Na bitte, ein Tag in Amerika kann ja doch auch sehr schön und abwechslungsreich sein! Heute haben wir nämlich einige nette und adrenalinreiche Dinge unternommen. Nun sitze ich vor unserem Hotelzimmer, rauche meine Gute-Nacht-Zigarette, beobachte nebenbei fette amerikanische Kinder, die trotz Schwimmverbot im Pool herumplantschen und schreibe artig, so wie es mir befohlen wurde, die Dinge nieder, die wir heute erlebt haben.
Begonnen hat der Tag eigentlich ein bisschen zu früh, denn um Punkt sieben Uhr fing der Wecker in unserem 4er-Zimmer an, lautstark Musik zu spielen. Offensichtlich hatte der vorige Bewohner vergessen, ihn abzuschalten. Das konnten wir natürlich nicht ungesühnt lassen, weshalb ich das Frequenzrad auf ein angenehmes, gleichmäßiges Rauschen und volle Lautstärke gestellt habe. Achja, und die Weckzeit auf 03:31. Der nächste Bewohner wird sich also doppelt freuen. Auch wenn wir es nicht miterleben werden, war ich amüsiert. Very amused!
Trotz dem günstigen Zimmerpreis, war ein kontinentales Frühstück mit Bagels, Cream Cheese, Cornflakes, Waffeln, Obst und allem, was halt so dazugehört inkludiert. Geplant war für heute ein Ausflug ins Gatorland, dem wohl bekanntesten Alligatoren-Park Floridas. Um ungefähr 25 Dollar kann man sich am Gelände frei bewegen, eine Menge Alligatoren und die verschiedensten Krokodil-Rassen beim faulen Herumliegen beobachten.
Beim Eintritt in den Park kommt man sich ein wenig vor, als wäre man soeben durch die Tore des Jurrasic Park gegangen. Die großen, frei herumfliegenden Vögel sahen ein wenig aus wie Flugsaurier. Auch ihre Laute erinnerten daran. Einige Shows, die alle mit viel Charme und Witz präsentiert wurden, sind im Eintrittspreis einkalkuliert. Doch nicht nur Alligatoren und Vögel kann man bestaunen, sondern auch verschiedene Wild-Arten und Emus. Diese kann man sogar füttern, was wir uns selbstverständlich nicht entgehen lassen konnten. Die 25 Cent für das Futter löhnten wir gerne, denn wie oft hat man denn die Chance dazu? Interessante Erfahrung, wie schnell aber sanft diese Riesenvögel nach dem Futter schnappen. Gute 3,5 Stunden später haben wir alles gesehen und es für „in Ordnung“ befunden. Es war zwar interessant, aber nicht wirklich das Highlight des Tages. Doch das sollte nicht lange auf sich warten lassen. Der nächste Weg führte uns nämlich nach Kissimmee, ein wenig südlich von Orlando. Dort befindet sich der weltgrößte Sky-Coaster mit knappen 100 Metern Höhe, wo man zu zweit in einer Art Schlafsack nach hinten hinauf gezogen wird um anschließend mit 120 km/h in die Tiefe zu rasen.
Ich kann euch sagen, ich war lange nicht mehr so nervös wie zu dem Zeitpunkt, als mir das Geschirr angelegt wurde und es ans Warten ging, denn Michi und Markus machten den Anfang. Michi war anfangs noch ein wenig zögerlich, lies sich aber doch schnell überreden. Und es war eine verdammt gute Entscheidung. Zu dem ohnehin schon hohen Stresslevel, den man in dieser Situation erlebt, muss man noch selbst die Reissleine ziehen, um in Richtung Boden zu schwingen. Diese Aufgabe blieb den Männern überlassen. Ich bin froh, dass wir diesen kleinen Ausflug gemacht haben, denn ich kann sagen, dass es eines der geilsten Dinge war, die ich jemals in meinem Leben gemacht habe. Auch wenn ich anfangs mehr geschrien habe, als Anita. Für 15 Dollar konnte man den gesamten Trip mitfilmen lassen. Wir dachten uns „Hey, sowas macht man nicht alle Tage, also warum nicht?“, weshalb wir nun stolze Besitzer unseres eigenen High-Thrill-Videos sind. Als Bonus haben wir noch jeweils ein gratis T-Shirt bekommen mit der Aufschrift „I survived the Sky-Coaster“. Die Adrenalin-Tanks voll aufgeladen, überlegten wir kurz, was wir mit dem angebrochenen Tag anfangen sollten und entschieden uns für ein weiteres Outlet-Center, um die Einkaufsliste ein wenig zu verkürzen. Nach einer knappen Stunde waren wir auch schon wieder fertig und am Weg zum Abendessen. Wir überlegten und kamen zu dem Entschluss, dass wir seit wir hier sind noch kein einziges Mal Burger gegessen haben, weshalb wir uns für die unserer Meinung nach beste Fast-Food-Kette der Staaten entschieden haben: Wendy’s! Einfach nur ein Traum, diese Burger. Ein Gedicht. Eine Sensation. Ein Gaumenschmaus. Neben Wendy’s war außerdem eine Niederlassung der berühmten Gold’s Gym-Fitnesscenter, wo natürlich auch noch ein kleiner Zwischenstopp eingeplant werden musste, doch der Shop hatte scheinbar nur Trainingsutensilien für Damen, was mich ein wenig enttäuschte. Begeistert war ich hingegen von den Geräten. Dort gibt es nämlich ein Teil, mit dem man richtige Stufen steigen kann. Okay, ich merke gerade, dass man die Begeisterung über den Blog nicht wirklich teilen kann, aber ich fand es cool. Auch der Deckenventilator mit geschätzten fünf Metern Durchmesser war einen Blick wert.
All diese Dinge abgehakt, fuhren wir in unser Hotel, das von der Lage her optimal ist. Die Zimmergröße und die Ausstattung sind leider hingegen ein wenig.. naja, suboptimal. Die Tür hat einen Spalt, man hört jedes Wort von draußen und den vorbeiführenden Highway und der Gesamteindruck ist generell nicht unbedingt der beste. Aber wenigstens haben wir überhaupt ein Hotel gefunden, obwohl man schon merkt, dass heute weit weniger los ist als gestern. Als wir die Betteneinteilung abgeschlossen haben, beschlossen wir, die Gegend noch ein bisschen auszukundschaften. Über ein paar Giftshops kamen wir an einem englischen Pub vorbei, das einen netten Eindruck machte, weshalb wir für ein Fläschchen Strongbow Cider Platz nahmen und einfach nur den Augenblick genossen.
Neben dem Pub befand sich eine der genial aufgebaut und dekorierten Minigolf-Anlagen mit einem kleinen Alligatoren-Gehege davor. Das kannten wir schon von unserem Trip von vor zwei Jahren. Für Minigolf waren wir zu müde. Aber fürs Alligatoren füttern nicht. Um ungefähr vier Dollar bekommt man fünf Stück Frankfurter (Wiener Würstchen, falls auch ein paar Piefke mitlesen) mit einer Art Angel, um die Tiere füttern zu können. War eine nette Spielerei, die kleinen Oldschool-Saurier zu necken. Nachdem wir heute eine sehr soziale Tierfütterungsader hatten, mussten wir auch noch die riesigen Kois und Karpfen im Becken daneben mit Futter versorgen. Anschließend traten wir den Weg ins Hotel an, um ein wenig früher ins Bett zu kommen. Bis alle vier Zimmerbewohner im Bad fertig sind dauert es vermutlich ohnehin noch lange genug. Morgen wartet nämlich wieder etwas Tolles auf uns: Teil 1 der Universal Studios mit anschließendem abendlichen Besuch des City Walks, einem Teil außerhalb des Themenparks mit einem Lokal neben dem anderen. Aus diesem Grund wird es aller Voraussicht nach morgen Früh auch keinen neuen Blog-Eintrag geben. Sorry for that, aber ich bin hier schließlich auch auf Urlaub! 🙂
Nun wünsche ich euch einen guten Start in die Arbeitswoche!
Chris
PS: Michi hat es nach einem trainingsfreien Tag übrigens wieder geschafft, über ihre eigenen Füße zu stolpern. Heute ging es schon so weit, dass sie tatsächlich fast zu Fall gekommen wäre.






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