Wie immer beim Blog hochladen sitze ich in der Hotellobby und.. ja.. lade den Blog hoch. Was auch sonst. Der Bass aus der Box direkt neben mir dröhnt mir die Birne zu, aber wenigstens gefällt mir die Mukke.
Die Nacht war weit ruhiger als die gestrige, denn der Lärmpegel war viel geringer. Das einzige, was die Nacht immer wieder unterbrach, war der Streit mit Anita. Der artete fast in einen Kampf aus. Doch glücklichweise handelte es sich nur um einen Kampf im Halbschlaf um die Decke, die sie diesmal größtenteils für sich beanspruchte. Der Tag begann wieder mit einem Mini-Frühstück im Cafe ums Eck und bestand aus einem Schokomuffin. Nicht viel, aber ausreichend. Wie bereits erwähnt, wollten wir heute eine Bustour durch Miami machen, um auch etwas anderes zu sehen, außer dem Strand. Für 39 Dollar gab es zwei Touren mit einer Menge Stopps, bei denen man beliebig aus- und einsteigen konnte. Die erste Runde war der Beach-Loop, da sich die Station unmittelbar bei unserem Hotel befand. Vorbei an vielen genauso berühmten wie berüchtigten Hotels. In einigen hat sich Al Capone vor der Polizei versteckt, in anderen steigen die Stars noch heute ab. Auch die Wohnungen von Jennifer Lopez, Enrique Iglesias, P. Diddy, Will Smith und weiteren Stars wurden uns gezeigt. Bei einer der Stationen stieg eine Familie ein, natürlich Spanier, die kein Englisch konnten. Deshalb musste Ashley, der Tourguide alles zweifach erklären. Einer der Söhne hatte noch dazu die Gabe, seinen Mund nicht zumachen zu können. Ich hasse es! Wieso muss man ständig mit offenem Mund dasitzen, auch wenn man weder was spricht, noch isst oder trinkt? Vielleicht um das Hirn mit zusätzlichem Sauerstoff zu versorgen.
Wie auch immer. Bei der Mainstation war ein Wechsel in den Town-Loop angesagt, um auch den Rest der Stadt zu sehen. Diese Tour führte durch das tropische Viertel Coconut Grove mit karibischen Palmen und architektonisch passenden Gebäuden, weiter nach Coral Gables, quasi einem Vorort von Miami, das nach Plan gebaut wurde. Dementsprechend geradlinig war alles angelegt. Sogar einen eigenen Wasserzugang hatten die Häuser, um jedem Bürger die Möglichkeit zu geben, ein Boot zu besitzen. Der nächste Bereich Miamis war Little Havana, wo sich ausschließlich Spanier niedergelassen haben. Eigentlich wollten wir dort widerwillig einen Stopp einlegen, um uns ein wenig umzusehen. Aber irgendwie wirkte alles so abgefuckt und heruntergekommen. Trotzdem irgendwie nett. Irgendwie halt, um nicht immer nur Negatives über das südliche Völkchen zu schreiben. Ausgestiegen sind wir trotzdem nicht. Ich hätte es mir entspannter vorgestellt, dass an der Ecke ein paar Kubaner mit Strohhut ihre soeben selbstgedrehten Zigarren verkaufen, während der Cuba-Libre-Mann gegenüber seine gemixten Getränke an den Mann bringt. Und wieder einmal eine Vision zerstört. Wie damals bei Chinatown in New York, wo ich die als Drachen verkleidete Menschen vermisst habe. Am ehesten kam noch ein Park an die Vorstellung ran, an dem wir vorbei fuhren, in dem ein Haufen alte Männer saßen und sich gegenseitig beim Domino spielen anbrüllten. Erstaunlicherweise bei hohem Interesse der umherlaufenden Passanten. Es ist interessant, wie stark hier verschiedene Bereiche ineinander verschmelzen. Bist du jetzt noch im tropischen Bereich der Stadt, kannst du zwei Blocks weiter schon von Hochhäusern umzingelt sein. Bei der Central Station befand sich ein beliebtes Einkaufs-Plaza mit einer Vielzahl an Restaurants. Unter anderem Hooters. Wir wollten ohnehin noch einmal Baby Back Ribs essen, also rein ins Vergnügen. Dass es bei Hooters gar keine Ribs gab, haben wir vergessen. Aber der Anblick der Hooter-Girls war zumindest eine kleine Entschädigung. Die knappen weißen Tops, die noch knapperen orangen Hosen, bei denen die Arschbacken rausblitzen, dazu die sportlichen weißen Stutzen und Schuhe. Nahezu ekelhaft… Oder so. Anscheinend bekommt man zum Einstand hier eine Brust-OP geschenkt, anders kann ich es mir nicht erklären. Oder es ist von Haus aus eine Anforderung, um dort anzufangen. Zu unserer Verwunderung war direkt neben Hooters ein Fat Tuesday, der weit einladender war als der am Ocean Drive. Und noch dazu gab es dort die gewünschten Sammelbecher, weshalb wir natürlich zuschlagen mussten. Beim Herumstrandln fanden wir auch einen Crocs Store und somit habe ich mir endlich die weißen Gummischlapfen gegönnt! Nun sehe ich aus wie ein Arzt. Und wichtig! Es gab sogar einen eigenen Weihnachtsstore mit Christbaumkugeln aller Art, angefangen bei halbwegs normalen mit Schuhen bis hin zu Figuren von schwulen Flamingos und Polizisten.
Nach einem kleinen Zwischenstopp am Hafen kehrten wir mit dem Sightseeing-Bus wieder zu unserem Ausgangspunkt am Ocean Drive zurück. Wir wissen jetzt übrigens, dass wir unbedingt Scarface schauen müssen, denn alle paar Minuten sahen wir einen anderen Drehort des Films.

Nach einer kleinen Pipipause (nein, nicht nur ich musste!) wollten wir noch kurz zu Miami Inc spazieren. Das ist das berühmte Tattoo-Studio, das sogar eine eigene Fernsehserie hat. Wir fragten, wann wir denn einen Termin bekommen würden und die trockene Antwort war „Right now!“. Wir bräuchten aber ein Motiv, was meine heutige Abendaufgabe definierte. Mal sehen, ob ich es morgen Abend wirklich durchziehe. Ich will ja schon lange ein neues und weiß auch, wie es aussehen sollte. Und wenn das dann auch noch von Miami Inc gestochen wird.. hell yeah! Natürlich wird es auch noch eine Frage der Kosten werden. Am Heimweg entschieden wir uns dazu, das wirklich allerletzte Mal in ein Shoppingcenter zu fahren, da es für den Strand ohnehin noch zu heiß war. Die Ausbeute im Aventura Plaza beschränkte sich auf Sackerl von Hollister und Abercrombie & Fitch, in dessen Shops man von der Parfum-Musik-Kombination innerhalb kürzester Zeit Kopfschmerzen bekommt. Und was noch ganz wichtig war: Neue Verziehrungspins für meine neuen Crocs. Vorher wurde ich nämlich von Anita bereits mit vier Superhelden-Pins überrascht. Ich habe mich gefreut wie ein Schuljunge am ersten Schultag wenn es ans Tüte auspacken geht. Nun bin ich also voll ausgerüstet.
Nachdem wir unser Auto beim Hotel dem überteuerten Parking-Servie übergeben haben (130 Dollar für vier Tage!), brauchten wir etwas Essbares, weshalb wir den Ocean Drive bis zum Ende entlang spazierten, wo eine Vielzahl verschiedener und verhältnismäßig günstiger Restaurants nebeneinander zu finden waren. Bei Buffalo Wings & Rings gab es Baby Back Ribs, was uns dazu animierte, dort Platz zu nehmen. Die Rippchen waren zwar nicht so gut wie im Gators in Daytona, aber trotzdem sehr fein. Nicht mit dem vertrockneten Fleisch zu vergleichen, das man teilweise bei uns bekommt. Ein vorletztes Mal wanderten wir müde ins Hotel zurück. Ich hoffe darauf, dass wir wenigstgens morgen ein bisschen zum Party machen kommen, denn die kam bisher ein wenig zu kurz. Zumindest meiner Meinung nach!
Inzwischen haben wir übrigens unsere Meinung über Miami ein wenig geändert, da ein Großteil der Idioten der ersten Nacht verschwunden sind. Das dürfte mit Ostern zu tun gehabt haben. Dass immer noch 55% Spanier und 35% Homosexuelle hier sind, lässt sich aber nach wie vor nicht leugnen. Vor zweiteren brauchen wir uns wenigstens nicht zu fürchten. Außer sie attackieren uns mit Wattebällchen und Nagelfeilen. Unser Hotel dürfte von der Lage her wirklich perfekt liegen. Inmitten des schönen Art Deco-Viertels von Miami Beach, nicht weit weg vom Partyzentrum, dem Strand und vielen bekannten Sehenswürdigkeiten.
Morgen haben wir einen Besuch im Seaquarium Miami geplant, eine Art Sea World mit Delphinen, Robben und sogar Orcas. Wir sind gespannt!
Bis morgen!






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