The Last Chapter – Dubai

Ein letztes fröhliches Wakey Wakey!
 
 Wir sind wieder da! Wir sind tatsächlich wieder in Wien. Soeben sind wir in Wien Schwechat aus unserer Boeing 777 gestiegen. Und ich friere mir den Arsch ab. Warum auch immer war ich der Meinung, dass ich die Hosenbeine meiner Abzipp-Hose (mit der ist es fast noch angenehmer zu reisen als mit der Jogginghose!) ohnehin nicht mehr brauche. Dass in Wien wieder tiefster Winter herrscht, hätte ich mir denken können. Alles unter 25 Grad fällt in den nächsten zwei, drei Akklimatisierungstagen unter Winter.
 
 Der Start im A380 in Brisbane war so ruhig wie kaum ein anderer. Wieder wunderte es mich, dass so ein riesiger Vogel überhaupt fliegen kann. Die erste Flugstunde war ein wenig turbulent, da es in Brisbane stark zu regnen begonnen hatte. Wir deuteten es als Australien’s Tränen, weil wir gehen mussten. Einreden kann man es sich ja zumindest…
 Der gesamte Flug dauerte ziemlich genau 14 Stunden. Erstaunlicherweise konnten Anita und ich gut die Hälfte davon schlafen, denn wieder hatten wir die aller letzte Reihe für uns reserviert. Ein paar Reihen weiter vorne war eine Passagierin mit ihrem Platz nicht zufrieden, weshalb ihr die Stewardess den freien Crew-Platz neben uns anbot. Wenn Blicke töten könnten, hätte die Tante gar keinen anderen Sitz mehr benötigt. Und ich glaube, sie hat es an unseren Gesichtern gesehen, wie erwünscht sie in unserem Revier war. Denn sie ließ sich die ganzen 14 Stunden über nicht ein mal blicken. Wir haben unser Revier also gut markiert und verteidigt.
 Viel schneller als erwartet verging also die Zeit (ich habe zwischendurch noch den hochgelobten Film Interstellar geschaut, fand ihn aber nicht so überragend) und wir befanden uns auch schon im Landeanflug auf Dubai. Die Landung war nicht ganz so sanft wie der Start, aber wenigstens souverän und es haben alle überlebt. Man muss sich oft auch mit den kleinen Dingen zufrieden geben. Es wunderte mich, dass wir keinen direkten Flugsteig, also so einen Rüssel bekommen haben, sondern mit Bussen abgeholt wurden. Aber nicht mit einem oder zwei. Nein! Ich habe beim zehnten aufgehört zu zählen. Kein Wunder bei so vielen Leuten, die in den A380 rein passen.
 Da wir uns ja absichtlich für 12 Stunden Aufenthalt entschieden hatten um uns die Stadt noch ein wenig anzusehen, mussten wir uns für das kostenlose Visum anstellen, das wir schnell und problemlos bekamen. Abgesehen davon dass Abdul das falsche Datum rein gestempelt hat.
 Mit der Metro fuhren wir direkt zum Burj Khalifa, dem höchsten Gebäude der Welt, da wir für 08:30 Tickets für die Aussichtsplattform gebucht hatten. Blöd nur, dass es erst kurz vor sieben war. Der Eingang zu „At the Top“, wie die Plattform heißt, befindet sich direkt in der Dubai Mall, einem der größten Einkaufs- und Unterhaltungszentren der Welt. Und trotzdem war es nicht so einfach einen Shop zu finden, der bereits geöffnet hatte. Da mir das Essen diesmal im Flugzeug nicht wirklich zusagte, hatte ich schon Hunger und war froh dass wir am anderen Ende des geschätzten vier Millionen Quadratmeter großen Komplex endlich ein Café gefunden hatten, das schon Muffins verkaufte. Gefrühstückt wurde dann natürlich stilecht im Freien mit direktem Blick auf den Burj Khalifa, der mit seinen 828 Metern das Stadtbild deutlich prägt.
 


(Uuuuh, ist der aber hoch!)
 
 Wie so oft waren wir anschließend auch am Burj die ersten. Wir waren nicht sicher, ob wir einfach so ein gutes Zeitmanagement haben oder ob wir einfach Freaks sind, die einfach immer bei den ersten dabei sein müssen. Dadurch dass es jede halbe Stunde nur eine bestimmte Anzahl an Tickets gibt, muss man aber ohnehin einen Plan haben. Und die Tickets rechtzeitig am besten online kaufen, da man so gut wie keine Chance hat, vor Ort noch Tickets für denselben oder die nächsten Tage zu bekommen.
 Einer der schnellsten Aufzüge der Welt (mal wieder.. Das behauptet so ziemlich jedes Hochhaus, glaube ich) brachte uns in nur einer Minute in den 124. Stock auf 452 Metern Höhe. Die Aussicht war, wie den ganzen restlichen Tag auch, ein wenig getrübt, aber trotzdem beeindruckend!
 


Wieder unten angekommen war schon ein bisschen mehr los und das eine oder andere Geschäft hatte schon offen. Unser Ziel war aber ein besonderer Store: Aeropostale! Als ich vor vier Jahren das erste Mal in Dubai war, habe ich die Marke kennengelernt. Das Jahr darauf in Amerika habe ich sie lieben gelernt. Und diesmal wurden wir bitter enttäuscht. Derzeit wird das ohnehin schon viel zu große Shopping-Center nochmals um 92.000 Quadratmeter erweitert und überall wird renoviert, erneuert und umgebaut. So auch der Aeropostale-Shop, der erst in einem Monat wieder aufmachen sollte. So lange konnten wir leider nicht warten.


Wenn man ganz genau hinhörte, konnte man unsere Geldbörsen jubeln hören.
 Direkt vor der Mall befand sich auch eine Station des Hop on Hop Off Busses, mit dem wir eine Runde durch die Stadt drehten. Vorbei am berühmten Burj al Arab, der Palmeninsel und dem darauf befindlichen Atlantis-Hotel oder auch am Hotel, vor dem ich vor ein paar Jahren genächtigt hatte.
 


Es kam mir alles irgendwie so vertraut vor, aber durch die schnelle Weiterentwicklung der Stadt doch auch wieder fremd und neu.
 Bei der Mall of the Emirates, einem weiteren riesigen Shopping-Tempel, in dem sich auch die Skihalle befindet, mussten wir in die andere Route umsteigen. Und siehe da, was für ein Zufall. Auch dort war ein Aeropostale-Store zu finden. Wenn man ganz genau hinhörte, konnte man unsere Geldbörsen nun weinen hören.


Jeder mit einer riesigen Tasche bepackt holten wir uns beim Carrefour, einem Supermarkt mit dezenten 64 Kassen, noch was zu essen und fuhren mit dem Bus zum Burj Khalifa zurück, da wir aus Zeitgründen doch eine andere Tour machen mussten und außerdem um 13:00 und 13:30 im Burj Lake eine Wassershow wie im Bellagio in Las Vegas stattfinden sollte, die wir uns ansehen wollten. Für die Vorstellung um eins kamen wir zu spät, dafür ging sich die spätere optimal aus. Scheinbar wird mittags allerdings das Sparprogramm gefahren, da die Show gerade einmal zwei Minuten dauerte und die großen, richtig spektakulären Fontänen leider gar nicht zum Einsatz kamen. Aber gut, sollte halt so sein.
 Somit gingen wir zurück zur Busstation und begannen die Tour durch die alte Stadt Dubais. Der Verkehr stockte immer wieder und immer öfter blickten wir ungeduldig auf die Uhr. Also Anita, denn ich bin seit gut zwei Wochen zeitlos unterwegs. Meine Uhr hat nämlich den Geist aufgegeben und sich gedacht „Hmm, hier gefällts mir, hier bleib ich stehen!“ Daher mussten wir die Tour ein wenig früher als geplant abbrechen und vom berühmten Gold Markt mit der Metro wieder zum Flughafen zurück fahren.
 Wir holten den in der Früh abgegeben Rucksack wieder vom Depot, besorgten noch schnell die allerletzten Dinge die uns aufgetragen wurden und schon eilten wir zum Flughafen-internen Zug zu unserem Gate. Umso näher wir dem Flugsteig kamen, desto grauslicher wurde es. Denn immer mehr Österreicher gesellten sich zu uns und eines hatten sie alle gemeinsam. Die raunzige Stimmlage. Ein proletarischer Vorbote auf die Heimat. Na grüß Gott! Als wir bei unserem Gate ankamen blinkte schon „Final Call“, also letzter Aufruf, auf der Anzeigetafel.
 Wie auch alle anderen Flüge verlief auch der letzte problemlos und so landeten wir mit knapp zwanzig Minuten Verspätung gerade eben wieder in meinem geliebten Wien. Grantler hin oder her!
 
 Nun aber nochmal zurück nach Down Under. Wie bereits gestern erwähnt möchte ich noch ein wenig auf die Besonderheiten in Australien beziehungsweise auf die Unterschiede zu Österreich eingehen.
 
 1. Das Wasser
 Wasser ist in Australien oft knapp und mN wird zum Sparen aufgerufen. Im Restaurant hingegen gibt es immer gratis Wasser, selbst wenn du kein anderes Getränk oder überhaupt irgendwas bestellst. Auch Trinkbrunnen sind sehr viele zu finden, an denen man auch seine eigene Trinkflasche anfüllen und man damit Geld sparen kann. Man muss sich an den chlorigen Geschmack allerdings erst gewöhnen.
 
 2. Das Bestellen
 Bei uns kommt man in ein Lokal, setzt sich hin und wartet auf die Bedienung. In Australien kommt es sehr oft vor, dass man erst zur Bar geht um zu bestellen, eine Nummer bekommt und sich dann einen Platz sucht. Manchmal bekommt man auch einen Platz zugewiesen, wird bedient und muss erst zum Zahlen zur Bar gehen. Es ist also von Lokal zu Lokal verschieden, aber mit ein wenig Übung erkennt man es meist schnell wie der Hase läuft.
 
 
 3. Der Alkohol
 Unser aller Freund ist schweineteuer. Im Supermarkt gibt es nichts alkoholisches, denn dafür gibt es eigene Bottleshops. Und da kostet eine Flasche Bier eben seine fünf Dollar oder eine Flasche Vodka im Angebot um die 40 Dollar. Es gibt auch nicht in jedem Lokal was zu trinken, da es dafür strenge Regelungen mit Lizenzen gibt. Hat ein Lokal keine Lizenz, ist es meistens mit BYO, also Bring Your Own, gekennzeichnet, was so viel heißt wie „Zahl einen bestimmten Betrag und nimm deine eigenen Getränke mit!“
 
 4. Die Freundlichkeit
 Freundlich sein wird groß geschrieben. Jeder fragt einem wie es dir geht, wie der Tag bisher war oder was man heute noch vor hat. Und die Leute erwarten sich eine Antwort! Nicht wie in Amerika, wo man auf „Wie geht’s?“ mit „Wie geht’s?“ antwortet. Als Verabschiedung sagt man nicht „Bye“ sondern „See you later“, da man einfach davon ausgeht, dass man sich irgendwann wieder trifft. Oder man sagt gar nichts, auch das ist normal. Auch auf der Straße kommt man durch diese lockeren Umgangsformen viel leichter ins Gespräch, lernt dadurch neue Leute kennen und wird viel offener und dadurch auch zufriedener. Wäre wünschenswert, dass das bei uns auch jemals soweit kommt. Bei uns scheitert es oft schon an einem „Danke“ wenn man jemandem die Tür aufhält.
 
 5. Das Barbie
 Ja, das Barbie. Australier kürzen ja wie schon gesagt alles ab. Brekky für Breakfast, Mozzy für Mosquito oder eben Barbie für Barbecue, die klassische Aussie-Grillage. In so gut wie jedem Park gibt es stationäre Elektrogrills, in die man einfach einen Dollar wirft und schon kann das Barbie beginnen.
 
 6. Das Schuhwerk
 Schuhe sind nicht immer zwingend vorgeschrieben. Es gibt sehr viele Menschen, die einfach barfuß herumlaufen. Ob sie so naturverbunden sind (und deshalb auf asphaltierten Straßen herumlaufen??) oder ob es andere Gründe hat weiß ich nicht.
 
 7. Die Tierwelt
 Das Wichtigste zuerst: nicht jedes Tier kann und will dich sofort umbringen! Sind wir die ersten Tage noch artig ausschließlich auf der Straße gegangen und dem Grünstreifen nicht zu nahe gekommen, sind wir mit der Zeit auch mit Flip Flops durch sumpfige Gebiete oder durch das hohe Gras gegangen. Ich denke wir waren ein wenig übervorsichtig.
 Generell sieht man in Australien viel mehr wilde Tiere als bei uns. Hier ist nun die vollständige Liste, die sich zum letzten Mal nicht sonderlich verändert hat:
 
 – Kängurus
 – Wallabies
 – Howkie, den Schnabeligel
 – Koalas
 – Kakerlaken
 – Boyd Forest Dragons und verschiedenste andere Eidechsen
 – Flughunde
 – Salzwasserkrokodile
 – Red Back Spinnen
 – Emus und Cassowaries
 – Dingos
 – Kakadus, Papageien, Kookaburras und viele andere Vogelarten
 – Pelikane
 – Hunderte Fische und Schildkröten
 
 Und dann natürlich die ganzen Tiere im Australia Zoo.
 
 8. Die Denkmäler
 In Australien gibt es sehr viele Gedenkstätten, Monumente und Mahnmale. Und alle tragen denselben Spruch „Lest we forget“. Und alle sind demselben gewidmet: ANZAC – Australia and New Zealand Army Corps, also der australischen und neuseeländischen Armee und deren in diversen Kriegen gefallenen Soldaten.
 
 9. Der Lifestyle
 In Australien ist alles easy going. Kein Stress, kein hetzen. Selbst beim Autofahren sind alle entspannt und viele fahren langsamer als erlaubt. Für mich als jemanden der gerne mal ein wenig zu schnell fährt natürlich ungewohnt. Doch mit der Zeit bekommt man selbst einen Hang zu dieser ruhigen Lebenseinstellung.
 
 10. Das Land selbst
 Nach Australien zu reisen, war wohl eine der besten Entscheidungen bisher. Es ist einfach unglaublich, was dieses Land zu bieten hat. Allein Flora und Fauna (Blumerl und Viecherl, für diejenigen denen diese Worte nicht so geläufig sind) sind beeindruckend, die Landschaften sind genauso einzigartig. Jederzeit wieder würde ich nach Australien zurück kommen!
 
 
 So, das war es nun endgültig mit Austria meets Australia! Vielen Dank an alle, die unsere Reise so begeistert mitverfolgt haben. Ich habe mich jedes Mal riesig über das positive Feedback gefreut und möchte mich nochmals dafür bedanken.
 
 Nun endet unsere Reise tatsächlich.
 
 Vier Wochen.
 Unzählig viele unvergessliche Momente.
 Viele neue Bekanntschaften gemacht.
 Mit insgesamt zwölf Flügen, ziemlich genau 40.000 fliegend zurückgelegten Kilometern und knapp 51 Stunden Flugzeit insgesamt mit Freude die Umwelt belastet.
 Mit dem Auto nochmals ungefähr 3.600 Kilometer zurückgelegt.
 Verdammt viele Kilometer zu Fuß bewältigt.
 Dinge gesehen, die es vielleicht nicht mehr lange gibt.
 Schlicht und einfach glücklich und zufrieden!
 
 
 See you later, Freunde! See you later, Australia!

2 Antworten zu „The Last Chapter – Dubai”.

  1. Schaut total futuristisch aus, die Stadt…

    Freu mich, dass alles so gut geklappt hat mit eurer Reise!

    Schön, dass ihr wieder da seid =)

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  2. Avatar von Dani + Wolfgang
    Dani + Wolfgang

    Wir freuen uns, dass ihr wieder gut in der Heimat angekommen seid!!
    Danke nochmal für die tollen Reisebericht und hoffen wir sehen uns bald!!

    Lg Dani + Wolfgang

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