Der letzte Tag in Kanada

Das war er also, der letzte ganze Tag in Kanada. Unfassbar, wie schnell die letzten drei Wochen an uns vorbei gerast sind. 

Zum ersten Mal seit langem hatten wir keinen Wecker gestellt und somit bis ungefähr acht geschlafen. Wir hatten keinen richtigen Plan, doch ein Bild im Hotelzimmer half uns bei der Entscheidungsfindung. So spazierten wir den knappen Kilometer zum Rathaus, um den nachts bunt beleuchteten Toronto Schriftzug zu besuchen. 

Das neue Rathaus im Hintergrund, die Wasserfläche davor wird im Winter selbstverständlich zur Eisfläche.

Das neue Rathaus befindet sich übrigens genau neben dem (viel schöneren, aber vermutlich zu kleinen) alten Rathaus und bietet interessanterweise auf der Außenseite der beiden Türme keine Fenster. 

Das alte Rathaus direkt daneben.

Unweit von den Rathäusern entfernt wartete bereits das Eaton Center auf uns, ein riesiges Einkaufszentrum, in dem unter anderem auch Abercrombie & Fitch eine Filiale hatte. Nachdem mein Parfum vor kurzem leer wurde und es in Österreich keine A&F Filiale gibt, schlug ich natürlich zu und verließ das Geschäft kurze Zeit später mit einem Sackerl mehr in der Hand und ein bisschen weniger am Konto. Natürlich mussten wir auch im eigenen Abercrombie Kids Store vorbeischauen und die Mädels wurden fündig. 

Zeit, ein bisschen die kanadische Wirtschaft anzukurbeln.
Shopping Queen in Ausbildung

Fürs Mittagessen nutzten wir die Vielseitigkeit des Food Courts im Untergeschoss und so konnte sich jeder das holen, worauf er Lust hatte. Julia nahm Pizza von Sbarro, Emilia ein Happy Meal von McDonald’s, Anita ein Gyros Pita von Jimmy the Greek und ich holte mir Spicy Chicken von Chick-fil-A. Kerstin wollte sich den Hunger für später aufheben, da sie noch einen Plan verfolgte. 

Viel Geschmack in viel Verpackung

Unser nächstes Ziel war Little Canada, einem Miniatur-Wunderland direkt gegenüber an der Yonge Street, Ecke Dundas, was wie bereits erwähnt eine Art Little Times Square ist. Wir wunderten uns schon, warum immer und überall die Yonge Street präsent war, auf der wir bisher jeden Tag in Toronto landeten. Eine kurze Recherche ergab, dass es sich bei dieser Straße um die längste der Welt handelt. Sie hat eine stattliche Länge von 1.896 Kilometern und steht damit sogar im Guiness Buch der Rekorde. Aber zurück zur Mini-Welt. Ich war anfangs ein wenig skeptisch. Wird es so geil wie in Hamburg? Oder wird es eher so ein Reinfall wie in Wien? Aber schon der erste Raum zeigte, dass es eher in Richtung Hamburg ging! Die unterschiedlichen Provinzen und Städte Kanadas wurden mit einer unglaublichen Detailtreue und Liebe zu Feinheiten nachgebaut. Egal wohin man sah, überall entdeckte man kleine Figuren, die etwas besonderes machten, versteckte Aktivitäten in den Fensterscheiben, Aufschriften auf Plakatwänden, die uns zum Schmunzeln brachten. 

Nicht nur für Kinder empfehlenswert.
Unglaublich viele Details und sehenswerte Situationen
Überall kleine Überraschungen
Vormittags in echt, nachmittags als Miniatur
Noch kleinere Chinesen in Chinatown
Jedes Hotelzimmer unterschiedlich eingerichtet
Alle paar Minuten wechseln sich Tag und Nacht ab.

Für die Kids gab es in jedem der sechs Bereiche (Little Niagara, Little Toronto, Little Golden Horseshoe, Little Ottawa, Petit Quebec und Little East Coast) viermal Maurice, the Moose, einen rot-weiß-roten Elch zu entdecken. Mit unseren Adleraugen konnten wir alle 24 Maurices finden und uns somit einen Sticker im Giftshop gesichert. Die nette Dame an der Kassa fragte die Mädels, ob sie denn einen schönen Tag gehabt hätten. Als wir übersetzten, sagte sie „Oh, ihr sprecht Deutsch?“ und so plauderten wir ein bisschen mit ihr. Sie erzählte, dass sie vor acht Jahren von Bochum nach Kanada ausgewandert sei, ihre Eltern sie immer schief anschauen würden, wenn sie mal wieder Deutsch mit Englisch vermischte und noch ein paar andere Dinge. 

Den Künstlern konnte bei der Arbeit zugesehen werden. Für mich wäre das jedenfalls nix..
Alle Elche gefunden und Sticker verdient!

Weil uns die Kaltschalen von Shake Shack letztens so gut schmeckten und Little Canada zufälligerweise im gleichen Gebäude untergebracht war, holten wir uns noch eine kleine Erfrischung und nun hatte auch Kerstins Magen endlich ihren großen Auftritt. Während wir uns mit Milkshakes den Wamst vollschlugen, genoss Kerstin ihren Burger. Kerstin fährt morgen übrigens alleine zum Flughafen und auch sonst wird sich unser Kontakt zukünftig aufs Notwendigste beschränken. Sie meinte doch tatsächlich, dass ihr der Burger besser schmeckte als der gestrige von Wendy’s. Könnt ihr euch das vorstellen? Oh, welch Blasphemie! Na gut, Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und der kulinarische Ausrutscher sei ihr verziehen. 

Wieder im Hotel angekommen nutzten die Mädels nochmals den Indoor Pool und plantschten eine Stunde im kühlen Nass, während ich ein wenig Schlaf nachholte, der die letzte Zeit bei mir ein wenig zu kurz kam, da mir die Erholungsphasen im Auto fehlten, die die anderen stets für ein Nickerchen nutzten. Fürs Abendessen suchten wir das nähere Umfeld ab und entdeckten einen riesigen Supermarkt direkt in unserem Block, bei dem wir für die Kids was passendes fanden. Die Erwachsenen setzten aus, da wir noch vom Mittagessen und dem Shake satt waren. 

Anitas Augen begannen bei dem Augenblick genauso zu leuchten wie die Neon-Buchstaben

Morgen beginnt der grausamste Tag von allen: Koffer einpacken, noch ein wenig in der Stadt herum irren, versuchen, alles ins Auto zu bekommen und dann ab zum Flughafen, Auto zurück geben und schließlich ab nach Hause. Das bedeutet allerdings auch, dass es das mit dem Blog fast schon war. Zu Hause werde ich dann noch einen abschließenden Beitrag zur Heimreise posten und dann heißt es warten, bis die nächste große Reise kommt. 

Obwohl mir Kanada extrem gut gefällt und ich jederzeit wieder hierher kommen würde gibt es ein paar Dinge, auf die ich mich zu Hause schon ziemlich freue:

  • Starken Kaffee
  • Ein breites Bett mit zwei Bettdecken 
  • Trinkbares Wasser ohne Chlor
  • Mehrlagiges Klopapier 
  • Schwarzbrot 

Trotzdem würde ich die Reise genauso wieder machen. Jederzeit! Wir haben schon gescherzt, ob wir dieselbe Tour nochmals im Winter machen sollten, um zu sehen, wie denn alles im Schnee aussehen würde. Wobei ich viele Strecken dann eher mit dem Schneemobil fahren würde als mit dem Auto. Aber das ist allein aufgrund unseres Gepäcks gar nicht möglich.  

Bis bald, werte Leserschaft!

Hier noch ein paar Fotos von heute:

Anita und Kerstin sind der Meinung, dass hier ein Kindergeburtstag gefeiert werden muss, da das doch eindeutig ein Kind mit Luftballon ist!
Unterwegs in den Straßen von Toronto
Kunst wird in der Stadt ganz groß geschrieben. Unglaublich viele Häuserwände sind kunstvoll bemalt.
Der extreme Kontrast von alt und neu fällt in Kanada oft auf.
Ein paar interessante und unnütze Fakten über Kanada.
Unfassbar laut und durchgehend eingeschalten: Die Sirene der Feuerwehr. Vor allem in der Nacht angenehm, davon zärtlich aus dem Schlaf katapultiert zu werden.

4 Antworten zu „Der letzte Tag in Kanada”.

  1. Danke Chris für deine tollen, interessanten und lustigen Reiseberichte. Kommt gut zurück.

    Freue mich schon auf euch.

    Drückerchen!

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  2. Man muss jetzt abschließend auch mal ein ganz großes Dankeschön an dich Chris ausrichten, dass du uns auf eure große Reise quasi fast täglich mitgenommen hast. Das du Talent für das Schreiben hast wissen wir ja bereits, aber es ist immer wieder toll 🙂

    Also gute Heimreise und hoffentlich sehen wir uns bald mal wieder in echt – ganz liebe Grüße an die Reisegruppe
    Dani

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  3. Gute Heimreise! Freuen uns aufs Wiedersehen.

    bis bald 😉

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  4. Lege dich niemals mit Chris an, wenn es um Burger bei Wendy’s geht 😂🙈

    War ein gemütlicher letzter Tag in Toronto. Little Canada hat mich begeistert!

    Freue mich auch schon auf Wien. War eine schöne Reise, aber zu Hause ist es doch am schönsten 🥰🇦🇹

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