Ich sitze gerade vor unserem Hotel in Miami Beach, lasse mich von der Musik von drinnen beschallen und beobachte nebenbei das bunte Treiben in unserem tüchtigen Viertel. Der erste Eindruck von Miami ist der einer pulsierenden Metropole. Aus jedem Geschäft, egal ob Shoppingtempel oder Snackbar dröhnt die Musik genauso wie aus den vorbeifahrenden, gepimpten Autos. Auch die Menschen sind ziemlich laut, selbst wenn sie sich nur normal unterhalten.
Die heutige Nacht war nicht ganz so ruhig die gestrige, was vermutlich daran lag, dass wir nicht halb bewusstlos waren. Gestern blieben wir nämlich alle brav beim Diet Coke. Nachdem alle Koffer wieder zusammengeschnürt und im Auto verstaut wurden, ging es fürs Frühstück nochmals zu McDonalds, bevor wir Richtung Festland aufbrachen.
Am Weg nach Miami gab es einige Möglichkeiten, mit Delphinen, Seelöwen und Rochen zu schwimmen, was wir natürlich nutzen wollten, doch der Tierschwimmgott war uns abgeneigt. Wir hätten es machen sollen, wie Michi es vorgeschlagen hat und schon bei der Fahrt nach Key West reservieren sollen. Warum wir das nicht gemacht haben wissen wir nicht. Somit haben uns die Delphin-Nazis mit den Worten „KEINE DELPHINE FüR DICH!“ wieder weggeschickt. Bei uns wird übrigens mittlerweile alles auf die Suppen-Nazi-Szene aus Seinfeld umgelegt.
Umso näher wir der Großstadt kamen, desto dichter wurde der Verkehr und jedes Mal wieder wundere ich mich, dass das Wasser hier trotz einer riesigen Stadt selbst im Hafen so eine schöne blaue Farbe hat, dass die Hälfte genug wäre.
Relativ flott haben wir unser gebuchtes Hotel in Miami Beach erreicht. Allein der Check-In-Bereich ließ uns vermuten, in einer hippen Gegend untergebracht zu sein. Ein eigenes DJ-Pult, eine Bar, zwischendrin gemütliche Sitzecken, das ganze untermalt von fast ein wenig zu lauter House-Music. Was wir beim Buchen nicht beachtet haben sind die zusätzlichen Steuern und Taxen. Neben den 13% Staatstaxe kommen noch 8 Dollar Resort-Gebühr und über 30 Dollar fürs Parken dazu. Pro Tag! Aber dafür gibt es jeden Tag von 7-8 eine Happy Hour, bei der es alle Cocktails gratis gibt. Dazu gibt es auch noch VIP-Pässe für die angesagtesten Clubs der Stadt, die wir wohl auch nutzen werden. Und nett ist das Hotel definitiv. Zwei Blocks zum Strand und zwei Gehminuten zu Fat Tuesdays. Ooh oooh! Ich habe mir ein persönliches Limit von einer Ladung Daiquiri pro Tag gesetzt. Mal sehen, ob ich das auch einhalten kann. Ein großer Nachteil ist, dass es WLAN nur in der Lobby gibt. Nach einer kurzen Rast im Hotel, das leider sehr dünne Wände hat und dementsprechend hellhörig ist, wollten wir es uns am Strand gemütlich machen, doch zuvor musste noch eine Kleinigkeit zu essen her. Ich denke, das Foto sagt alles.

Der Strand hier ist schlicht und einfach wunderschön. Es war zwar ein bisschen voll, aber das machte nichts. Hier werden falsche Brüste und aufgespritzte Lippen ebenso gerne präsentiert wie die Sixpacks der Burschen. Das Wasser war zwar nicht ganz so warm wie auf Sanibel Island, aber trotzdem eine perfekte Abkühlung und für die Verhältnisse hier sehr sauber.
Wir lagen also am Strand und ließen uns bräunen, als gleich daneben eine Diskussion zwischen einem Schwarzen und einem Latino losbrach, die offensichtlich beide betrunken waren. Innerhalb von fünf Minuten fielen ungefähr 40 Millionen Mal die Worte „fuck“, „fuck you“, „i’ll fuck you up“ und „Nigga“. Anscheinend waren sie sich nicht ganz sicher, wer wem zuerst die Fresse polieren sollte, bis der Latino (eh klar, spanische Wurzeln!) auf mich zeigte und meinte, ich soll den Schwarzen verprügeln. Der meinte wiederum, ich soll den Latino verprügeln. Klar, mach ich doch gerne. Ich bin ja ohnehin so ein muskelbepackter Schlägertyp. Irgendwie sind dann plötzlich beide vor uns gestanden, haben weiterdiskutiert und uns die unterschiedlichsten Dinge gefragt. Ob Amsterdam näher an österreich ist als Spanien, wie die Mädels bei uns aussehen und einige andere Sachen. Der Latino war der Meinung, dass er sofort wusste, dass wir aus österreich sind. Michi sagte schon zweimal „Geh ma jetzt bitte?“, bis sie endlich wieder weiterzogen. Als der Schwarze doch wieder zurückkam, packten wir dann doch unsere Sachen und gingen zurück ins Hotel. Man konnte gut beobachten, dass jede Gruppe, die von dem strangen Typen angequatscht wurde, zusammenpackte und das Weite suchte. Man weiß schließlich nie, wie solche Gestalten reagieren oder was sie im Schilde führen. Wieder im Hotel angekommen war die Körperpflege an der Reihe, um für die Abendplanung fertig zu sein. Was uns erwartet wissen wir noch nicht. Nur zwei Punkte sind sicher: Zuerst werden wir von der Happy Hour Gebrauch machen und dann suche ich mir einen Copyshop und lass mir 5000 Visitenkarten drucken für das boomende Schläger-Geschäft. Call 1-800-kill-the-other. Ganz amerikanisch eben…
Bis morgen!



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