Hurraaaa, er ist wieder da! Und wie er das ist! Nach einer kleinen Unterbrechung um 5 Uhr dachten wir schon, dass es das wieder gewesen sei, wir konnten dann aber doch noch bis halb 8 weiter schlafen und unseren Schlafrhythmus wieder willkommen heißen. Welcome back, du purer Luxus!
Als Frühstück verputzten wir die letzten Croissants und Weckerl vom ersten Walmart-Besuch, leerten das Mini-Nutellaglas, das Julia am ersten Tag in einem Café geschenkt bekommen hatte und starteten dann erstmals unser Auto wieder. Beim Checkout fragte ich nach, ob es für Hotelgäste denn einen eigenen Tarif gäbe, nachdem 32 Dollar pro Tag jetzt nicht so das Mega Schnäppchen sind. Die Dame verneinte, somit ich weinte. Innerlich. Anitas Tetris-Künste haben sich erneut ausgezahlt und so fuhren wir Richtung Ausfahrt. Ich war nicht sicher, wo der Parkautomat war, also fragte ich einen Angestellten, der meinte, ich solle einfach noch einen Stock rauf fahren und er würde dort auf uns warten. Gesagt, getan. Oben wartete auch ein anderer Kollege, der fragte wie lange wir denn geparkt hätten, was ich mit „ca. drei Tage“ beantwortete. Daraufhin meinte er „hmmm wenn ihr bar zahlt, kann ich euch für 50 Dollar rauslassen!“. Na dann.. wir hatten nur 60 Dollar, also gaben wir ihm diese, er machte ein wenig Parkgaragenzauberei und schon ging der Schranken auf. Wir haben uns was gespart und die Jungs haben sicherlich alles ordnungsgemäß versteuert und an die Buchhaltung im Hotel gemeldet.
Aus dem Hotel raus bin ich natürlich falsch abgebogen und hab kurze Zeit später gleich nochmals die falsche Spur genommen. Emilia meinte dazu nur beiläufig: „Das ist Papas Stärke in Kanada: Verfahren!“. Danke dafür!
Schließlich haben wir es dann aber doch noch auf den Highway geschafft und sind ungefähr 3,5 Stunden nach Quebec gefahren. Zeitweise war die Strecke spannend wie die Nachtschiene auf W24 und die maximale Geschwindigkeit von 100 km/h trug ihr übriges dazu bei. Für mich als alten Strafzettelsammler wegen Schnellfahrens eine permanente Folter meines Gasgeberbeins. Aber vermutlich sollte man auf den Straßen auch nicht schneller fahren, da sie durch die Bank komplett mit Schlaglöchern übersät und in einem miesen Zustand sind. Wenigstens verhindert das ständige rumpeln den Sekundenschlaf, da man auch laufend denkt „Ah fuck, jetzt ist der Reifen geplatzt!“, dabei ist es doch nur wieder der kaputte Asphalt. Mittagessen gab es bei A&W, einer für uns neuen Fast Food Kette, die vor allem für ihr Root Beer bekannt ist.


Unser erster Weg führte uns durch Quebec durch, nämlich zum Montmorency Wasserfall. Wie bei sehr vielen Orten oder eigentlich Wörtern generell sind wir uns auch hier nicht sicher, wie man Montmorency richtig ausspricht, da keiner von uns französisch spricht. Eigentlich dachte ich, dort einen kleinen Rundgang zu machen und nach einer halben Stunde ins Hotel zu fahren, doch es wurde weit mehr geboten. Somit kauften wir Tickets für die Seilbahn, die uns in wenigen Minuten zum Gipfel des Berges und damit auf das eine Ufer des Wasserfalls brachte. Über eine Brücke konnte man direkt über dem Wasserfall auf die andere Seite übersetzen. War schon ziemlich cool, da direkt hinunter zu blicken.



Richtig spektakulär wurde es aber erst dann am Weg nach unten, denn neben der Seilbahn kann man am anderen Ufer alternativ auch die 487 Treppen benutzen um rauf oder runter zu kommen. Bei jeder uns entgegen kommenden Person dachte ich „puh, die Bergfahrt mit der Gondel war eine meiner besseren Ideen!“. Unten angekommen wollten wir natürlich auch die Gischt spüren und wagten uns bis zum vorderen Rand der Aussichtsplattform. Wir haben wieder gemeinschaftlich geschätzt, wie viel Wasser pro Sekunde wohl die Fälle runterstürzen würden, was sich diesmal ein wenig schwieriger gestaltete:
- Emilia: 5050 Liter
- Julia: 6 Millimeter
- Anita: 20300 Liter
- Kerstin: 10000 Liter
- Chris: 28000 Liter
Laut Internet sind es jedenfalls enorme 35.000 Liter Wasser, die jede Sekunde die 83 Meter hohen Montmorency Falls hinunter donnern. Die Niagara Fälle, die wir auch noch besuchen werden, sind übrigens zum Vergleich „nur“ 57 Meter hoch.




Die Wege rundherum waren allesamt gut ausgebaut und auch für die Kids leicht zu bewältigen. An der Kleidung der anderen merkten wir, dass viele nicht wussten, was sie erwarten wird, denn die einen gingen mit Wanderschuhen, die anderen mit Badeschlapfen. Crocs sind hier übrigens generell weithin als Fußbekleidung gesellschaftlich akzeptiert. Also: nicht alles in Kanada ist toll.
Am Weg zum Hotel legten wir einen Zwischenstopp bei Walmart ein, um uns wieder mit Getränken und Lebensmitteln einzudecken. Walmart ist so in etwa wie Amazon zum Reingehen. Du brauchst eine 4×6 Meter große Plastikplane? Kein Problem! Ein neues Besteckset und Feinkristallgläser? Klar, kriegst du! Eine neue Spule für die Angel? Sicher, Gang 9 gleich links!

Für die nächsten zwei Nächte residieren wir jedenfalls im Hôtel Cofortel am Rande der Stadt Quebec und man merkt, dass es hier abends schon ein wenig kühler wird. Tagsüber hatten wir noch angenehme 23-25 Grad, mittlerweile sind wir bei knackigen 15 Grad angekommen. Morgen steht die Altstadt von Quebec am Plan mit der Zitadelle, dem Chateau Frontenac und was uns eben sonst noch so einfällt.
Apropos morgen: Es wurde nun auch das Beitragsdatum korrekt eingestellt. Aufgrund der Zeitverschiebung haben die letzten Daten nicht zusammengepasst. Danke an Christina für den Hinweis, das gibt ein dickes Mitarbeitsplus!
Highlights des Tages gibt es heute leider keine, da die Kids schneller ins Land der Träume abgedriftet sind als gedacht. Aber ich gehe mal davon aus, dass ohnehin bei allen fünf die gleiche Antwort kommen würde: Der Wasserfall!
Hier noch ein paar Schnappschüsse:






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