Zivilisawaaaaaaas? Willkommen in Alice Springs!

Ach du heiliger Känguruhoden, ist das heiß hier! Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren und versucht die Hitze ein wenig erträglicher zu machen.
 Wir haben bereits unsere Rucksäcke gepackt, denn morgen früh geht’s endlich los. Ab ins Outback – angeblich noch mehr mittendrin im Niemandsland als wir ohnehin schon sind!
 
 Um halb 8 läutete mal wieder unser aller Freund, der Wecker! Noch schnell die Zähne geputzt, hoffentlich auch den letzten Rest reingepackt und schon durften wir uns zum Morgenpost begeben. Koffer tragen. Über ein schmales Treppenhaus. Vom dritten Stock runter. Und das noch vorm Frühstück. Ich habe überlegt, ob ich es in meine Trainingsapp als Workout eintragen soll, hab mich dann aber doch dagegen entschieden.
 
 Bei sämtlichen Öffi-Stationen muss man das Ticket durch einen Scanner schicken, dass sich die kleinen Türchen öffnen um zu den Bahnsteigen zu gelangen. Leider habe ich die Breite meines Koffers unterschätzt und bin im Gate stecken geblieben. Blöderweise mit einem Fuß hinter und einem vor der Absperrung. Eh fast nicht peinlich. Und noch dazu hab ich jetzt einen blauen Fleck am Poppes, aber keine Sorge, das Bild erspar ich euch! Ich war ja richtig froh, dass erst geschätzte 100 andere Leute ungeduldig hinter mir gewartet haben. War ja eh nur die morgendliche Rush Hour. Anita hat es ein wenig besser gelöst und ist einfach zum breiteren Durchgang gegangen. Männer verschätzen sich mit der Größe halt auch manchmal. Manche Dinge schätzt man größer ein, andere eben kleiner.
 Ein letztes Mal stiegen wir bei der Central Station in die Metro zum Flughafen um. Auch hier konnten wir vom ausdrucken des Barcodes für das Gepäck, bis hin zur Aufgabe eben dieses alles selbst machen.
 
 Das war also unsere Zeit in Sydney. Wir hatten die zweite große Stadt hinter uns gelassen und uns von so klingenden Namen wie Wollongong oder Wollomooloo („Wir nennen es hier einfach nur The Loo“) verabschiedet, um ins ungefähr 2000 Kilometer entfernte Alice Springs zu fliegen. Nach einem kleinen Drogenschnelltest wurde festgestellt, dass wir natur-doof sind, durften boarden und schließlich noch einen letzten Blick auf Sydney werfen.
 


Die Sicht von oben war ziemlich klar und bald konnte man schon erahnen, warum das alles das rote Zentrum genannt wird. Um Wasser zu finden muss man ähnlich viele Kilometer gehen wie beim Media Markt, um einen kompetenten Verkäufer zu finden. Wobei, eher findet man wohl das Wasser…
 


Nach knapp zweieinhalb Stunden landeten wir mitten im nirgendwo, auch bekannt als Alice Springs. Als sich die Türen öffneten blies uns die warme Luft schon entgegen und ich dachte es kam von den Turbinen oder von sonst wo. Nein. Kam es nicht. Das war die Lufttemperatur! Ein kurzer Blick aufs Handy bestätigte uns, denn es hatte schon 36 Grad. Und das war noch nicht mal das Tagesmaximum.
 Der Flughafen von Alice Springs ist allein schon ein Highlight. Man steigt aus, geht die fahrbaren Treppen hinunter und geht einfach mitten über das Flugfeld zur Gepäckabholung und raus zum Hotel-Transfer. Der gesamte Weg ist kürzer, als wenn ich daheim zum Billa um ein Wurschtsemmerl geh.
 Der online gebuchte Hotel-Transfer brachte uns innerhalb kürzester Zeit in unser Hotel für eine Nacht, das Desert Palms Resort.
 


Nachdem die ersten Schweißtropfen weggewischt waren starteten wir zu unserem Ausflug ins ca. anderthalb Kilometer entfernte Stadtzentrum. Es war unpackbar heiß. Das Thermometer ist nämlich mittlerweile ein wenig weiter gestiegen:
 


Man geht, man schwitzt. Man steht, man schwitzt. Man sitzt, man schwitzt. Man atmet, man schwitzt. Man stellt sich tot und schwitzt trotzdem. Die einzigen die sich sichtlich wohl fühlen sind die Millionen von Heuschrecken, die hier herumhüpfen. Egal wo man hinsteigt, es hüpft bei jedem Schritt mindestens einer weg und fliegt in scheinbar sicherere Gefilde. Selbst die Rezeptionistin ist darüber verwundert, dass derzeit so viele hier sind. Auch in unserem Zimmer flattert einer fröhlich herum. Solange er nicht mitten in der Nacht zu Zirpen beginnt…
 Unser erstes Ziel war das Reptilienzentrum. War ganz nett dort, wird aber wohl nicht das Highlight der gesamten Reise werden.
 


Dieser Kollege läuft dort frei herum und begrüßt die Besucher. Oder beißt sie…

 Weiter ging es zur Todd Mall, ein (glücklicherweise klimatisiertes) Einkaufszentrum. Auch das war kein Highlight, doch wir nutzten die Chance, um uns mit Wasser und Essen für den restlichen Tag einzudecken. Um uns am Heimweg wenigstens ein wenig abzukühlen, schnappten wir uns beide noch ein kleines Eis. Ich traute mich mal drüber und probierte die Sorte „Salty Caramel“. Nachdem ich nicht so der Hardcore-Karamell-Fan bin, dachte ich mir, dass salziges Karamell vielleicht besser schmeckt. Und tatsächlich, es war lecker!
 Ich kann mir noch immer nicht vorstellen, wie man in einer gottverlassenen Gegend wie Alice Springs leben kann oder will. Der Schweiß floss ständig in Strömen die Stirn hinab. Noch dazu ist die Gesellschaft hier auf der Straße nicht unbedingt die beste. Zumindest ist das der erste Eindruck. Der Großteil der Menschen, die man hier sieht sind nämlich anscheinend Generationen die von den Aborigines abstammen. Sie sitzen hier in den Parks in riesigen Gruppen im Schatten der Bäume und machen was auch immer. Wir haben sie nicht gefragt. Erinnerungen kamen hoch an New York vor ein paar Jahren, als wir als einzige Weiße mitten in Harlem standen. Irgendwie sehen die Leute auch seltsam aus. Irgendwie.. Ich weiß nicht, wie ich sagen soll.. Komisch eben. Wie eine Mischung aus dem Vorgänger des Homo Sapiens (in Bio nicht aufgepasst.. Wie hieß der? Homo erectus?) und den Leuten aus „The Hills have eyes“, falls ihr den Film kennt. Auf jeden Fall irgendwie seltsam. Aber ich habe gelernt, nicht immer so oberflächlich zu sein, deshalb möchte ich sie auch nicht verurteilen bevor ich sie kenne. Allerdings möchte ich Sie glaube ich auch nicht so genau kennenlernen, denn nun ja, wenn man den ganzen Tag in der Hitze herum rennt, riecht man nunmal nicht wirklich nach Rosen. Eher nach der Stinkpflanze bei den Simpsons.
 Interessant hier ist übrigens auch die Zeitverschiebung. Hier sind nämlich 8,5 Stunden Unterschied zu Österreich. Diese verrückten Australier!
 Wieder im Hotel angekommen entschieden wir uns für das einzig sinnvolle bei diesen Temperaturen.
 


Zu unserer Verwunderung war der Pool gar nicht so heiß wie erwartet und bot uns somit eine optimale Abkühlung. Da wir morgen schon um 05:50 abgeholt werden und unser Gepäck im Hotel lassen, mussten wir unsere Koffer schon heute zur Rezeption bringen, um sie nach unserer Tour auch wieder unversehrt zu bekommen. Das machte die abendliche Körperpflege zwar ein wenig umständlich, aber das machte nichts.
 Nun gibt es zur Abwechslung Essen aus der Mikrowelle, da wir uns bei der Früh einbrechenden Dunkelheit nicht mehr raus trauen sollen. Zumindest wurde uns das gesagt und wenn ich an die Leute von tagsüber denke will ich das glaube ich auch gar nicht.
 Wie gesagt befinden wir uns die nächsten drei Tage im australischen Outback. Das heißt für mich, es gibt kein Internet. Und das heißt für euch, es gibt keinen Blog. Dafür gibt’s dann danach wieder ein großes Update. Es sei denn, die Kängurus im Outback haben WiFi-Hotspots im Beutel. Doch das bezweifle ich ein wenig!
 
 Bis (hoffentlich) bald!

Eine Antwort zu „Zivilisawaaaaaaas? Willkommen in Alice Springs!”.

  1. Hahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahahaaa!! Bei der Steckenbleibaktion wäre ich gern dabei gewesen! =D

    Gibts ein Video?? hahahahahahaha =D
    Schön, Chris, dass du so ehrlich bist und keine Peinlichkeiten auslässt (y)

    Ich lese von der Hitze und wünschte, ich wäre bei euch…mir ist kalt!
    Dabei scheint bei uns wieder die Sonne =) ich mag die Sonne…

    Komisch??
    Das Wort des Jahres =)

    Menschen sind komisch.

    Passt auf euch auf in der Wildnis!

    Bis bald

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