Schönen guten Abend/Morgen/Mittag!
Ich lungere mal wieder am gemütlich Bett herum und fühle nebenbei wie sich meine Kopfhaare allmählich zu kräuseln beginnen. Mehr dazu später.
Am heutigen Plan stand nochmals die Bustour zum Bondi-Beach. Die Sonne prallte vom Himmel und wir schwitzten, dass die Hälfte genug gewesen wäre. Das würde hier stehen, wenn das Wetter schön gewesen wäre. Es war zwar nicht sonderlich kalt, aber stürmisch und es hat immer wieder zu tröpfeln begonnen. Diesmal gingen wir direkt zum Australian Museum, um den richtigen Bus zu erwischen. Ich muss an dieser Stelle übrigens mal danke sagen an die Entwickler der App CityMaps2Go, mit der es wirklich supereinfach ist, durch die Stadt zu navigieren. Und das alles ohne Internetverbindung! Also ein Kauf, der sich absolut lohnt! Werbung Ende. Wenn auch Sie hier werben wollen, kontaktieren Sie mich!
Was übrigens in Australien generell auffällt sind die vielen aufgemotzten Prolokarren (vorzugsweise von Asiaten gelenkt – Fast and the furious lässt grüßen) und auch sehr viele Luxuskarossen sind unterwegs. Ob Maserati, Lamborghini oder Ferrari. Von allen sieht man mehrere am Tag. Und das beste daran ist, dass sie auch gerne hören lassen was sie haben. Nicht wie bei uns, wo meist das Standgas schon zu viel ist. Nur so als kleine Info am Rande.
Wo waren wir stehen geblieben? Achja, bei der Tour zum Hausmeisterstrand Sydneys. Die Fahrt dauerte nicht all zu lange und am berühmtesten Strand der Stadt angekommen wurden wir herbe enttäuscht. Denn wie schon im Stadtzentrum stürmte es auch hier ordentlich, was uns dazu bewegte eine Planänderung in Betracht zu ziehen. Sollten wir doch lieber ins Museum, obwohl wir beide Kulturbanausen sind und einen Van Gogh nicht von einer Banane unterscheiden können? Oder doch lieber in irgendein Shoppingcenter, das auch sonntags geöffnet ist? Gruß an das touristenfeindliche Wien/Österreich an dieser Stelle! Der Regen hatte mittlerweile aufgehört und so entschieden wir uns schließlich doch dazu, den Spaziergang der Küste entlang zu wagen. Der Wind blies uns zwar um die Ohren, doch die Regenjacke verschwand relativ schnell wieder im Rucksack. Der Ausblick wechselte zwischen schroffen Felsen und super Stränden. Auf der Strecke gibt es auch zwei Pools, die direkt ins Meer gebaut und auch mit Meerwasser gefüllt sind. Ideal um den Tieren, der Strömung und den riesigen Wellen zu entkommen.
Nach einigen Kilometern drehten wir schließlich um, da sich der Himmel immer mehr verdunkelte. Zurück am Bondi Beach (Bondi bedeutet aus dem aboriginisischen übersetzt soviel wie Wasser, das über Felsen bricht) nahm der Sturm weiter zu, doch wir konnten den Strand nicht verlassen, ohne zumindest unsere Kasler hinein gesteckt zu haben. Der uns waagrecht entgegenfetzende Sand fühlte sich an, als würden wir sandgestrahlt werden. Daher sahen wir unseren Plan, ein wenig Sonne zu tanken als gescheitert an. Die Busstation war bereits in Reichweite, als es plötzlich heftiger zu regnen begann. Und Regen am Meer nicht schön! Mhmh! Regen am Meer blöd! Bäh!
Wir stellten uns beim erstbesten Geschäft unter. War blöderweise ein Shop für Bondi-Mode (klingt irgendwie wie eine Verniedlichung von Bondage… „Magst heut a Bondi machen, Schatzl?“ – „Na, heut lieber a Sadi, Haserl!“) und somit habe ich jetzt eine kurze Jogginghose mehr für zu Hause.
Eine halbe Stunde verging, bis sich der Bus endlich blicken ließ und kaum saßen wir drin, ließ sie sich wieder blicken. Die Sonne. Danke für gar nix, blöder Feuerball!
An der Central Station angekommen war unser nächstes Ziel China Town. Ich bin mit der Ironie durchaus bewusst, dass wir keine Chinesen mögen und trotzdem dorthin gehen. Doch auch diesmal wurde ich enttäuscht. Anders als zuvor in Melbourne waren hier keine Drachen oder Trommler zu sehen. Schwamm drüber. Wir wollten ohnehin nach Darling Harbour, einem weiteren Stadtteil, der wie der Name schon vermuten lässt, am Hafen liegt. Wie an so vielen Plätzen hier war auch dort gerade ein Fest im Gange, nämlich das Thailand Grand Festival mit verschiedenen Fressständen und Aufführungen. Und endlich wieder kleine, tanzende Asiaten.
Diesmal gab’s ein wenig früher Mittagessen, nämlich gegen 15 Uhr. In Darling Harbour ist ein super Lokal neben dem nächsten. Wir ließen ausnahmsweise das Hard Rock Café links liegen und speisten bei Jimmy Buffett’s Margaritaville. Om nom nom, war das lecker! Und die Aussicht auf den Hafen dazu. Und die Live-Musik im Hintergrund. Und und und. Da hat alles gepasst.
Eigentlich wollten wir über den Chinese Garden (ja, schon wieder die…) und Circular Quay zum Royal Botanical Garden wandern, aber nachdem wir erfahren hatten dass dort Eintritt verlangt wird, ließen wir den Besuch aus. Wir überlegten kurz, ob wir mit einem aus dem vor dem Chinese Garden liegenden Teich entführten Koi freien Eintritt erpressen sollten, entschieden uns dann aber doch dagegen.
Am Weg durch den Hyde Park wurden die Leute mit grünen Hüten oder Shirts immer mehr und mehr. Hip Hip Hooray, it’s St. Patricks Day! Zwar eigentlich erst am 17. März, aber heute fand bereits eine große Parade und in Hyde Park eben der St. Patricks Family Day statt. Mit irischer Liveband, jeder Menge Bier und grün gekleideten Menschen. Ich glaube, ich war in einem früheren Leben ein irischer Kobold. Irgendwie fühl ich mich zu der Musik hingezogen und finde das ganze drum herum auch geil. Vielleicht sollten wir demnächst nach Irland fahren, um meine Vorfahren zu besuchen.
Ich finde es generell geil, wie viele Veranstaltungen hier stattfinden, die in Wien vermutlich vor lauter Bürokratie niemals möglich wären.
Am Circular Quay angekommen begann es wieder zu regnen. Und wenn es in Sydney regnet, regnet es ordentlich. Und es machte keine Anstalten bald wieder aufzuhören. Wir disponierten wieder um und fuhren mit dem Sightseeing-Bus einfach zu der dem Hotel am nächst gelegenen Station. In der Alkofix Abteilung noch schnell mit Getränken für den Abend eingedeckt sind wir heute ausnahmsweise früher am Zimmer angekommen und haben die Zeit optimal genutzt. Wir haben nämlich den Trockner entdeckt. Und wir mussten feststellen, dass manche Trockner nicht trocknen, sondern die Wäsche nur heiß machen. Somit sieht es in unserer Kammer nun aus wie in Omas Waschküche und die Luftfeuchtigkeit wird auf knapp 100% steigen. Aber wenigstens haben wir dann schon mal einen Vorgeschmack auf den Regenwald, der uns bald erwarten wird.
Wie ihr seht, ist heute nicht sooo viel passiert. Zumindest nicht viel neues. Nun heißt es noch schnell das Bier austrinken und zeitig ins Bett gehen, denn morgen um kurz vor 7 fährt schon unser Zug in die Blue Mountains ab. Was wir dort erleben, erfährt ihr natürlich wieder unverzüglich!
Liebe Grüße in die Heimat und ein G’deeven’g Australia!
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