Eine kleine Vorwarnung: Die Tage im Nationalpark waren alles andere als langweilig, aber da mir jegliche Online-Kommunikationsventile fehlten, wurde der Beitrag ein wenig überlang. Für die Lesefaulen, hier eine kurze Zusammenfassung: Wir hatten drei wundervolle Tage, die am Schoß vom Weihnachtsmann endeten.
15. August 2024:
Man merkte, dass die achtstündige Tour durch Ottawa für alle anstrengend war, denn wir wurden vom Wecker aus dem Land der Träume gerissen und mussten danach die Kids wecken. Wir beschlossen, das Frühstück wieder aufs Zimmer zu holen, da zwar im Frühstücksraum noch Platz war, wir aber trotzdem den Luxus des Alleinespeisens genießen wollten. Da die zwei Aufzüge immer ewig auf sich warten ließen, nahmen wir einfach die Treppe die zwei Stöcke hinunter und auch wieder hinauf. Beim Raufgehen bat ich Julia, die Türen aufzuhalten, da alle anderen die Teller und Becher in der Hand hielten. Sie antwortete „Sicher kann ich das, ich bin Fräulein Geschickt!“. Und stolperte über die nächsten zwei Stiegen. Gut, dass sie keine tragende Rolle hatte und sich nicht verletzte.
Vor uns lag mal wieder eine recht lange Strecke von knapp 3,5 Stunden. Pause machten wir nach zwei Stunden für einen Snack bei Tim Hortons, um zum gefühlt 961627. Mal zu Tanken und um die letzten Vorräte für die nächsten Tage im Nationalpark einzukaufen. Die Zeit verging relativ schnell und so waren wir um kurz nach halb drei in unserem Domizil, dem Wolf Den Nature Retreat, außerhalb und kurz vor der Westeinfahrt des Algonquin Nationalparks, angekommen. Das war vermutlich die Unterkunft, auf die ich mich am meisten gefreut hatte. Eine einfache Holzhütte (oder besser gesagt ein Teil davon), kein Empfang, keine Annehmlichkeiten wie Klo oder Wasser am Zimmer. Einfach einfach. Einfach geil. Der Leitspruch lautete „Connect with nature, not with WiFi!“ und das wurde dort auch gelebt.






Nach einem kurzen Plausch mit Jacques, unserem Gastgeber, beschlossen wir, zurück in den Nationalpark zu fahren, 42$ für zwei Tage Eintritt zu bezahlen und beim Canoe Lake das Auto abzustellen. Ihr werdet nie erraten, was wir am Canoe Lake gemacht haben! Oder doch? Wir haben ein Kanu ausgeborgt. Oder eigentlich zwei, nämlich einen Zweisitzer für Emilia und mich sowie einen Dreisitzer für Anita, Kerstin und Julia. Der Typ vom Verleih meinte, ob wir tatsächlich jetzt noch rausfahren wollten, da es bereits halb fünf war und wir nur bis halb acht Zeit hätten, aber trotzdem den Tagestarif von ungefähr 80 Euro zahlen müssten. Wir waren uns einig, dass diese Zeit für die Kids absolut ausreichend sein würde, schnappten uns die Schwimmwesten, Paddel sowie das Notfallspäckchen und marschierten sogleich zu unseren Kanus. Emilia und Julia übernahmen mehr die Rollen des Alleinunterhalters und Bordradios, aber trotzdem kamen wir gut voran.



Wir wollten irgendwo anlegen, um eine Runde zu schwimmen, was dann beim dritten Versuch auch gelang. Das Wasser des Canoe Lakes war wärmer als erwartet, doch der Boden ließ mir im Sekundentakt einen Schauer über den Rücken laufen. Eine Mischung aus Steinen (voll okay), Ästen (geht auch noch) und glibbrigem schlitzigschleimigen Matsch (geht gar nicht!). Was das angeht bin ich eine absolute Prinzessin und wünsch mir im Pool stets mehr Chlor als Wasser.

Ein paar Schwimmeinheiten und einen kleinen Snack später lösten wir die Leinen und paddelten zum Ausgangspunkt zurück. Ich hätte noch 62722926 weitere Fotos machen können und trotzdem wäre uns das Motiv nicht langweilig geworden. Die Fahrt mit dem Kanu war auf meiner Bucket List für Kanada (oder doch Kanuda? Sorry, der war so seicht wie der Kaffee von Tim Hortons!) ganz weit oben und hat meine Erwartungen definitiv übererfüllt.

Heil wieder angekommen fuhren wir zurück in den Wolfsbau, um Abendessen zu kochen. In der gemeinschaftlichen Outdoorküche kamen alle Gäste zusammen und man kam sofort ins Gespräch. Wie zum Beispiel mit einem netten Pärchen aus Würzburg oder einer Familie aus München, die wir bereits am See kennengelernt hatten. Ich finde es immer mega spannend, welche Touren andere Leute machen, wo man sich vielleicht überschneidet und Tipps austauschen kann oder einfach, um sich Inspirationen für Neues zu holen. Eigentlich standen am heutigen Speiseplan Nudeln mit Pesto, doch im Supermarkt in Barry‘s Bay entdeckte ich ein kleines Sackerl mit bunten Erdäpfeln und wollte sie eigentlich nur den Kids zeigen. Eine ältere Dame stand daneben und begann davon zu schwärmen, wie köstlich die doch am Grill oder einfach gekocht mit Butter und Salz seien. Also dachten wir uns „Na guad, des probier ma aus!“ und so gab es heute ebendieses einfache Gericht. Und die freundliche Dame hatte recht. Hoffentlich hat sie keinen Herzinfarkt erlitten, denn vermutlich hat sie es ganz schön hin- und hergefetzt vor lauter Schluckauf, da wir beim Verspeisen allesamt an sie denken mussten.

Später als normalerweise starteten wir die Abendroutine und genossen das Zähneputzen unter freiem Himmel. Das einzig nervige waren die unzähligen Gelsen, die uns bereits in den ersten paar Minuten zahlreiche juckende Stellen verschafft hatten. Zumindest in unserer kleinen bescheidenen Hütte mit ungefähr fünf mal drei Metern Grundfläche, in der sich ein Doppelbett, ein Stockbett und ein Einzelbett befanden, sollten keine mehr übrig geblieben sein, da wir das ganze Zimmer mit Anti-Moskito-Stickern der Kinder dekoriert hatten.


16. August 2024:
Gegen halb drei hörten wir einen heftigen Bumperer und durch das kurz danach folgende Weinen wussten wir auch, woher es kam: Julia fiel aus dem Bett. Fräulein Geschickt und so. Glücklicherweise schlief sie in der unteren Etage des Stockbetts. Nach ein paar Tröstsekunden von Kerstin war aber auch schon wieder alles gut und sie schlief seelenruhig weiter. Anita und ich nutzten die Munterheit (ja, das Wort gibt’s. Spätestens ab jetzt!) für eine nächtliche Pipipause. Also Stirnlampe an und ab zur Klohütte. Und da wartete sie auf mich: Die Spinne!

Ich überlegte, wie ich mich richtig verhalten sollte. Zuerst spülen? Zuerst retten? Ignorieren und so tun als hätte ich sie nicht gesehen? Ich entschied mich für eine reduzierte Strahlstärke und versuchte an ihr vorbei zu zielen. Als mein Fokus dann wieder ein wenig nachließ, überlegte ich, welche Superkräfte ich wohl bekommen hätte, wenn sie mich angesprungen wäre und gebissen hätte. Vermutlich wäre es aber nur ein geschwollener und schmerzhafter Lörres gewesen.
Das Einschlafen gestaltete sich aufgrund der Schnarchkulisse aus der Nachbarskabine als etwas schwierig. Irgendwann klappte es dann aber doch und so schlief unsere kleine Kommune bis halb neun! An die frische Luft, die in der Nacht durch die Baumstämme und undichten Fenster in die Hütte strömte, kam keine Klimaanlage auch nur annähernd ran und ließ uns scheinbar besonders gut ruhen.
Nach der ersten Katzenwäsche kümmerte ich mich ums Frühstück, Emilia las in ihrem Buch, Anita und Kerstin richteten alles nötige für den heutigen Ausflug her und Julia beschäftigte sich am kleinen Spielplatz. Alles war irgendwie so stimmig und harmonisch. Jeder hatte was zu tun, jeder trug seinen Teil bei.

Beim Frühstück in der Gemeinschaftsküche trafen wir wieder das Pärchen aus Würzburg und merkten, dass sie dasselbe Ziel hatten wie wir, nämlich den 7,5 Kilometer langen Rundwanderweg Track and Tower.
Um 11:25 Uhr marschierten wir beim markierten Startpunkt los – über Wurzeln und Steine, bergauf und bergab, mal direkt am Wasser, mal durch den Wald. Der Trail hatte Schwierigkeitsstufe 3 von 3 und war durchaus zwischendurch anspruchsvoll, vor allem für die Kids. Aber sie haben auch das bravourös gemeistert und waren super tüchtig. Immer wieder haben sich unsere Wege mit denen des deutschen Pärchens gekreuzt. Mal haben sie Pause gemacht und wir haben überholt, dann wieder umgekehrt. Wir rasteten dort, wo es uns gerade gefiel oder wo die Kinder ein kleines Energie-Gummibärchen brauchten. Eine dieser Pausen machten wir auf einem großen Felsen, mitten im Fluss, da dieser ganz gut über andere Steine erreichbar war. Die Versuchung war natürlich riesig, kleinere Steine, die dort herumlagen ins Wasser zu werfen. Und so kam es, wie es kommen musste, Fräulein Geschickt rutschte aus und landete mit dem kleinen Zwetschkenpo im Wasser. Gut, dass Anita wie immer für alle Fälle vorbereitet war und das passende Ersatzgewand griffbereit hatte. Wieder alles getrocknet ging es weiter und wir versuchten weiterhin unser Glück, ein paar wilde Tiere zu sehen. Doch dies beschränkte sich ausschließlich auf Eichhörnchen, Frösche und einen Fisch. Achja, und auf 86117 Milliarden Moskitos.





Die einzigen größeren Tiere, die wir bisher gesehen haben waren übrigens irgendwelche truthahnähnlichen Guggulugus. Bären oder Elche werden wir also wohl nicht mehr in freier Wildbahn sehen.
Wir versuchten uns die Zeit – oder eigentlich eher die Kilometer – mit unterschiedlichen Spielen zu verkürzen. So zählten wir beispielsweise die blauen Markierungen des Wanderweges oder sammelten Kraftblätter. Das waren im Grunde genommen normale Blätter, doch wenn man drauf stieg, gaben sie einem mehr Energie. Rote Blätter zählten sogar doppelt! Wenn man mit Kindern wandert, muss man irgendwas unternehmen, um dem „Wann sind wir endlich da? Ich will nicht mehr gehen!“ entgegen wirken. Und es hat super funktioniert. Emilia bezog ihre Energie primär aus dem Berühren der Bäume. Irgendwann hat sie gehört, dass Bäume Kraft spenden können und so musste sie beinahe jeden Baum berühren, an dem wir vorbei kamen. Möglicherweise hat sie in einem unbeobachteten Moment aber auch eines der vielen bunten Schwammerln abgeleckt und war einfach auf einem Trip. Aber wie auch immer, Hauptsache sie war beschäftigt.


Als wir nach knapp viereinhalb Stunden unser Auto am Parkplatz stehen sahen, waren wir allesamt froh, das Ende erreicht zu haben. Es war ein anstrengender, aber wunderschöner Rundgang durch eine Gegend, die durchaus mit Österreichs Wandergebieten vergleichbar war. Mit dem Auto fuhren wir ein paar Minuten wieder zu dem Punkt, an dem wir uns am Vortag die Kanus ausgeborgt hatten, um uns mit einem kleinen Eis zu belohnen. Als wir die Preisliste sahen waren wir uns nicht mehr so sicher, ob wir das wollten. Eine Kugel: 6.99$ + Tax. Wer ein Stanitzel will, zahlt nochmal 1.50 dazu. Wir überlegten kurz, wer den Kids nun erklären würde, dass die Betreiber Verbrecher mit Engelsgesicht oder wir zu geizig waren. Als wir dann aber bei den Leuten vor uns sahen, dass eine Kugel dort in einem normalen Land dreieinhalb Kugeln wären, fanden wir den Preis wieder gerechtfertigt. Am Steg, wo auch die Kanus anlegten, machten wir es uns gemütlich und genossen unser verdientes Eis.

In unseren kleinen Wolfsbau zurückgekehrt nutzten wir (erneut) die Outdoor-Duschen, um uns den Schweiß und Dreck der Wanderung abzuwaschen. Es war schon lässig, das alles unter freiem Himmel zu machen, auch wenn einiges vielleicht ein bisschen Überwindung kostet. Vor allem das Klogehen ist – zumindest für mich – immer so eine Sache, wenn mehrere Kabinen nebeneinander und nicht komplett abgetrennt sind. Sowas gibt es in Amerika und Kanada von Haus aus schon nicht. Viel weniger noch mitten im Nirgendwo. Da nimmt das (in Wahrheit völlig unnötige) Schamgefühl dann doch überhand. Die Gedanken starten bei „Oh mein Gott, hoffentlich hört mich derjenige nebenan nicht atmen, sonst weiß er, dass ich hier bin“, geht dann zu „Uh, wenn ich jetzt zum Ludln anfange, hört der genau, wie viel ich ludl.“ und geht dann zu „Hoffentlich muss ich nicht auch noch pupsen, sonst denkt der andere sicher, was ich doch für ein Ferkel sein muss.“. Und dann kommt er. Der massivste Donnerfurz, den man je gelassen hat. Der Moment, in dem man sich am liebsten gleich mitsamt seines gerade entstandenen Kunstwerks runterspülen möchte.
Irgendwo bin ich beim Schreiben nun falsch abgebogen, denn eigentlich wollte ich davon erzählen, dass es zum Abendessen Nudeln mit Paradeissauce gab. Wie ich diesen Spannungsbogen nun schließen soll, weiß ich nicht. Wie auch immer..

Als kleinen Verdauungsspaziergang schlenderten wir zum Oxtongue River, der sich unweit an der Unterkunft vorbei schlengelte. Dort fiel Emilia ein, dass wir doch noch Marshmallows und Kekse fürs Lagerfeuer gekauft hatten. Die Enttäuschung war groß, als wir ihr diesen Wunsch absprechen mussten. Umso größer war die Freude, als sie sah, dass andere Gäste eines entfacht hatten. Also fragten wir nach, ob wir ihnen kurz Gesellschaft leisten dürften, was die Lady aus Kolumbien und der Dude aus Toronto natürlich bejahten. Freundlicherweise borgten sie uns einen ihrer Spieße und so stand dem Helldorado der heißgemachten Zuckerbomben nichts mehr im Wege. Strahlende Kinderaugen. Pickige Kinderfinger. Stinkende Kinderkleidung. Beim Lagerfeuer macht es kaum einen Unterschied, ob man zwei Minuten oder zwei Stunden daneben sitzt: man stinkt ohnehin von oben bis unten geräuchert.


Nach all der Action und insgesamt über 13 Kilometern auf den Beinen, ging es ein wenig früher ins Bett und die Kinder schliefen zum friedlichen Klang der Regentropfen ein, denn mit der untergehenden Sonne begann es zu regnen. Fast schon ein bisschen kitschig. Generell waren die drei Tage im Nationalpark genau das, was ich erwartet und mir erhofft habe. Komplette Entschleunigung, kein Stress, was passiert passiert, was nicht, das eben nicht. Viel dazu beigetragen hat sicher, dass es weder WiFi, noch normalen Handyempfang gab und man sich auf das Hier und Jetzt fokussieren konnte, weit weg von jeglichem Influencer-Bullshit in den sozialen Medien oder sonstigen negativen Einflüssen. Einzig ein wenig leid tut es mir um meinen knapp 1.000-tägigen 9GAG-Lauf, den ich wohl verloren habe.
17. August 2024
Der Luxus des Ausschlafens blieb uns heute verwehrt, denn der Wecker klingelte so gegen sieben. Unterbrochen wurde die Nacht von Julia, die Anita mitteilte, dass sie mit mir aufs Klo ginge. Gut, dass sie dafür extra alle aufweckte, um dies kundzutun. Um halb vier dasselbe Spiel nochmals, nur wurde die Ehre der Klobegleitung diesmal Anita zu teil. Ich bevorzugte nach der Begegnung mit der Spinne das Naturklo und machte von meinem Vorteil als Mann Gebrauch.

Der Checkout verlief gewohnt problemlos, also starteten wir unseren GMC und fuhren in das ca. 60 Minuten entfernte Muskoka, eine Gegend, in der die besser verdienenden Torontonesen ihr Zweit- oder Dritthaus hatten. Unser Ziel war aber Santa‘s Village, der angeblichen kanadischen Sommerresidenz des Weihnachtsmannes, genau in der Mitte zwischen Nordpol und Äquator. Schon beim Eingang dröhnten uns Weihnachtslieder entgegen, aber hey, immerhin sind es nur noch vier Monate und eine Woche bis Weihnachten. Es handelt sich dabei um einen Vergnügungspark, der sich eben alles – wie der Name schon vermuten ließ – rund um Weihnachten drehte. Es gab jede Menge Attraktionen, wie etwa Santa‘s Sommerschlitten (ein Motorboot mit dem man eine Runde am Muskoka River drehte und sah, wie die Oberschicht hier so residiert), ein Riesenrad in dem man in Christbaumkugeln saß, den Weihnachtszug, zwei kleine Rollercoaster (von denen einer außer Betrieb war) und vieles mehr.





Highlight war der Besuch in Santa‘s Hütte. Glücklicherweise war er sogar zu Hause und begrüßte uns für einen kleinen Plausch (teilweise sogar auf Deutsch!) und machte bereitwillig Fotos mit den Mädels. Für die Erinnerung mit der gesamten Familie bat mich der Weihnachtsmann doch tatsächlich, auf seinem Schoß Platz zu nehmen. Was hatte ich doch für ein Glück. Wie oft passiert einem das schon? Die diesjährigen Weihnachtskarten wären somit jedenfalls gesichert.


Emilia wollte unbedingt den Hochseilklettergarten absolvieren und die liebe Tante erklärte sich dazu bereit, sie zu begleiten, was sich aufgrund eines heftigen Schauers kurz verzögerte. Julia absolvierte in der Zwischenzeit die Elfenschule und bekam ihre typischen Elfenohren sowie ein Diplom verliehen.



Hier sind übrigens unsere neuen Elfen-Namen:
- Anita: Perky McJingles
- Julia: Puddin Plum-Pants
- Emilia: Squeezy Monkey-Buns
- Kerstin: Cookie Plum-Pants
- Chris: Bubbles Angel-Pants

Generell war recht wenig los, sodass wir eigentlich nirgends anstehen und warten mussten. Daran sollten wir uns allerdings nicht gewöhnen, denn in Canada‘s Wonderland wird die Sache ganz anders aussehen. Geschlaucht aber glücklich fuhren wir knappe 20 Minuten nach Gravenhurst.

Fürs Abendessen nutzten wir die direkte Nähe zu Harvey’s, einer weiteren Kette, die wir bisher nicht kannten. Ähnlich wie bei Subways sucht man sich ein Grundmodell aus und kann dann aus einer Vielzahl an weiteren Zutaten, wie Salat, Gurken, Jalapeños usw. seinen Burger individualisieren.

Das Essen hat durchaus gemundet und Emilia hat sich vor lauter Freude gleich noch einen Wackelzahn selbst ausgerissen. Somit kann sie nun die nächsten Spaghetti essen, ohne den Mund öffnen zu müssen. Leider waren auch im Lokal einige Gelsen unterwegs und eine wollte sich Kerstins Blut schnappen, doch sie war schneller und erschlug sie. Julia fragte: „Hast du sie erwischt?“, doch Kerstin war mit ihrer Konzentration scheinbar noch beim Moskitokillen und antwortete: „Nein, ich kann nicht serbisch!“. Julias fragender Blick hatte Kerstin wohl gezeigt, dass die Frage scheinbar eine andere war als die, die sie gerade beantwortete. Alle Missverständnisse aus dem Weg geräumt gingen wir zurück ins Hotel und waren froh, dass dieser nur knapp drei Minuten dauerte, denn insgesamt waren wir heute wieder über neun Kilometer unterwegs. Jetzt freuen wir uns über die zwei gebuchten Zimmer und wieder ein bisschen mehr Zivilisation in unserem Howard Johnson Hotel. Trotzdem hatte die Holzhütte der letzten Tage mehr Charme.
Respekt an alle, die bis hierhin durchgehalten haben! Heute schlafen wir jedenfalls bereits in unserem vorletzten Hotel, bevor es morgen an unsere finale Destination Toronto geht.
Bis morgen, euer Bubbles Angel-Pants
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