Moin Moin Freunde!
Ich hoffe bei euch ist alles genauso fit wie bei uns!
Der heutige Tag begann ein bisschen weniger stressig als der gestrige, da sicherheitshalber Anita den Wecker gestellt hatte.
Pünktlich (wie die Australier nunmal sind) um 08:20 wurden wir von Dave, unserem Tourguide mit dem Kleinbus abgeholt. Im Wagen saß bereits ein Pärchen aus Melbourne und ein Mädel aus Paris. Am Weg zum letzten Hotel blieb Dave am Straßenrand stehen und zeigte uns die Flughunde, die in den Baumwipfel entweder ruhig schliefen oder wie kleine Affen fröhlich herum kletterten.
Als letztes stieg ein älteres Ehepaar aus England zu und komplettierte unsere angenehm kleine Runde.
Der erste Stopp war Mossmann Gorge, der wohl bekannteste Teil des Daintree Rainforest. Am Weg dorthin fielen besonders die vielen Felder auf, auf denen Zucker angebaut wurde. Zwischendurch wieder Bananenstauden und Mangobäume.
Auffallend waren außerdem die auf Stelzen gebauten Häuser. Der Grund dafür sind die vielen Termiten, die hier fleißig die Häuser auffuttern würden.
Bei Mossman Gorge angekommen machten wir einen kleinen Rundgang durch den Regenwald und sahen unter anderem einen etwa 30 Zentimeter großen Skink oder zwei Schildkröten, die sich auf einem Felsen sonnten. Besonders schön ist natürlich der Mossman River, der das kristallklare Wasser durch den Regenwald führt.
Für das Frühstück fuhren wir zum Ausgangspunkt für die Schifffahrt, wo wir in alten Booten Muffins, Kekse, Tee und Kaffee serviert bekamen. Ich habe den Kaffee und Tee verweigert, dafür habe ich einen neuen Freund. Sein Name ist Jad und er ist ein wenig haarig. Der einjährige Terrier und ich haben nämlich einiges gemeinsam, daher verstanden wir uns auch so gut. Beispielsweise haben wir beide eine ordentliche Speckschicht. Und wir lieben es, Aufmerksamkeit zu bekommen. Und Jad spielt gerne mit seinem Schwanz. Er hat es nämlich noch nicht überrissen, dass der zu ihm gehört und so kam es des Öfteren vor, dass er versuchte ihn zu fangen. Geschafft hat er es nicht. Nicht aufgeben Jad, irgendwann schaffst du es! Ich glaube ganz fest an dich!
Als nächstes stand eine kleine Rundfahrt am Mossman Gorge am Programm. Die Warnschilder dort sprachen eine eindeutige Sprache. Dort sollte man nämlich nicht unbedingt schwimmen gehen. Der Grund dafür sind die Salzwasserkrokodile, die sich dort niedergelassen haben. Doch die Chancen standen ohnehin relativ schlecht, welche zu Gesicht zu bekommen, da auf dem 70 Kilometer langen Abschnitt gerade einmal 50 Exemplare gezählt wurden. Viele Leute sehen immer wieder Logs, also Holzstücke, die sie für Krokodile halten. Diese besondere Spezies wird deshalb Logodil genannt.
Es dauerte nicht sehr lange, bis wir plötzlich doch Glück hatten und ein Exemplar faul in der Sonne liegen sahen. Es war noch ein Jungtier und dementsprechend klein, aber wir konnten die Liste der Tiere, die wir in freier Wildbahn gesehen haben (am Ende des Blogs zu finden) erweitern! Entweder wir hatten riesiges Glück, oder der Bootsführer erzählte uns ein Märchen bezüglich der Anzahl, denn wir sahen danach noch ein mittelgroßes und ein ausgewachsenes, 500 Kilo schweres Krokodil. Um ehrlich zu sein sind die Salzwasserkrokodile um einiges hässlicher als die Alligatoren beispielweise in den Everglades in Florida.
Als nächstes stand das Mittagessen am Programm, doch bevor wir uns auf den Weg dorthin machten, drehten wir noch eine kleine Runde durch ein privates Grundstück, das für normale Touristen nicht zugänglich war. Dave zeigte uns unter anderem eine Frucht mit dem Namen Cassowary Plum, die etwa faustgroß ist und sich halluzinogen auf den Kreislauf auswirkt, wenn man die Milch der Frucht auch nur berührt. Ich überlegte, kurz daran zu lecken, ließ es schließlich aber doch.
Uuuund wir konnten die Liste schon wieder erweitern, denn als wir so durch den Regenwald wanderten, sagte Dave plötzlich, dass wir stehen bleiben sollten. Wir waren anfangs verwundert, sahen dann aber doch schnell warum. Direkt am Baum vor uns hing nämlich ein Boyd Forest Dragon, eine Art Leguan mit zirka 50-60 Zentimetern Körperlänge. Ein gutes Stück später entdeckte Anita noch einen zweiten. Diesmal war es ein Weibchen und Dave erklärte uns, wie die Paarung der Tiere abläuft. Das Männchen beißt sich am Kamm des Weibchens fest, weshalb dieser Kamm auch Love Handle genannt wird. Danach treiben sie seltsame Spielchen. Ich muss mir das erst mal genauer ansehen. Aber wonach soll ich suchen? Drachen-Porno? Bumsende Baumbewohner? Forest-Fic… Ich glaube ich lass es doch lieber!
Zum Mittagessen gab es Rindersteaks, Würstel und Fisch, dazu drei Salate und verschiedene Saucen. Unsere Mitreisende aus Melbourne meinte, dass man sowas in Süd-Australien niemals servieren würde, doch wir fanden es ganz okay. Sicher nicht das beste Essen, aber ganz so schlecht war es auch nicht. Gesellschaft leistete uns ein Bush Turkey. Nein, kein Buschtürke, ein Buschtruthahn!
Im Anschluss stand das Sportprogramm am Stundenplan, denn wir zogen unsere Badesachen an und sprangen in den Fluss, der dort floss. Wir waren uns nicht ganz sicher, ob es sich dabei auch um den Mossman River handelte. Vemutlich hat Dave es eh 37mal gesagt und wir haben mal wieder nicht zugehört. Das Wasser war jedenfalls wärmer und die Strömung stärker als erwartet. Aber die Erfrischung war perfekt.
Als letzter großer Punkt war Cape Tribulation unser nächstes Ziel, wo James Cook vor ein paar Jahren bei einer seiner zahlreichen Erkundungstouren am Riff auf Grund gelaufen ist. Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen. Ich glaube es war ein Dienstag.
Langsam bewegten wir uns wieder Richtung Port Douglas, als Emmanuelle, unsere Quotenfranzosin aufschrie und angeblich einen Baby-Cassowary sah. Dave stieg in die Bremsen, drehte bei der erstbesten Möglichkeit um und raste zurück, wo tatsächlich ein Jungtier im Schutz des Waldes nach Futter suchte. Doch es war nicht alleine, denn auch seine zwei Geschwister waren unterwegs. Dave wusste, dass sie nicht alleine sein konnten, da sie immer vom Papowary begleitet werden. Der Papowary ist übrigens der Papa-Cassowary. Ich glaube ich Kürze ab sofort alle Wörter einfach ab. Dv drht wdr um nd lnkt d Bs f 1 Fd. Okay.. Vielleicht funktioniert das mit dem abkürzen doch nicht so gut. Also weiter im Text! Dave drehte wieder um und lenkte den Bus auf ein Feld, wo er vermutete, dass die Familie entlang gehen würde. Und er hatte recht. Es dauerte keine Minute, bis alle vier Vögel auftauchten und das Feld überquerten. Die Weibchen werden größer, was bei der beeindruckenden Größe der Männchen fast unglaublich scheint. Cassowaries sind nach den Straußen die zweitgrößten Vögel der Welt, dicht gefolgt von den Emus.
Dave ließ uns noch eine Frucht namens Mangosteen kosten, die ich noch nie zuvor weder gesehen, noch etwas davon gehört, noch jemals gekostet habe. Sie sah von außen ein wenig aus wie eine Mischung aus Zwetschke und Feige, das essbare Innere glich in Farbe und Konsistenz einer Lychee. Doch geschmacklich war es irgendwie nicht vergleichbar. Es schmeckte süß und lecker. Typisch exotisch eben.
Bevor wir die Fähre über den Fluss nahmen, hielten wir noch bei der Daintree Ice Company, wo Eis aus den eigenen Obstbäumen hergestellt wurde. Es gibt immer nur genau die Sorten, die eben gerade reif und fertig zum produzieren waren. Heute waren das Passion Fruit, also Maracuja, Himbeere, Wattleseed und Jackfruit. Was genau die letzten beiden Sorten waren wussten wir nicht. Wir waren aber froh, dass unsere Hirnleistung diesmal nicht ganz so eingeschränkt war wie gestern und somit teilten wir uns einen Becher.
Dave brachte uns zurück zu unserem super leiwanden Hotel, doch wir marschierten geradewegs zu den Shops auf der Hauptstraße, da es bereits kurz vor sechs war. Wir fragten in einem Shop nach, wann denn die meisten Geschäfte hier zusperren würden und der Verkäufer meinte, normalerweise zwischen vier und fünf. Also hatten wir sogar noch Glück. In der Nebensaison ist hier nämlich relativ wenig los.
Alle Einkäufe und die Sachen von unserer Tour ins Zimmer gebracht, beschlossen wir zur Marina zu gehen.
Bei der Marina, wo gestern unser Schiff angelegt hatte, befanden sich eine Menge netter Geschäfte und Restaurants. Sie waren auch immer noch dort als wir hin kamen, allerdings alle geschlossen.
Doch wenigstens konnten wir die Flughunde, die am Vormittag noch friedlich geschlafen haben, dabei beobachten wie sie zur Jagd aufbrachen. Aber nicht ein kleinen Gruppen, nein das waren sicher um die tausend Flughunde!
(Die dunklen Punkte sind Flughunde. Sieht man eh super, oder?)
Bereits am Weg zur Marina sahen wir einen Abschnitt, wo mehrere Lokale nebeneinander waren und so konnten wir wählen zwischen Thai, Tapas, Grill und anderem. Wir entschieden uns für Thai. Und das war gut so. Es war nämlich mit Abstand das beste Thai- bzw. auch China-Food, das ich je gegessen habe. Anita hatte Pad See Ew Chicken (Hühnerfleisch mit flachen Nudeln) und ich Pineapple Fried Rice Chicken (serviert in einer halben Ananas). Ich traue mich fast zu behaupten, dass das das beste Essen in Australien bisher war! Es war ein wahrer Geschmacksorgasmus!
Satt und zufrieden spazierten wir die kurze Strecke zum Hotel zurück, um uns bettchenfertig zu machen. Es war ein Tag, der in die Spalte Nett fällt. Nicht „nett“-nett, sondern einfach nett! Es war aber auch sehr schwer, den gestrigen Tag zu toppen.
Morgen früh müssen wir leider schon wieder Abschied nehmen vom wunderschönen Port Douglas. Man könnte es hier (so wie fast überall hier) durchaus länger aushalten, doch die Zeit drängt leider! Doch auch vor uns liegen noch tolle Sachen, denn morgen gehts ab nach Brisbane, unserer letzten Großstadt auf unserer Reise.
Hier findet ihr noch die Liste der Tiere, die wir bisher in freier Wildbahn gesehen haben:
– Kängurus
– Wallabies
– Howkie, den Schnabeligel
– Koalas
– Kakerlaken
– Boyd Forest Dragons und verschiedenste andere Eidechsen
– Flughunde
– Salzwasserkrokodile
– Red Back Spinnen
– Emus und Cassowaries
– Dingos
– Kakadus, Papageien und viele andere Vogelarten
– Hunderte Fische und Schildkröten
Was nun noch fehlt:
– Wombats (werden wir wohl nicht mehr sehen, zumindest nicht in freier Wildbahn)
– Quokkas (findest man leider nur auf Rottnest Island an der Westküste)
– das Schnabeltier
Meine sehr verehrten Damen und Herren, griass eich!



















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