Willkommen in der Hauptstadt!

Oooh, welch erholsame Nacht das doch war. Ich wurde nur zwischendurch mal munter und hab in den gefühlten zweieinhalb Meter tiefen Abgrund geschaut, weil das Bett so hoch war. Wir beschlossen bereits gestern, dass wir es heute ein wenig ruhiger angehen wollten, also nahmen wir uns ausreichend Zeit fürs Frühstück, inklusive selbstgemachter Waffeln. 

Omnomnomnom

Da sich im Hotel auch ein Pool samt Rutsche und beheiztem Außenbecken befand, besuchten wir dies noch zur Freude der Kids. Und ja, Anita und ich hatten auch unseren Spaß. Kerstin nutzte die Zeit inzwischen dafür, ein paar Seiten in ihrem Buch zu lesen. 

Perfekt für eine Stunde Beschäftigung

Nach dem Planschen packten wir den Rest zusammen und Emilia war von ihrem Wackelzahn mittlerweile so genervt, dass sie ihn kurzerhand einfach selbst herausgerissen hat. Mut kann man nicht kaufen. 

Kurz vor 11 verließen wir das Hotel in Mont Tremblant und erfreuten uns an der Anzeige des Navis: 1:49, also weniger als zwei Stunden. Erstes Ziel war das Canadian Aviation and Space Museum, also das Luft- und Raumfahrtsmuseum. Schon beim Eingang waren Rundflüge angeschrieben, doch durch die unverschämten Preise würde das wohl nichts werden. Wir schauten uns die unterschiedlichsten Exponate an: Vom ersten Heißluftballon, über die anfänglichen Versuche überhaupt zu fliegen, bis hin zu zahlreichen Flugzeugen, die im zweiten Weltkrieg zum Einsatz kamen. 

Canadian Aviation and Space Museum
Julia hat alles bestens im Griff!

Irgendwie ließ mir das Thema mit dem Rundflug aber keine Ruhe und so spazierte ich mal kurz rüber zum Infotisch, um mich darüber zu informieren, ob es überhaupt Möglichkeiten gäbe, für fünf Personen zu buchen, ob so kleine Kinder fliegen dürften, heute denn noch was frei wäre, das Wetter passen würde und so weiter und so fort. Gibt ja doch einige Gründe, warum es nicht klappen könnte. Doch scheinbar wollte es das Schicksal so, also hab ich noch schnell die Erlaubnis der Damen eingeholt und so haben wir unsere Slots für einen 10-15 minütigen Rundflug in einer kleinen Cessna gebucht. Da der Flieger so klein war, mussten wir uns aufteilen, also sollten Anita, Kerstin mit Julia um 14:15 Uhr starten, während Emilia und ich um 14:45 Uhr drankommen sollten. Und so war es dann auch. Julia schnappte sich noch schnell eine Sitzerhöhung und dann konnte es auch schon losgehen. Chris, der Pilot startete die Cessna und rollte mitsamt der heiklen Fuhre Richtung Startbahn. Emilia und ich beobachteten das Geschehen vom Boden aus, nutzten die kurze Zeit, um noch schnell das letzte Angstlulu raus zu lassen und begaben uns wieder zum Flugfeld, wo die drei Damen kurze Zeit später auch schon wieder zurück kamen. Nachdem alle drei glückliche Gesichter machten, war meine Vorfreude noch größer und die Bedenken waren verschwunden. Nach einem schnellen Gruppenfoto hieß es für Emilia und mich „ab zum Boarding“ und schon ging es los. Das Wetter war optimal und wir hatten von oben den perfekten Blick auf Ottawa, die Hauptstadt Kanadas. 

What could possibly go wrong?
Ottawa von oben
Football Stadion
Solange du entspannt bist, bin ich es auch!

Die Gedanken wechselten ständig zwischen den folgenden:

  • Uuuuh, die Aussicht ist der Hammer.
  • Was war das für ein Geräusch?
  • Boah, cool, ein Football Stadion!
  • Das Rumpeln war gerade sicher nicht normal. 
  • Ottawa ist ja doch ganz schön groß. 
  • Nein, das war jetzt fix nicht normal!
  • Ich wünschte, ich könnte selbst fliegen. 
  • Auf wen läuft eigentlich meine Lebensversicherung?
  • Oh, da ist ein Zirkuszelt, ob das auch vom Cirque du Soleil ist?
  • Hab ich überhaupt eine Lebensversicherung?

Bevor ich auf all meine gedanklichen Fragen Antworten gefunden hatte, starteten wir auch schon wieder mit dem Landeanflug. Es waren zwar nur irgendwas zwischen zehn und 15 Minuten, aber es war definitiv die richtige Entscheidung, die Tour zu machen. Und mal ehrlich.. für knapp 40€ pro Person hätte man es auch ein zweites Mal machen können. Da haben schon mehr Geld für mehr Blödsinn ausgegeben. 

Sanftere Landung als von manch großem Flieger.

Apropos: Der nächste Weg führte uns ins St. Laurent Center, da wir dort gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen konnten. Einerseits wollte Anita nämlich unbedingt zu Taco Bell, da sie diese Fast Food Kette noch von unserem letzten Amerika-Urlaub kannte. Anderseits gab es in dem Center scheinbar auch die einzige Aéropostale-Filiale in Kanada. Das war bei den vorherigen Trips nach Amerika und Dubai immer ein wenig unser Untergang, da wir dort meist einkauften wie die Verrückten.  Und natürlich wurden wir auch diesmal fündig und haben die „Buy 1, get 1 free“-Promo brav ausgenutzt. 

Für Anita und Kerstin gab es Tacos, während die Kids und ich beim Colonel speisten.
Wer kann bei diesen Angeboten schon widerstehen?

Am Rückweg zum Auto mussten wir leider an einem Claire’s vorbei und jeder, der Töchter hat, kennt das Problem, dass man daran nicht einfach so vorbei gehen kann. Noch dazu locken sie doch mit so tollen Angeboten, wie zum Beispiel 3 + 3 gratis. Da merkt man erst, welche enormen Gewinnspannen auf dem Schrott sein müssen, genauso wie bei Aéropostale. Aber gut, wie auch immer. Der Papa war wieder ein bisschen ärmer, die Kids dafür noch ein bisschen glücklicher. Das war’s wert. 

Die Qual der Wahl.. man hat es halt wirklich nicht leicht.
Boys get sad too… vor allem bei Claire‘s!

Unsere Wasserreserven neigten sich schon dem Ende zu und so wollten wir noch kurz zu Walmart, doch am Weg dort hin entdeckten wir noch eine Filiale von Dollarama. Wir haben sie schon am ersten Tag gesehen und wussten nicht, was uns dort erwarten würde, aber im Grunde genommen ist es nur ein etwas größerer Tedi. Es gibt alle möglichen Sachen, von denen man bisher gar nicht wusste, dass man sie brauchen würde. Vom Vogelhaus, über Antirutschmatten für die Badewanne, bis hin zum Haarfärbemittel für Schamhaare gibt’s dort alles, was die Welt nicht braucht. Bei Walmart selbst haben wir uns nur auf das notwendigste beschränkt, wie zum Beispiel festes Schuhwerk für die Kids, da wir ja bald ein paar Tage in der Wildnis verbringen werden. 

Später als gedacht sind wir kurz nach 19 Uhr in unserem Hotel The Business Inn angekommen und haben unsere Suiten bezogen. Ausnahmsweise verbringen wir mal wieder zwei Nächte im gleichen Hotel. Morgen wird die Stadt unsicher gemacht und wir werden sehen, wohin es uns treibt. Einen groben Überblick von oben haben wir heute ja schließlich schon bekommen. 

Die heutigen Highlights: 

  • Anita: Der Flug und Taco Bell
  • Emilia: Ich kann mich nicht entscheiden.. schwimmen, das Museum und das Shopping bei Claires
  • Julia: Das Einkaufen bei Claires 
  • Kerstin: Der Flug über Ottawa
  • Chris: Definitiv der Rundflug und ehrlich gesagt auch ein wenig das Shopping bei Aéropostale

Ein paar weitere Schnappschüsse:

Endlich wieder mal Twinkies! Auch wenn eine halb so große Schachtel genauso gereicht hätte.
Finde nur ich, dass der Helikopter aussieht wie ein Hase?
Die Kinder beim Spielen
Die Pilotinnen von morgen
Beschreibe Walmart mit einem Bild.
Romantischer Ausblick vom Balkon unseres Hotels aus.

2 Antworten zu „Willkommen in der Hauptstadt!”.

  1. Boah, wie cool!

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  2. Ihr seid alle sehr sehr mutig! Beim Fliegen – und Emilia, die sich selber den Zahn zieht! Bravo

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