Der letzte Tag in den Staaten!

Ein letztes Mal sitze ich in der Hotellobby und lasse wehmütig den heutigen Tag Revue passieren. Ich habe gerade meine Schuhe kontrolliert, da es hier verdächtig nach Hundescheiße stinkt, aber ich bin draufgekommen, dass das anscheinend die Blumen am Glastisch vor mir sind. Auch interessant..
Heute Früh wurden Anita und ich zum Warten im Zimmer verdammt, denn meine Freundin wurde mit einem kleinen Geburtstagsfrühstück überrascht, das aus 12 Cupcakes bestand. Natürlich stilecht mit Kerze und einem gesungenen Happy Birthday. Wer es bis jetzt noch nicht überrissen hat: Ja, Anita hat heute Geburtstag. Den 20. um genau zu sein! Okay, sie ist 20+. Oder 20++. Nach dem Verzehren der kleinen Kuchen und dem Auspacken der Geschenke überlegten wir, ob wir tatsächlich ins Seaquarium fahren sollten oder doch lieber zur angeblich besseren Jungle Island. Wir entschieden uns dafür, sich den Tipps zu widersetzen und fuhren in das knapp 20 Minuten entfernte Wasserparadies anstatt in den Zoo mit bereits bekannten und auch bei uns zu bestaunenden Tiere. Von einem weißen Liger (Mischung aus Löwe und Tiger) abgesehen. Für 39 Dollar Eintritt erwartete uns gleich zu Beginn eine Show mit einigen Delphinen, die ihre Kunststücke nach den Kommandos der Trainerinnen durchführten. Gleich im Anschluss war eine weitere Show mit einer anderen Delphinart an der Reihe. Und das mit einem berühmten Teilnehmer, nämlich Flipper himself! Das Tier, das auch in der Fernsehserie mitgespielt hat, die unter Anderem im Miami Seaquarium gedreht wurde. Angeblich zumindest, aber das werden sie vermutlich noch in 100 Jahren erzählen. Das Haus des Rangers steht noch heute dort.

Für 50 Dollar pro Gruppe konnte man Fotos mit einem der Delphine machen. Alle Möglichkeiten, mit Delphinen zu schwimmen waren natürlich schon ausgebucht, weshalb wir die Chance nutzten, denn näher würden wir diesen Tieren mit der weichen, total glatten und trockenen Haut nicht mehr kommen.


Am Plan sahen wir, dass es auch hier ein Becken mit Stachelrochen zum Anfassen gab. Ich freute mich irrsinnig darauf, diese wunderbaren Tiere wieder einmal streicheln zu können. Doch die Zeit drängte, denn die nächste Show wartete schon. Die mit dem Killerwal. Sehr beeindruckend, was diese Tiere leisten können. Das war übrigens die weltweit einzige Show, in der ein riesiger Orca von fünf Weißbauch-Delphinen (die wohl kaum auf Deutsch so heißen) begleitet wird und das wurde stolz verkündet. Hier ist immer irgendwas das allerbeste und einzige der Welt. Vergleichbar wäre es mit der längsten vierzeiligen Lindenallee Europas in Ladendorf…

Gleich nach der Aufführung war es soweit und wir konnten für vier Dollar ungefähr 8 halbe Fische kaufen, um die Rochen zu füttern. Anita erklärte sich dankenswerterweise dazu bereit, zur Feier des Tages eine Runde Fischhälften für alle zu spendieren. Andere geben einen Drink aus, Anita Rochenfutter. Es war wieder ein super Erlebnis, wie diese sanften Tiere heranschwammen und das Futter einsaugten. Sie hatten außerdem großes Interesse an der Unterwasserkamera, die sie dauernd versuchten anzuknabbern. Ich denke, dass hier ein paar interessante Aufnahmen entstanden sind. Die Show mit den Seelöwen haben wir zwar verpasst, aber dafür haben wir uns die (zum Teil angeknabberten und geretteten) Meeresschildkröten, Nilkrokodile, Manatees und Tiere, die Rehen ähnlich sahen angesehen.

Im Gift-Shop hat sich Michi noch schnell einen Plüsch-Rochen gekauft und wir mussten unser Foto abholen. Insgesamt waren es acht Bilder, die allesamt erstaunlich gut aussahen, also kauften wir für läppische 25 Dollar alle auf CD. Machte in Summe 80 Dollar für acht Fotos. Guter Schnitt. Generell kann man sagen, dass das Seaquarium keineswegs so groß aufgebaut ist wie Sea World in Orlando, aber trotzdem einen Besuch wert war. Die Becken sind allerdings zum Teil recht klein gehalten.
Als Mittagsmahl gab es wahrscheinlich zum letzten Mal Burger von Burger King. Am Tisch gegenüber von uns nahm ein komischer Typ platz, der ständig herzlich lachte. Wir dachten zuerst, dass über unserem Tisch ein Fernseher ist, auf dem lustige Clips gezeigt werden, doch das einzige, was dort hang, war ein Plakat mit einem Whopper. Unheimlich witzig!

Heute war ja unser letzter Tag, weshalb wir noch einmal die Nähe zum Strand ausnutzen mussten. Außerdem brauchten wir ja noch eine Schicht Bräune auf unserer ohnehin schon gut gegrillten Haut. Und wo ginge das besser, als am Miami South Beach? Genau! Nirgends! Nach einiger Zeit wurde es langsam frischer, was uns dazu bewegte, uns wieder ins Hotel zu verziehen, um ein letztes Mal die Happy Hour bei der neuen, dümmlichen Kellnerin auszunutzen. Anschließend ging es ans Packen, denn morgen ist wieder Abflug angesagt. Weg von all dem American Way of Life. Weg vom Meer, vom Strand und der Sonne. Den protzigen Autos und den Posern darin. Aber auch weg von den Spaniern. Und spanischen Spaniern (ooh ooh, Insider-Alarm!). Die Vorfreude auf zu Hause ist aber auch schon da. Die Familie und Freunde, bodenständiges Essen, das eigene Bett. Und die eigene Bettdecke!
Eigentlich wollten wir uns heute ein Abendessen am direkt in der Mitte des Ocean Drives gönnen, doch für eine Pizza Margherita oder Penne um über 20 Dollar waren wir dann doch zu geizig. Also gingen wir wieder in das leckere Lokal von gestern, das nicht ganz so teuer war. Leckere Ribs für Michi, Wings für Markus und Pitas für Anita und mich. Eigentlich wollte ich noch Gebrauch vom Hotel-Angebot mit den gratis VIP-Tickets für einige angesagte Clubs machen, doch die Mitstreiter streikten leider. Somit schritten wir ein letztes Mal über den belebten, abendlichen Ocean Drive nach Hause in unser schwulenfreundliches Shelly-Hotel. Doch nicht ohne einen allerletzten Stopp bei Fat Tuesdays, in dem wir verwunderlicherweise die einzigen Gäste waren. Selbst das war bei Weitem angenehmer, als eine Horde Spanier!

Abschließend möchte ich den Trip noch ein wenig mit den vorherigen vergleichen. Einige Dinge haben sich zu unserer Reise vor zwei Jahren nicht geändert. Das wären zum Beispiel die Teile von kaputten Autoreifen alle paar Meter am Straßenrand. Oder die gemütliche Mentalität. Kein Stress, keine Hektik, einfach nur easy living, von Miami abgesehen. Deshalb ist es auch verwunderlich, dass man im Restaurant zum Teil schon die Rechnung bekommt, während man noch isst. Oder die großen Hupen der Frauen, die vom ungesunden Essen kommen müssen, anders konnten es sich Markus und ich nicht erklären.
Was diesmal aufgefallen ist, was sich geändert hat ist, dass die Autos geschrumpft sind. Vor zwei Jahren fuhr so gut wie jeder einen Spritfresser wie einen Pick-Up oder vergleichbares. Heute fahren hier sogar Minis und Smarts! An so etwas wäre vor zwei Jahren nicht zu denken gewesen. Scheinbar sind die Sprit-Preise auch hier saftig gestiegen, was die Einheimischen zum Umdenken bewegt hat. Außerdem ist uns aufgefallen, dass im Restaurant jetzt auch ständig gefragt wird, ob man gemeinsam zahlen möchte oder getrennt. Früher waren sie beleidigt oder angepisst, wenn man gesagt hat, man möchte getrennt zahlen, weil sie dann zwei Rechnungen schreiben musste.

Nun ist es wieder Zeit, sich zu bedanken, wie immer am Ende des Blogs. Zuerst bei meinen Eltern, die sich um meine „Geschäfte“ zu Hause und mein Chamäleon Donny gekümmert haben, bzw. Andi, der das Füttern über die Osterfeiertage übernommen hat. Und für das Borgen der Unterwasserkamera, mit der sicher einige coole Videos entstanden sind. Der nächste Dank richtet sich natürlich an euch, meine fleißigen Leser, die mich immer wieder (zum Teil zum Leidwesen meiner Mitstreiter) motiviert haben, weiter zu schreiben. Zu Guter letzt richtet sich mein Dank auch an meine Reisebegleiter, mit denen alles problemlos, ohne Diskussionen und Streitereien abgelaufen ist. Das ist nämlich keine Selbstverständlichkeit! Es war wieder ein wunderschöner Urlaub, der ruhig noch länger dauern könnte.

DANKE AN EUCH ALLE!

Morgen werden wir uns nach dem Checkout noch einmal den Pansen bei IHOP vollschlagen und anschließend auf den Flughafen fahren. Hoffentlich haut nun endlich alles so hin, dass wir gut heimkommen, nach all den Problemen mit der drecks Iberia-Airline. Sorry, aber ich musste es nochmals erwähnen! Sollte sich morgen noch etwas Erzählenswertes ereignen, gibt es noch einen abschließenden Beitrag, wenn nicht, war es dieser hier.

In diesem Sinne, nochmals ein herzliches Dankeschön an euch!

Liebe Grüße, Chris (der Schreiber des weltweit einzigen und meistgelesenen Blogs über vier Leute, die Anita, Michi, Markus und Chris heißen, um die Osterzeit auf der Ostküste der Vereinigten Staaten waren und Fat Tuesdays-Becher sammeln) und seine Krieger!

Zum Abschluss gibt es noch ein Suchbild. Im folgenden Bild hat sich ein Tier versteckt. Wer es gefunden hat, erhält meine vollste Hochachtung und ein Wellness-Wochenende in St. Anton auf eigene Kosten!

5 Antworten zu „Der letzte Tag in den Staaten!”.

  1. Wir wünschen einen guten Heimflug und freuen uns schon auf die Erzählungen. LG Susi & Marcus

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  2. P.S. Natürlich auch noch Happy Birthday an Anita. LG Susi & Marcus

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  3. Alles Gute zum Geburtstag für Anita! Vielen lieben Dank wieder für deine spannenden und lustigen Berichte, ich habe mich immer sehr darauf gefreut,gute Heimreise und liebe Grüße an alle, Rita

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  4. Auch ich sag ein herzliches Dankeschön für Deine wunderbaren, ausführlichen und lustigen Berichte. Ich hab mich jeden Tag darauf gefreut (und auch einige meiner Freunde warteten immer sehnsüchtig drauf 🙂 ), Deiner Anita wünsche ich unbekannterweise alles Liebe zum Geburtstag und Euch allen einen guten Heimflug! Eveline

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  5. Hallo ihr Lieben,

    auch wir sagen Dankeschön für eure super lustigen und spannenden Berichte. Wir haben jeden Tag brav die Reise verfolgt 🙂

    Wir wūnschen euch einen guten und angenehmen Heimflug.

    Freuen uns schon sehr auf euch.

    Liebe Grūße
    Die Jankees

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