Servas de Madln, griass eich de Buam!
Wir sitzen gerade im Wohnzimmer unseres überdimensionierten Apartments und schauen die Tonight Show starring Jimmy Fallon. Irgendwie sind die amerikanischen Abendshows lustiger als die unseren. Sollten im heutigen Blog also Fehler sein, liegt es daran, dass ich ein wenig abgelenkt bin!
Nicht ohne wehmütig zu sein verließen wir in der Früh unser wunderschönes Zimmer und damit auch Port Douglas, den Ort, den wir ganz besonders ins Herz geschlossen haben. Der Chauffeur wartete bereits vor der Türe und lud unsere übergewichtigen Koffer ein. Wir haben sie übrigens wieder so gepackt, dass jeder sein Zeug eingepackt hat. Zumindest fast.
Je näher wir Cairns kamen, desto mehr wussten wir, warum wir bereits um 07:15 abgeholt wurden. Denn auch in Australien gibt es eine Rush Hour! Somit zuckelten wir Meter für Meter, bis wir endlich am kleinen, aber trotzdem ziemlich stark frequentierten Flughafen ankamen. Eingecheckt hatten wir schon online am Vorabend, doch der Moment der Wahrheit stand noch bevor. Wie bei der Serie über das Fetten-Camp „The Biggest Loser“ ist auch bei uns der Augenblick am spannendsten, wenn unsere Koffer auf die Waage müssen. Meiner war zuerst dran und trotz Rückkehr zum alten Packsystem bekam er schon wieder eine Plakette mit 29kg. Und schon wieder brach er in lautes Schluchzen aus, als er sich in die unergründlichen Wege des Förderbanddschungels verabschiedete. Nun war Anitas Koffer dran. Und siehe da, auch er hat im Fetten-Camp ordentlich versagt und sich damit ebenfalls ein „Heavy-Schild“ verdient. Zwar nur mit 25kg, aber immerhin. Somit bleiben uns für die letzten anderthalb Wochen noch sechs Kilo Spielraum. Sollte reichen.

Da der Flughafen nicht so viel hergab wie wir Zeit hatten, machten wir es uns noch ein letztes Mal im Freibereich des Cairns Airport gemütlich, bevor auch schon das Boarding begann. Zuvor musste ich Anita allerdings noch davor bewahren einen Kollaps zu bekommen. Grund dafür war nicht etwa die Hitze. Der Grund war so ein kleines Boot, wo man Kinder reinsetzen kann und sie nach dem Einwurf einer Münze für ein paar Minuten zufrieden stellen und auf dem elektrischen Meer herumschwanken lassen kann. Auf dem Boot drauf waren nämlich verschiedene Tiere. Eine Kuh, ein Hund, ein Dinosaurier, eine Giraffe und noch einige mehr. Was daran das Problem ist fragt ihr euch? Ernsthaft? Das ist pädagogisch genauso wenig wertvoll, wie wenn Kinder einen Zigarettenstummel finden und man sagt „Ach, probier ruhig mal!“ Wenn nicht sogar noch schlimmer!

Als Nicht-Pädagoge versteht man das wohl nicht so ganz. Als Pädagoge ist das jedenfalls wie eine Ausgeburt der Hölle. Einfach verkehrt. Grauslich! Pfui!
Ich war wohl in meinen letzten Beiträgen viel zu rassistisch und gemein. Karma is a bitch. Und somit saßen wir direkt in einer Gruppe von Chinesen. Natürlich saß auch neben mir einer. Kein kleiner zierlicher. Nein, wenn dann schon einer mit ordentlicher Kugel vorne dran. Und einem eher weniger angenehmen Geruch. Beste Kombination, die es nur geben kann. Ich habe mir vorgenommen, in Zukunft netter und respektvoller zu sein. Ach drauf geschissen, ich mag das Volk immer noch nicht!
Die Unterhaltung an Bord wechselte bei mir zwischen letzten Blicken auf das Great Barrier Reef und dem (sehr empfehlenswerten) Film „The Imitation Game“. Der Chinese neben mir schaute die ganze Zeit das Kinderprogramm. Er konnte scheinbar nicht so gut Englisch, dass er die Bedienung Verstand. Oder lesen. Oder einfach mit seinem fetten Finger mit einem noch viel fetteren Fingernagel auf das kleine Display im Vordersitz zu drücken.

Knappe zwei Stunden und 1437 Kilometer später landeten wir überpünktlich in Brisbane. Das wird von uns Einheimischen übrigens nicht Brisbäin genannt, sondern nur Brisbn. Das muss reichen!
Den Zug in die Stadt haben wir leider gerade ums A*lecken verpasst, weshalb wir eine halbe Stunde warten mussten, bevor wir schließlich doch noch flott und bequem zu unserer Station South Brisbane und damit auch in unser Apartment gebracht wurden.
Wir wurden wieder einmal positiv überrascht, was wir hier gebucht hatten. Wir haben nämlich wieder einmal ein Apartment mit voll ausgestatteter Küche, einem riesigen Wohnzimmer und großem Balkon, extra Schlaf- und Badezimmer.
Zu allem Überfluss haben wir auch noch eine Waschmaschine und einen Trockner im Apartment. Daher war die erste Tätigkeit in Brisbane erst mal Wäsche waschen, da sich die Vorräte an frischem Gewand langsam dem Ende neigten. Da die Waschmaschine ein wenig streng roch, wollten wir sie einfach eine Runde spülen lassen. Das dauerte aber leider über eine Stunde, die wir eben damit verbrachten, und zu überlegen, was wir denn alles sehen wollten. Und da mussten wir feststellen, dass Brisbane ja eigentlich so gar keine Sehenswürdigkeiten hat.
Als die Maschine endlich fertig war und wir unsere Wäsche waschen konnten, machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Stopp, dem Brisbane Museum. Bei freiem Eintritt gibt’s verschiedne Bereiche zu sehen, wie etwa Dinosaurier, Aboriginal-Kunst, die Unterwasserwelt oder auch die unterschiedlichsten Tiere. Da merkten wir erst, wie viele unterschiedliche Säugetiere hier leben. Vom Quokka fehlte aber trotzdem leider weiterhin jede Spur.
Wir spazierten noch eine Runde über den Markt bei der Queen Street Mall, wo es viele Früchte, Honig, internationale Speisen und so viel mehr. In etwa „Zwa Gurkn an Zehna“ auf australisch. Ein leichtes Hungergefühl machte sich breit und da wir ohnehin noch kein einziges Mal das typische Fast Food gekostet hatten, nahmen wir einfach den erstbesten Hungry Jack’s. Warum er hier Hungry Jack’s und nicht Burger King wie überall anders heißt weiß ich nicht. Was ich allerdings weiß ist, dass das das erste und letzte Mal war. In Australien gibt es viel zu viele gute Snacks und Restaurants, um sich sowas reinzustopfen.
Das nächste Ziel war der botanische Garten Brisbanes. Am Weg dorthin drängte sich mir irgendwie der Gedanke auf, dass Brisbane zwar eine Großstadt sein will, es aber irgendwie doch nicht schafft. Keine Ahnung warum ich diesen Hintergedanken die ganze Zeit hatte.
Der botanische Garten war zwar auch super nett, aber nicht mit dem in Sydney zu vergleichen. Dafür hatte er wieder andere kleine Tiere, wie etwa Lizards oder Frösche zu bieten.

(Irgendwo hinter der Palme hat sich Anita angeblich versteckt. Also ich hab sie nicht gefunden, ihr??)
Unweit vom Garten, oder besser gesagt genau gegenüber liegen die Kangaroo Cliffs, die bei Dunkelheit beleuchtet werden. Das coole daran ist, dass man mehrere Möglichkeiten hat, mit der entsprechenden Ausrüstung auf die Klippen raufklettern kann.

Umso du dunkler es wurde, desto mehr war ich davon überzeugt, dass es sich bei Brisbane eigentlich um Gotham City handelt. Als wir dann auch noch Fledermäuse sahen, waren alle Zweifel weg gespült. Das musste einfach Batmans Stadt sein!

Da es rundherum zu blitzen begann, beschlossen wir langsam heimwärts zu spazieren. Der Bereich der South Parklands wurde in eine kleine Oase mitten in der Stadt umgewandelt. Neben einem Wasserspielplatz für Kinder gibt es einen riesigen Pool mit Sandstrand. Wie schon das Museum zuvor, natürlich auch hier gratis. Rund herum befinden sich viele Restaurants und Bars. Dagegen muss der Herrman in Wien leider abbeißen!

Nun kümmern wir uns noch um unsere Wäsche und werden ein wenig früher zu Bett gehen, denn morgen früh geht es schon wieder auf zum nächsten Ausflug. Was das ist kann ich euch noch nicht sagen, da Anita nach wie vor nicht weiß wo es hingeht. Wir kommen jedenfalls erst übermorgen zurück und daher wird es morgen auch keinen Blogeintrag geben. Dafür gibt es dann am Tag danach wieder die doppelte Breitseite Reisebericht! Versprochen!
Tüdelü meine Lieben!








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