam die Sonne wieder raus und es waren keine weiteren Wolken am Himmel zu sehen. In jedem Hotel und Lokal liegen diverse Coupon-Hefte, wo diverse Hotels mit günstigen Preisen werben, also suchten unsere zwei fleißigen Bienchen Anita und Michi passende heraus. Beim ersten wurde uns mitgeteilt, dass sie ausgebucht sind. Okay, kann ja mal vorkommen, also weiter zum nächsten, wo wir dasselbe hörten. Noch einige andere Hotels abgefahren, nur um überall dasselbe zu hören. Sorry, we’re booked out. We’re sold out, I’m very sorry. FUCK YOU! Derzeit ist anscheinend die schlechteste Reisezeit, die man nur wählen. Am Ende von Spring Break und am Anfang der Osterfeiertage. Und noch dazu sind heute in Orlando eine Menge Mardi Gras-Feiern. Ganz großes Kino! Wie man sich vorstellen kann, sank die Laune und ein gewisses Aggressionspotential kam zum Vorschein. Nicht einmal das riesige Hotelareal, in dem wir vor zwei Jahren genächtigt haben, hatte noch Zimmer frei. Angepisst und mittlerweile ein wenig verzweifelt fuhren wir zu Starbucks, um das dortige WLAN dafür zu nutzen, ein Hotel für die nächsten fünf Nächte zu finden. Nachdem uns einige Hotels die Buchung verweigerten, haben wir uns dazu entschlossen, die Nächte aufzuteilen, da es scheinbar die bessere Lösung ist. Somit haben wir online mal schnell zwei Zimmer für die erste und eine andere Unterkunft für die restlichen vier Nächte gebucht. Das Hotel für die heutige Nacht ist ein wenig abgeschieden vom Zentrum. Straßenbeleuchtung gibt es hier nur sporadisch, die Gehsteige wurden scheinbar auch schon eingeklappt. Kein Wunder, es war schließlich schon nach 21:30 Uhr, als wir es erreichten. Der Typ an der Rezeption war gerade in ein Telefonat vertieft und machte demjenigen am anderen Ende der Leitung klar, dass es keine Zimmer mehr gibt, obwohl er noch vier Online-Buchungen vor sich hatte. Wir ahnten Böses, nur um kurz darauf zu erfahren, dass unsere Reservierung von vor einer Stunde da noch gar nicht dabei war. Natürlich gab es keine zwei freien Zimmer mehr, weshalb wir heute die Nacht in einem Zimmer mit zwei Doppelbetten verbringen werden. Der Rezeptionist erzählte uns, dass heute noch dazu ein Konzert der Red Hot Chili Peppers und eine große Convention stattfindet. Alleine heute sind angeblich über 70 Reservierungen in diesem Hotel eingelangt. Dass der Herr am Schalter heute seinen vierten Arbeitstag hatte, rundete die ganze Geschichte ab.

Unsere Bleibe ab morgen ist laut Online-Bewertungen ganz in Ordnung, in der Nähe der Universal Studios und anderen Attraktionen. Noch dazu mit gratis Shuttle-Dienst in den Universal-Park. Auch in diesem Hotel werden wir nur ein Zimmer haben. Dann ist es wenigstens schön kuschelig. Es bleibt also nur zu hoffen, dass die Stimmung morgen wieder besser ist. Wobei.. eigentlich nehmen wir es ohnehin mit Humor. Was bleibt uns auch anderes übrig? Als Wermutstropfen gibt es morgen ohnehin tolles Ganztagsprogramm. Wir fahren nämlich ins Gatorland und nach Kissimmee zum weltgrößten Skycoaster. Adrenalin ist also vorprogrammiert. Sofern wir uns trauen!

 

Ich wünsche einen schönen guten Morgen in die Heimat!

 

Gute Nacht!
PS: Danke an meine neue Optikerin Anita, die meine geliebte Brille repariert hat. Und bevor ich euch jetzt fragt. Nein, ich bin nicht zu blöd, das selbst zu machen, sondern einfach zu faul. Und zu ungeduldig. Nachdem die Gläser nach drei Minuten noch nicht drin waren, gab ich diese ehrenvolle Aufgabe einfach weiter. Schließlich hänge ich sehr an der Brille. Warum auch immer…

 

PPS: Michi hat sich heute übrigens den ganzen Tag äußerst bemüht, nicht zu stolpern. Sie will mir schlicht und einfach kein lustiges Material für den Blog liefern. Beschwerden bitte an sie!

 

PPPS: Kennt von euch eigentlich jemand den Suppen-Nazi von der Serie Seinfeld?

 

PPPPS: Jetzt reicht’s… keine weiteren P…PS!

 

PPPPPS: Okay, eines noch. Ein letztes!

7 Antworten zu „Angepisst in Florida…”.

  1. Keine Suppe für dich!

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  2. trösttrösttröst, kann nur besser werden … sicher!

    Wenn ich an den Rollercoaster in einem der Themenparks in der Nähe von Kissimee bei unserem Besuch vor gefühlten tausend Jahren denke, wir mir heut noch schlecht 😦

    Habt weiter viel Spaß und liebe Grüße aus dem kühlen, verregnetem Wien, Eveline

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    1. Das stimmt! Wobei man ja auch sagt „es kommt selten was besseres nach“ 😀
      Die Rollercoaster kommen erst morgen, dafür ist heute der Skycoaster dran… uiuiui!

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  3. Aber,aber wer wird sich von ein bißchen Regen die Laune verderben lassen,bei uns ist wettermäßig April, April ,saukalt und regnerisch.Nehmt die Zimmersuche doch als Abenteuer pur,es kann nur besser werden,ich weiß ich hab leicht reden,aber so ist immer etwas spannendes bei deinen Mails,wäre doch fad wenn alles glatt geht,oder???Nicht böse sein,also für die nächsten Tage ,besseres Wetter, viel Spaß und das keinem schlecht wird!!Liebe grüße Rita

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    1. Ja, ich weiß, ich hab mich eh schon beschwert, dass sich so wenig getan hat. Das reichte jetzt fürs erste 🙂
      Aber du hast recht… wenn alles ohne Probleme hinhauen würde, könnten wir ja gleich zwei Wochen All-Inclusive-Urlaub machen 😉

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  4. Basteltrullas an die Macht! Ihr seid nichts ohne uns,gar nichts !
    Was Du da immer für ein Zeug frisst ggg ward ihr schon joggen ?

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  5. Hi, so stell ich mir einen Montag Morgen im Büro vor. PC einschalten, Kaffee machen und dann ab in den Floridablog ;-))) Ist wie immer sehr unterhaltsam. Hoff das Hotel hat so halbwegs gepasst. Tja, Chris, du hast dich zu früh gefreut. Sagtest du nicht, jeah, endlich ein eigenes Zimmer ????? ;-))) Viel Spaß noch.
    LG Susi & Marcus

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