Hoch die Hände, Wochenende!
Ich habe gerade meinen iPod ausgemacht und den Fernseher aufgedreht. Es läuft American Idol, die amerikanische Version von DSDS. Und es ist tatsächlich noch schlimmer als die deutsche Version! Aber egal, die heutigen Erlebnisse sind ohnehin interessanter.
Die Nacht war angenehm ruhig und ich habe eigentlich auch ganz gut geschlafen. Anita hatte wieder einmal seltsame Träume. Zeitweise ist es schon fragwürdig, auf welche Geschichten unsere Gehirne in der Nacht so kommen.
Zum ersten Mal hatten wir in unserem Zimmerpreis Frühstück inkludiert. Oder Brekky, wie wir Australier es nennen. Croissant, Marmelade, Joghurt, Obst, Saft, Müsli. Alles was das Herz begehrt.

Wieder einmal überpünktlich wurden wir vom Airportshuttle abgeholt. Mit 35$ pro Person immer noch die günstigste Variante, um zum Flughafen zu kommen. Und das Entertainment war auch noch besser als im JetStar-Flieger. Bei der Fahrt zum Hotel erzählte uns der Fahrer war über die lokalen Begebenheiten, dass auch hier alles auf die Zuckerernte baut und wo es welche Möglichkeiten zum einkaufen gab. Bei der Rückfahrt zum Airport sahen wir hingegen nochmals ein paar Kängurus neben der Straße herumhüpfen. Es waren vier oder fünf kleine und ein richtig großes. Mit seinen guten zwei Metern wirkte es schon ziemlich beeindruckend.
Wieder auf dem unsagbar riesigen Flughafen angekommen (in Alice Springs gab es zumindest zwei Geschäfte, in Proserpine gibt es eine Cafeteria und zwei Klos) musste Anita wieder den geglaubten Drogenschnelltest machen. Ich fragte nach, wofür genau das eigentlich wäre und der ältere Herr erklärte uns dass stichprobenartig Passagiere auf den Kontakt mit explosiven Stoffen kontrolliert werden.
Der Flug selbst war wie erwartet ruhig. Und etwas über eine Stunde später landeten wir ohnehin schon wieder in Brisbane.
Wieder im Hotel angekommen wollten wir abklären, ob es wirklich auch kein Problem ist, unser großes Gepäck für eine Nacht im Hotel zu lassen, da wir morgen Früh unsere nächste Tour starten und die riesigen Trolleys eigentlich nicht mitnehmen wollten. So war es auch schriftlich mit dem Betreiber vereinbart. Wäre auch alles kein Problem, wenn wir unser Zeug bis 15 Uhr abgeholt hätten. Geht aber schwer, wenn wir erst zwischen halb 6 und halb 7 zurück kommen. Somit standen wir vor einem Problem, das es primär zu lösen galt. Der erste Versuch war, die Veranstalter per Mail zu erreichen um nachzufragen, ob sie eine Idee hätten. Während wir auf die Antwort warteten, machten wir uns auf den Weg zum Abholpunkt ganz in der Nähe unseres Hotels, um dort nach einer Möglichkeit zu suchen. Der Bahnhof hat zwar Schließfächer, aber zu klein und außerdem außer Betrieb. Das Hotel von dem wir abgeholt werden stellt kein Gepäck von Fremden ein. Der Tourenveranstalter nimmt zwar Gepäck, aber nicht über Nacht. Fündig wurden wir schließlich bei einem Backpacker-Reisebüro, die so einen Service anbieten. Allerdings ist nur von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Somit sollten wir schleunigst zurück ins Hotel und die Sachen packen, um die Taschen schon heute abzugeben. Doch dann kam die Erlösung in Form einer Nachricht des Veranstalters. Er erlaubte uns die Koffer mitzunehmen. Sollten sie vom Busfahrer als übergroß kategorisiert werden (was sie definitiv sind), müssen wir 30$ dafür bezahlen. Aber die bezahlen wir gerne.
Nach der guten Nachricht, die unsere nun unnötige einstündige Suche nach Koffer-Asyl (in Österreich wäre es leichter gewesen, da wird jedem Koffer Asyl gewährt!) beendet hat, wussten wir nicht so recht wo wir nun eigentlich hingehen sollten. Also machten wir etwas für uns untypisches und gingen einfach drauf los, bogen dort und dort mal ab, bis wir schließlich bei einer Straße ankamen, die wir schon vom ersten Tag kannten. Wir besorgten uns für morgen noch ein paar kleine Snacks und Wasser und hoffentlich auch die letzten Souvenirs. In einem Shop entdeckte ich die nächste pädagogische Entgleisung. Ja, dies kam selbst mir ein wenig seltsam vor. Ich meine, ich bin ja kein Tierologe, aber Kängurus schlüpfen doch nicht aus Eiern, oder? Und Koalas schon gar nicht. Und dann hatten sie auch noch Krokodile, Schlangen und Vögel. Ha, diese Idioten. Aus Eiern.. Verrückt!

Die Wirkung des Frühstücks ließ langsam nach und nachdem es uns bei den South Bank Parklands, der künstlichen Lagune direkt am grauslich braunen Brisbane River, so gut gefiel, spazierten wir über den kleinen angelegten Regenwald dorthin. Neben den typischen Pflanzen haben es sich auch diese kleinen (oder eher einen knappen halben Meter großen) Kollegen:

fürs Abendessen haben wir uns für die Burrito & Tequila Bar Cactus Republic entschieden. Anita nahm die Chicken-Enchiladas, während es für mich einen Chili-Burrito mit extra Jalapeños und Salsa-Sauce gab. Ein bisserl milder hätte es auch gereicht, aber ich hab es mir nunmal so zusammengestellt. Und geschmeckt hat es ja trotzdem lecker.
In der Straße hinter der Lagune ist Freitagabends immer Markttag und so platzierten sich zwischen den Ständen, verschiedene Straßenkünstler. Uns begeisterte ein Straßenzauberer mit seinen Tricks, die er mit seinem Comedytalent optimal präsentierte. Ich bin ja ein Fan von so kleinen Zaubertricks. Buben und Magie. Das passt zusammen wie Mädchen und Pferde. Oder Pech und Schwefel. Oder Griechenland und mein Konto.
Als Nachspeise gab es mal wieder ein Eis. Aber diesmal ein ganz besonderes. Nämlich eines, das mit eiskaltem Stickstoff vor unseren Augen erst zu Eis gemacht worden ist. Und noch dazu in der Geschmacksrichtung Salty Caramell. Und noch dazu mit Popcorn drin! Wie geil ist das bitte? Ich könnte mich jahrelang nur von Popcorn ernähren und dann gibt es das auch noch im Eis drin! Wenn es nach mir ginge, sollten viel mehr Speisen Popcorn enthalten. Schnitzel in Popcorn-Panier zum Beispiel. Oder Kaiserschmarren mit Popcorn-Röster. Mhhh, da rinnt mir gleich das Wasser im Goscherl zusammen. Kleine Anekdote am Rande: Die Autokorrektur wollte Goscherl gerade in Höschen ausbessern. „Da rinnt mir gleich das Wasser im Höschen zusammen…“ Auch nicht schlecht!
Die Zeit war mittlerweile reif, um den Heimweg anzutreten. In unserem Alter eigentlich, um sich für die Freitag-Nacht aufzuhübschen. Wir stehen immerhin in der Blüte unseres Lebens. Auch wenn sie schon ein wenig welk aussieht. Wir hingegen gingen heim, um so Dinge wie duschen, Sachen für die Tour herzurichten, Koffer zu packen oder gemeinsam auf dem Couch zu knotzen, um am iPod Musik zu hören. Ach du scheiße, klingt das langweilig! Zweites Memo an mich, neben dem Kartfahren: Endlich wieder einmal Party machen!
Morgen früh geht es mal wieder ziemlich zeitig los, denn um 07:15 ist Abfahrt bei einem Hotel im Stadtzentrum. Das Ziel ist Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt, auf der noch dazu die meisten Dingos zu finden sind. Dort werden wir zum ersten und auch letzten Mal in einem Mehrbettzimmer schlafen, um auch diesen Punkt abhaken zu können. Am Sonntag Abend kommen wir wieder zurück, fahren aber gleich wieder zum Flughafen (wie fast jeden Tag in Brisbane), um unser Auto für die nächsten paar Tage abzuholen, denn als nächstes fahren wir an die Gold Coast, wo endlich ein paar Themeparks auf uns warten! Wuhuuuuuu! Enjoy the ride…!
In diesem Sinne: Servus, pfiat Gott und auf Wiedersehen! R.I.P. Karl Moik!



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