Guten Morgen! Und falls wir uns nicht mehr sehen, guten Tag, guten Abend und gute Nacht! Wer kennt den Film?
Eigentlich wollte ich ja heute nichts schreiben bzw. dachte ich, dass wir hier kein WiFi haben. Aber nachdem es das Internet selbst schon bis hierhin geschafft hat, möchte ich euch unsere heutigen Erlebnisse natürlich nicht vorenthalten.
Zur Abwechslung begann der Tag mal wieder eigentlich mitten in der Nacht, nämlich um 06:00 Uhr. Das Problem an dem großen Apartment ist, dass man sich auch mal verlaufen kann. So bin ich eben anstatt ins Badezimmer zu gehen, in Richtung Wohnzimmer gegangen. Glücklicherweise habe ich noch rechtzeitig bemerkt, dass dort kein Klo ist.
Mit dem Airport Train (wieder mit Quiet Carriages und sogar WiFi) fuhren wir wieder zum Flughafen und beim Abholen der Boardingpässe erfuhr Anita endlich, was ihr verfrühtes Geburtstagsgeschenk war und wohin es ging. Nämlich nach Proserpine, besser bekannt als Whitsunday Coast.
Wir flogen erstmals mit JetStar, der Billiglinie von Qantas. Und schon bei der Ankunft am Flughafen sehen wir, dass der Flug schon ungefähr eine halbe Stunde Verspätung hatte. Aber wenigstens blieb uns noch genug Zeit für ein Frühstück und der Auswahl unseres Reiseproviants. Und was ich viel interessanter war: Ich könnte einen A380 aus der Nähe beim Start sehen. Das war für Anita ungefähr so aufregend, wie das pädagogische Müll-Boot gestern für mich.
Der Flug selbst war ruhig und verlief ohne Störungen. Und ohne Turbulenzen. Und ohne Service. So ist das nunmal bei den billigen Fluglinien, wo alles extra bezahlt werden muss. Aber für einen Flug, der nicht einmal 90 Minuten dauert, brauche ich ohnehin keinen Snack oder gar eine Mahlzeit. Der Flughafen in Proserpine ist von der Größe ungefähr vergleichbar mit dem in Alice Springs, nur dass der Weg vom Flugzeug hinaus sogar noch eine Spur kürzer sein könnte.
Jedenfalls wartete draußen schon der Fahrer unseres Hoteltransports, der uns in 20 Minuten zum Island View Bed & Breakfast in Airlie Beach brachte. Es blieb allerdings wenig Zeit um nachzusehen, ob wir tatsächlich Meerblick hatten, da wir eigentlich schon am nächsten Flughafen sein hätten sollen, daher rief unser Vermieter Steven ein Taxi, das uns in wenigen Minuten zur Homebase von Whitsunday Air brachte. Von dort aus sollte unser Ausflug starten. Ich war den Leuten gegenüber ein wenig mies eingestellt, da ich gestern eine Benachrichtigung bekommen hatte, dass unsere Tour kostenlos auf die nächstbessere upgegradet wurde. Gebucht war die Whitehaven Experience, also ein Trip mit dem Wasserflugzeug zum Whitehaven Beach, einem Strand der regelmäßig zu den schönsten Stränden der Welt und zum schönsten in Australien gewählt wird. Da Upgrade hätte dasselbe umfasst mit einem zusätzlichen Rundflug über die über 70 Inseln, von denen gerade einmal sieben oder acht bewohnt sind. Was aber noch viel geiler gewesen wäre: Wir hätten nochmals eine Stunde am Great Barrier Reef schnorcheln können. Wäre alles super gewesen. Wäre da nicht gestern Abend noch ein Mail gekommen, dass doch alles so bleibt wie es ist.
Insgesamt zu zehnt nahmen wir in der kleinen Cessna Platz und warteten auf den Start. Ich bin nie zuvor mit so einem Wasser-Hybrid-Flugzeug geflogen, deshalb war es für mich auch was ganz besonderes, auch wenn der erste Start auf der normalen Asphaltrampe des Whitsunday Airport stattfand.
Der Flug selbst war ruhiger als angenommen und dauerte leider nur ungefähr 20 Minuten. Der junge Pilot flog aber noch die eine oder andere Schleife, sodass jeder einen guten Blick auf die Inselgruppe hatte.

Ich war super gespannt wie sich die Landung am Wasser anfühlt und es war fast sanfter als so manche große Maschine an Land. Wir hatten insgesamt zwei Stunden Aufenthalt, in denen wir selbstverständlich auch wieder versorgt wurden. Jeder bekam ein kleines Lunchpaket, gefüllt mit einem Riesen-Cookie und Mandeln. Viel wichtiger war aber, dass es – wie im Outback – wieder Sekt und Säfte gab. Langsam finde ich echt Geschmack an dem Sekt hier. Wichtige Notiz an meine Schwester Michi: Bitte zwei Flaschen Sekt einkühlen, dass wir gleich was ordentliches zu Saufen haben wenn wir heimkommen. Dafür nehme ich dir die Mandeln mit! Danke!
So, weiter im Text.
Ich weiß nicht was der Pilot vor hatte, aber jedenfalls waren in der Kühlbox vier Flaschen Nuttensprudel. Für eine Reisegruppe von zehn Personen. Wovon eine ungefähr Dreijährige dabei war und das ältere Pärchen auch verzichtete. Wir langten natürlich ordentlich zu.
Wir suchten uns auf dem nahezu menschenleeren Strand ein ruhiges Plätzchen, breiteten unsere Sachen aus und wollten schwimmen gehen. Alle anderen zogen ähnliche Anzüge an wie die, die wir am Great Barrier Reef bekommen hatten. Sicherheitshalber fragten wir den Piloten, ob es denn auch ohne Anzug sicher wäre und er fragte uns, ob uns die Dame beim Check-In denn keine gegeben hätte, was wir verneinen mussten. Meine neue Freundin Amanda hat es wohl vergessen zu erwähnen. Gleich nachdem ich sie blöd angemacht habe wegen dem stornierten Upgrade. Eeeinfach vergessen.. Mhm… Aber egal, der Pilot meinte ohnehin dass die Chance sehr gering sei, eine Qualle oder sonst was gefährliches zu erwischen.
Das Wasser war angenehm warm, nur leider stellenweise ein wenig Braun getrübt durch die vielen Algen, die derzeit dort herumtreiben. Trotzdem war der Strand einfach der Hammer! Der schneeweiße Sand schmerzte förmlich in den Augen, sobald man die Sonnenbrille absetzte.

Etwas besonderes stellt der Ort auch für Aviations-Fans dar, da laufend Flugzeuge oder Helikopter entweder in der Nähe landen oder vorbeifliegen.
Die zwei Stunden vergingen viel zu schnell und wir waren erst bei der zweiten Flasche Sekt! Jeweils eine Linie stellt dar, wie oft wir zwischen unserem Platz und der Gläserbefüllung hin und her gingen. Spricht nicht unbedingt für uns…

Wir packten wieder alle unsere Sachen zusammen und nahmen wieder unsere Plätze im Flieger ein und ich begann mit der älteren Dame neben mir ein Gespräch. Sie und ihr Ehemann, er saß am Platz des Co-Piloten, waren aus Kanada und verbrachten ein wenig Zeit bei seinen Brüdern, die von Irland nach Melbourne ausgewandert sind. Nach vier Wochen Melbourne geht’s dann nach Hause, bevor es im Sommer wieder nach Europa geht. Ich liebe alte Menschen, wenn sie ihre Geschichten erzählen. Ich hasse alte Menschen, wenn sie so viel reisen können und ich nicht.

Mit dem Taxi fuhren wir wieder in unsere Unterkunft und bemerkten, dass wir durch die sehr hügelige Gegend tatsächlich Meerblick hatten. Und einen Pool. Die Badesachen hatten wir ohnehin noch an, also gönnten wir uns eine Runde planschen. Wir mussten feststellen, dass wir in den mittlerweile fast drei Wochen heute erst das zweite Mal im Meer waren.

Langsam machte sich auch der Hunger wieder einmal bemerkbar, da ein Cookie und ein paar Gläser Sekt als Mittagessen nicht unbedingt sehr ausgiebig sind. Somit ging es die steile Straße bergab, die uns direkt auf die Mainstreet führte, wo sich alles abspielte. Airlie Beach dürfte eine typische Backpacker-Stadt sein, die darauf ausgelegt ist, schnelles Geld mit jungen Rucksack-Touristen zu machen. Überall wird um Kundschaft gebuhlt, jeder hat spezielle Angebote und vieles mehr. In der Hauptsaison bräuchte ich das nicht unbedingt, aber heute war es optimal. Wir entschieden uns für das Beaches, einem relativ großen Freiluft-Club, der verschiedene Meal-Deals anbot. Um 15$ inklusive Cider, Wein oder Bier. Schien uns vernünftig. Für mich gab’s einen Burger und für Anita ein Chicken Schnitzel, das hier auch wirklich so heißt! Und speziell für Anitas Schwester Kerstin gibt es heute wieder einmal ein Essensfoto! Bitte, hier hast du eines! Das hast du nun davon!

Eigentlich wollten wir uns noch einen Cocktail genehmigen, aber irgendwie sagte uns die Getränkekarte nirgends so wirklich zu. Daher führte uns der Weg wieder einmal in den Bottleshop, um es uns auf der Terrasse mit Meerblick gemütlich zu machen. Ich muss am Ende des Urlaubs mal nachsehen, wie oft irgendwas mit Alkohol auf der Abrechnung steht. Ich vermute, dass mehr Belegzeilen vom Bottleshop kommen als von Souvenir-Shops.
Morgen Früh erwartet uns hoffentlich ein leckerigisches Frühstück und dann werden wir auch schon wieder abgeholt und zum Flughafen gebracht, um wieder nach Good Old Brissie zurück zu fliegen. Was wir dort dann anstellen werden, beschließen wir im Flieger dort hin. Dort werden wir ohnehin nicht vom lästigen Service gestört…
Meine Damen und Herren, es war mir ein gedankliches Achterbahnfahren! Bis morgen!
PS: Als Bonus für Kerstin, hier noch das unglaublich liebevoll arrangierte Lunchpaket mit dem Sprudel! Awesome!








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