Toronto: Eine pulsierende Metropole

Toronto hat sich heute doch gleich von einer viel freundlicheren Seite gezeigt. In der Früh war es zwar noch ein bisschen neblig, aber zumindest trocken. Beim Frühstück im Zimmer merkten wir erst, dass wir direkten Blick auf den CN Tower hatten, so ziemlich das einzige, wirklich bekannte Wahrzeichen der Stadt. 

Und genau dieser Turm war auch das heutige Ziel, das wir nach 40 Minuten Fußmarsch erreichen sollten. Unterwegs kamen wir nicht nur an vielen interessanten Bauwerken vorbei, sondern auch am Walk of Fame Canada. Recht unspektakulär und es dauerte viele Namen, bis die ersten mir bekannten auftauchten, wie unter anderem Mike Myers, Alanis Morissette, William Shatner, Kiefer Sutherland, Pamela Anderson oder Shania Twain. Bei vielen wusste ich gar nicht, dass sie aus Kanada stammen, somit: Bildungsauftrag ausgeführt!

Wenig spektakulär: Der Walk of Fame in Toronto
Interessante Gebäude gibt es hier überall.
Der CN Tower links noch mit bedeckter Spitze.
The streets of Toronto
Ich liebe diese Kombi aus Alt und Neu
Was hier wohl gedreht wurde? Wir werden es nie erfahren!

Da es eben noch ziemlich diesig war, beschlossen wir, die Attraktion gleich daneben zuerst zu besuchen: Ripley‘s Aquarium of Canada, das uns bereits eine Dame in Gravenhurst empfohlen hatte. Das Kombiticket für Turm und Aquarium kostete knapp 60 Euro pro Person, also nicht unbedingt ein Schnapper, aber jetzt auch nicht die Welt. Drinnen erwarteten uns – wie zu erwarten war – unzählige Aquarien und tausende von Fischen. Erstes Highlight für mich war ein echt langes, geschwungnes Förderband durch einen 96 Meter langen Glastunnel durch ein Becken, das über 2,8 Millionen Liter Wasser beinhaltet. Die Fische, Haie, Rochen und Schildkröten schwammen links, rechts und über uns hinweg und dank des ständig weiterfahrenden Laufbands gab es auch keinen Stau, wenn gerade ein Hai besonders toll posierte. 

So schön bunt
Gute Nachricht: Dorie gefunden. Schlechte Nachricht: naja..
Könnte auch ein Filmplakat für einen Horrorstreifen werden.

Nach einer kleinen Spielpause beim Klettergerüst dachten wir eigentlich, dass es schon vorbei war, doch es ging noch weiter. Und zwar zu den Seepferdchen, Sepias, Quallen, Axolotl und einem weiteren Highlight: dem Rochen Touch Pool!

Irgendwie faszinierende Kreaturen
Riiiiiiiesig waren die!
Piranha is so shiny shiny, hoid amoi dein‘ Finger eini!
Oh, hallo du freundliches Ding!
Das derzeit wohl am meisten gehypte Tier: Das Axolotl. Wobei, lieb schauen sie ja schon drein.

Natürlich waren wieder ein paar Jaimelynns und Hoxley-Jeremys dabei, die auch nach der zwölften Aufforderung des Personals noch nicht verstanden haben, dass sie nicht auf die Wasseroberfläche patschen sollen. Aber es war bei weitem nicht so schlimm wie gestern. Und heute hatten auch wir Erwachsenen unsere Freude daran, diese wunderbaren Tiere mal wieder angreifen zu können. Ja, Tierquälerei hin oder her, aber die Tiere hatten ein riesiges Becken zur Verfügung und wenn es ihnen zu viel wurde, schwammen sie ohnehin wieder in tiefere Gefilde.  

Jochen, der Rochen

Nach etwas mehr als zwei Stunden hatten wir alles gesehen und waren zufrieden. Das Aquarium bot jede Menge zum Anschauen, einige interaktive Stationen und war generell super nett aufgebaut. Kann man also durchaus empfehlen! Mittagessen haben wir uns in Form von Sandwiches und Käsevariation in einem Supermarkt ums Eck geholt, da wir noch ein wenig Zeit hatten bis zu unserem Aufzugs-Slot um 13:30 Uhr. Also nahmen wir auf ein paar Stiegen Platz und speisten umgeben von CN Tower, Aquarium und dem riesigen Rogers Center, einem Baseball Stadion, in dem jetzt gerade während des Schreibens die lokalen Helden Toronto Blue Jays gegen die Cincinnati Reds spielen. Es steht übrigens gerade 1:1, auch wenn ich noch nie verstanden habe, wie man bei diesem Spiel überhaupt Punkte machen kann oder wer wann warum wie schnell wohin laufen muss.  

Mahlzeit!

Das heutige Schätzspiel drehte sich natürlich auch um den Turm, nämlich wie hoch er denn bis zur Spitze ganz oben sei:

  • Anita: 317 Meter 
  • Kerstin: 50 Meter 
  • Julia: 17 Meter 
  • Emilia: 550 Meter 
  • Chris: 132 Meter 

Die Gesamthöhe beträgt tatsächlich 533,33 Meter, somit ging der heutige Tagessieg an Emilia! Wir hätten uns vielleicht im Vorfeld informieren sollen, dann wäre die Schätzung womöglich etwas akkurater ausgefallen, denn bis zum Bau des Burj Khalifa in Dubai war der Turm das höchste freistehende Gebäude der Welt. 

Jop, der ist hoch!

Beim Eingang zum CN Tower (CN steht übrigens für Canadian National) angekommen wurde erstmals kontrolliert, ob wir denn zur richtigen Zeit da wären, wurden eingelassen und mussten durch den Metalldetektor. Wir mussten zwar überall anstehen, aber nirgends lange, da sie ein ausgeklügeltes und gut funktionierendes System zur Aufteilung auf die sechs Aufzüge haben. Innerhalb von nur 58 Sekunden wurden wir auf 342 Meter gebracht, was in etwa dem 114. Stock entsprechen würde. Die Aussicht war erwartungsgemäß der Hammer. Glücklicherweise hatte es aufgeklart und so konnten wir auch ziemlich weit sehen. Für Mutige gab es einen Glasboden und die Möglichkeit, sich am Rande der Scheibe ganz nach vorne zu lehnen, um direkt runter zu schauen. Emilia und ich versuchten das natürlich. Ich hätte es mir ein bisschen spektakulärer vorgestellt, aber nachdem es nichts kostete, gab’s auch nix zu meckern. 

Mutige Emilia mit Aussicht auf den Ontariosee (und nicht das Meer, als das wir mittlerweile jedes Gewässer bezeichnen)
Bestmögliche Aussicht
Toronto ist mit knapp 3 Millionen Einwohnern übrigens die größte Stadt Kanadas.
Häuser soweit das Auge reicht

Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten führte uns der nächste Weg eigentlich schon direkt retour ins Hotel. Allerdings mit einem Zwischenstopp in der Hockey Hall of Fame. Eishockey ist quasi der Nationalsport der Kanadier und vergleichbar mit dem Fußball bei uns. Im Hotel gab es Gutscheine für ein gratis Geschenk und ich hoffte auf einen Puck oder irgendein cooles Andenken. Es war ein Brillenputztuch. Na gut, kann man wenigstens brauchen.. 

Uns erwarteten neben unzähligen Dressen aus der ganzen Welt und einem netten 3D-Film, über alte Sitzbänke aus den diversesten Stadien auch zahlreiche Pokale und Auszeichungen. Highlight in der Sammlung war natürlich der Stanley Cup, der jedes Jahr an das beste Team vergeben wird. Für Emilia als aktive Spielerin und mich als neuen Fan war es natürlich interessant, Anita, Kerstin und Julia fanden es nicht ganz so spannend. Daher freute es mich umso mehr, dass sie trotzdem mitkamen. 

Vom kleinen Puck bis hin zur alten Eismaschine: die Hockey Hall of Fame hat alles
Wer braucht schon Tischfußball wenn er Tischeishockey haben kann?
Der begehrte Stanley Cup
Die beeindruckende Kuppel der Trophäenhalle
Lionel ist Messi, aber Mark ist… okay, sorry.

Nun waren wir aber wirklich am Heimweg. Ach nein, wir brauchten ja noch Futter. Und da sich unser Urlaub ohnehin dem Ende zuneigt, dachten wir „ah, jetzt ist es auch schon Wurscht!“ und besorgten uns zum Abendessen einfach ein paar Milkshakes von Shake Shack. Mhhhhh, waren die köstlich! Anita hatte Vanille, Julia Schokolade, Emilia Erdbeere, Kerstin Black & White (also Schoko und Vanille zusammengemischt) und ich hatte eine Special Canadian Edition mit Ahornsirup und Salzbrezeln. Die Shakes wurden herumgereicht wie die Friedenspfeife der Indianer. Jeder war mit seiner Wahl zufrieden, vor allem ich, denn außer mir schmeckte die Kreation niemanden, weshalb ich den Shake ganz für mich alleine hatte. Das Gute ist ja, dass der Sommer vermutlich ohnehin vorbei sein wird, wenn wir heim kommen, somit kann auf das Projekt Bikinifigur 2024 nun endgültig gepfiffen werden.  

Juhuuu, unsere Shakes sind ready!
Mmmhhhhhh

Naja, vielleicht nicht ganz, denn kaum waren wir im Hotel angekommen, wechselten wir das Outfit und machten uns auf den Weg zum Indoor Pool, den unser Hotel angenehmerweise bietet. Also zumindest die Kids und ich stürzten uns in die kühlen Fluten, während Anita ein letztes Mal den Laundry Room nutzte, um ein wenig Wäsche für die letzten Tage zu waschen. 

Für einen Bauchfleck definitiv eine 10/10!

Emilia schläft heute auswärts bei Kerstin, somit kann sich Julia entspannt im ganzen Bett ausbreiten und ihre kleinen Beinchen können sich erholen. Denn heute waren wir erneut 13,3 Kilometer unterwegs. Und das ohne viel Geraunze oder Jammern. Hut ab, Mädels, Hut ab!

Morgen wird es vermutlich keinen eigenen Blogbeitrag geben, da wir den ganzen Tag in Canada‘s Wonderland verbringen werden. Auf uns warten jede Menge Rollercoaster, Flat Rides, Wasserbahnen, überteuertes Fast Food und hoffentlich eine Menge Spaß. Und ein paar Sandy-Lees und Brady-Jayjays werden sicher auch wieder dabei sein!

PS: Mittlerweile steht es übrigens 6:2 für die Reds. Da wird es also heute einige traurige Torontonesen geben.

2 Antworten zu „Toronto: Eine pulsierende Metropole”.

  1. Ich wäre für verpflichtenden, selbstverständlich bezahlten, Urlaub für euch.Einfach ein Genuss, wie du erlebtes wiedergibst und einem in eine andere Welt eintauchen lässt. In eine Welt voller (mehr oder weniger toten) Streifenhörnchen und bewegungsresistenten (L)EGO-Typen mit Intelligenzdefizit. Kurzum: Es ist wie Hawidere, nur zum Lesen.

    Verbringt noch eine schöne restliche Zeit im Niemandsland!

    Bis Bald

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    1. Ich unterstütze deinen Vorschlag!

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