Zuerst mal danke für die zahlreichen Kommentare gestern, hat mich riesig gefreut. Nochmals zur Info: wenn ihr den Text, danach eine Fantasie-E-Mail-Adresse und euren Namen angegeben habt, muss ich den Kommentar noch manuell freischalten. Also nicht wundern, wenn ihr ihn nicht sofort seht!
Ich bin nicht sicher, warum wir denselben Fehler wieder gemacht haben, aber irgendwie schlief heut wieder Emilia neben mir. Oder kämpfte mit mir. Die erholsamste Schlafphase waren die 93 Sekunden, in denen sie am Klo war. Aber wer braucht schon Schlaf? Für heute war ohnehin ruhigeres Programm geplant.
Nach dem problemlosen Checkout bezogen wir unser mobiles Zuhause und fuhren knappe 30 Minuten ins hügelige Hinterland von Quebec, genauer gesagt in den Aquapark Valcartier. Bereits beim Hinfahren wurde der Verkehr immer mehr und wir hofften, dass nicht alle in den Wasserpark fahren würden. Bei der Hoffnung blieb es auch, denn so gut wie alle hatten dasselbe Ziel wie wir. Wir waren kurz vor 10 dort und die Menschenmassen warteten bereits darauf, eingelassen zu werden. Punkt 10 Uhr gingen die Tore auf und die Leute stürmten in alle möglichen Himmelsrichtungen. Wir stürmten mit. Nur, dass wir keine Ahnung hatten wohin wir sollten. Nachdem es hier scheinbar ein Ding ist, sich so eine klassische Holzbank-Holztisch-Kombi mit Schirm zu reservieren, sprintete Emilia los und verteidigte den von ihr ergatterten Platz mit ihrem Leben.

Wir verschafften uns erst mal einen Überblick über die riesige Anlage mit 35 Rutschen und unzähligen Wasserspielplätzen, was gar nicht so einfach war. Nach den ersten Planscheinheiten stellten wir uns in der Schlange artig hinten an, warteten knapp 20 Minuten und schnappten uns dann einen großen Reifen, da wir den Lazy River ausprobieren wollten, durch den man sich eigentlich nur gemütlich durch treiben lässt. Dieser Lazy River war aber ganz und gar nicht lazy und so fetzte einem pausenlos aus einer anderen Richtung das Wasser ins Gesicht.
Als nächstes wollten wir zum Wellenbecken, als wir eine verdammt hohe Rutsche namens Everest entdeckten. Also haben sich Kerstin und ich gedacht „Ja, warum auch nicht? Probier ma aus!“ also schnappten wir uns eine Rutschmatte und begingen den Aufstieg auf den Berg. Spätestens bei der Hälfte war mir klar, dass dies ein einmaliger Spaß bleiben würde und fragte mich, warum es keinen Aufzug gab. Viel anspruchsvoller kann der Aufstieg zum echten Everest auch nicht sein. Nur, dass ich keinen Sherpa zur Verfügung hatte. Auf Nordamerikas höchster Rutsche angekommen hatten wir eine super Aussicht über den ganzen Park mitsamt seinen 972625418 anderen Besuchern. Ich muss zugeben, ich war schon ein wenig nervös, als ich dann oben auf der Matte lag und die verdammt steile Rutsche hinunter sah. Aber was soll’s, kneifen is nich, also Augen zu und durch. Innerhalb kürzester Zeit hat man eine Geschwindigkeit von 80 km/h erreicht und ein paar Sekunden später ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Ich bin froh, dass wir das Höllenteil ausprobiert haben und dankbar dafür, dass Kerstin mich begleitet hat.


Auch das heutige Schätzspiel hat mit dem Everest zu tun, nämlich wie hoch die Rutsche denn tatsächlich war:
Anita: 27 Meter
Kerstin: 15 Meter
Emilia: 25 Meter
Julia: 10 Meter
Chris: 32 Meter
Laut Website ist sie 33,5 Meter hoch, also gar nicht mal so schlecht geschätzt.
Alles Schöne hat ein Ende und so mussten wir kurz nach 15 Uhr aufbrechen und den Wasserpark, der übrigens liebevoll wie ein altes Fischerdorf aufgebaut ist, verlassen, da wir noch 3,5 Stunden Fahrt vor uns hatten. Obwohl es nach sehr vielen „Sind wir schon da? Mir ist fad!“s klingt, verging die Zeit echt schnell, was mit Sicherheit an der richtig lässigen Gegend lag. Obwohl weder irgendwas passiert, noch irgendwas besonders toll ist, hat uns der Weg richtig gut gefallen. Zumindest Anita, Kerstin und mir, denn die Kids haben die ersten anderthalb Stunden verschlafen.


Als wir nur noch eine knappe Stunde Fahrzeit hatten, war es Zeit das erste Mal zu tanken. Die Frage, die sich stellte: was tanken wir? Dass es kein Diesel ist, war mal klar. Aber auch beim Benzin gab es drei verschiedene. Nachdem alle aus derselben Zapfpistole kamen dachte ich mir, da wird eh überall so ziemlich dasselbe drin sein, war dann aber doch zu unsicher und so fragte ich die Kassierin der Tankstelle. Sie konnte kein Englisch, ich kein Französisch. Sie erklärte mir irgendwas, ich verstand irgendwas. Unterm Strich dürfte es gepasst haben, da wir unser heutiges Ziel erreicht haben.
Die Dichte an Fast Food Läden ist hier nicht ganz so hoch wie sonst überall, daher kehrten wir in St. Simeon in einem netten Lokal ein und bestellten aus der französischen Karte was wir uns selbst übersetzen konnten. Kerstin orderte Spaghetti Italién (also Spaghetti Bolognese), Anita Lasagne (Spaghetti Bolognese mit einer Scheibe Käse überbacken), während sich die Kids und ich für die Klassiker Chicken Popcorn bzw. Poutine entschieden. Haubenmenü war es keines, aber es erfüllte seinen Zweck.

Ein paar Kilometer weiter war es dann an der Zeit, mit der Fähre auf die andere Seite des Rivière Saguenay, wie wir Kanadier den Fjord nennen, zu übersetzen. War schon schön mit der untergehenden Sonne im Hintergrund. Julia konnte es gar nicht glauben, dass alle Autos, riesigen Trucks und Menschen mitsamt dem Boot auf das andere Ufer fahren kann. Kindliche Begeisterung ist einfach was geiles!



Jetzt sind wir also in Tadoussac angekommen und wir stehen wieder vor demselben Problem wie immer: Wie spricht man das überhaupt aus? Täddusäk? Täduuuhsak? Da du Sau? Irgendwann werden wir es bestimmt herausfinden und dann seid ihr die ersten die es erfahren!
Unsere Highlights des Tages:
Julia: „Dass wir hier her gekommen sind!“
Kerstin: „Die Everest Rutsche und auch die Gegend unterwegs nach Tadoussac!“
Emilia: „Der ganze Wasserpark!“
Anita: „Die Landschaft Kanadas!“
Chris: „Die Fahrt von Quebec nach Tadoussac!“
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