Von gebratenen Gänsen und fahrenden Hühnern

Ooookay, heute begann der Tag ein wenig anders als die vorherigen, nämlich mit der großen Verwunderung, wie die Kinder auf der Ausziehcouch überhaupt schlafen konnten. Hintergrund ist, dass ich die halbe Nacht auf ebendieser neben Emilia verbracht habe, weil Julia schlecht träumte und in unserem Bett schlafen wollte. Mit schmerzendem Rücken und unausgeschlafen bewegten wir uns heute erst gegen 9 zum Frühstück, da uns der gestrige Tag doch recht müde gemacht hatte. 

Gegen 11 brachen wir auf Richtung Slottskogen, was soviel heißt wie Schlosswald und wie der Central Park in New York als grüne Lunge der Stadt gilt. Zuvor kehrten wir noch in unserem Lieblingssupermarkt Hemköp im Einkaufszentrum Nordstan ein und besorgten ein paar Lebensmittel für das geplante Picknick. 

Neben einer beeindruckenden Größe von fast 140 Hektar (das sind ca. 200 Fußballfelder oder 35 IKEA-Filialen nebeneinander) begeistert der kostenlos zugängliche Park auch durch zahlreiche Tiergehege. Zuerst machten wir Halt bei den Seelöwen, gefolgt von den Pinguinen. 

Wir kamen auch an einem Gehege mit Gänsen vorbei und da wurde der Unterschied zwischen den Kindern wieder mal besonders merkbar. Ich fragte spaßeshalber „Sollen wir die Gans gleich mitnehmen und zu Weihnachten wieder braten?“

Gänse, Enten, Truthähne.. egal, Vogel ist Vogel!

Julias Antwort war mit „Neeeein“ relativ eindeutig. Emilia hingegen meinte „Jaaa, können wir sie auch gleich rupfen und in der kleinen Kühltasche vom Picknick mitnehmen?“

Wir ließen alle Gänse dort wo sie waren und spazierten weiter, bis uns eine stattliche Elcheline, also ein Elch-Weibchen, mit ihrer tatsächlichen Größe überraschte. 

Wärst du ein Junge, würde ich dich Melchior nennen! Checkste? M-Elch-ior! Okay, so gut war er dann doch nicht.

Die vielen verwinkelten Wege mit zahlreichen Abzweigungen führten uns als Nächstes zum Kinderzoo. Wir erklärten den Kindern, dass dort die Kinder in Käfigen leben und von Tieren begafft werden. Irgendwie haben sie es aber durchschaut, dass es sich um einen Streichelzoo handelt und so spazierten wir hinein und streichelten die Ziegen und Schafe, die offensichtlich ohnehin schon jeglichen Lebenswillen vor langem abgeschrieben haben.  

Daaaaaamn, bist du creepy!
Die Kids mit Ferdinand, dem alten Chill-Bock
Oh, hey, friendly fellow!
Große Ziegenliebe! 🫶🏼

Nebenan war auch eine kleine Koppel mit Ponys, auf denen man reiten konnte. Da in Schweden das Bargeld so gut wie abgeschafft wurde, wurden auch dort ausschließlich digitale Zahlungsmittel akzeptiert, in dem Fall über den schwedischen Dienstleister Swish. Blöderweise geht das mit einem ausländischen Konto nicht, also haben wir das kurz mit den Kolleginnen vor Ort besprochen. Sie waren sich dem Umstand durchaus bewusst, dass somit kein Tourist für das Ponyreiten zahlen könne und ließen die Mädels einfach kostenlos reiten. Auch okay.. 

Zwischendurch stärkten wir – also primär die Kids – uns immer mal wieder mit den fürs Picknick gedachten Sachen, da die beiden scheinbar zu einem Drittel der Familie der Kolibris abstammen. Die müssen nämlich auch durchgehend essen, um ihren Energiehaushalt am Laufen zu halten. 

Der Park war wirklich wunderschön, sehr gepflegt und mit der Straßenbahn gut erreichbar. Gegen 15:30 Uhr war es trotzdem an der Zeit, aufzubrechen. 

Zumindest noch schnell eine Runde am Hobby Horsing Parcours gedreht, wenn schon die Ponies nicht springen wollten.

Schon am ersten Tag, an dem wir die Bootstour mit dem Paddan machten, sahen wir, dass in einem der Kanäle etwas direkt im Wasser aufgebaut wurde, wir waren aber nicht sicher, worum es sich handelte. Heute fanden wir den Grund dafür: Red Bull Tandemkampen, also sowas wie der Red Bull Flugtag. Hierbei stürzten sich insgesamt knapp 50 2er-Teams in möglichst kreativen Outfits und Vehikeln einen ungefähr 70 Meter langen Parcours direkt am Wasser hinunter und versuchten, ins Ziel zu kommen. Geschafft haben das die wenigsten, aber die Jury vergab auch für diejenigen, die ins Wasser fielen teilweise die Höchstnote 10. Bewertet wurde außerdem noch der kurze Tanz des jeweiligen Duos vor der Fahrt, sowie das Outfit. Von lustigen Hühnern, über Super Mario und Luigi, bis hin zu Pizzabäckern mit einem Pizzaofenfahrrad war alles dabei.

Perfektes Wetter, beste Sicht, super Unterhaltung.
Das war ein kurzes Vergnügen.
Jawohl, die Hühner haben es ins Ziel geschafft!

Wir fanden überraschenderweise relativ schnell einen guten Platz am Ufer des Kanals und schauten eine Weile zu. 

Vorher noch so schön getanzt…
…und dann so schön baden gegangen.

Vor allem den Kids taugte dieses unterhaltsame Spektakel und so machten wir es uns auf der Wiese gemütlich. Der Himmel war fast wolkenlos und die Sonne war angenehm warm, also hielten wir es bis zur Siegerehrung aus, bevor wir zurück ins Hotel spazierten. 

Göteborg bietet zahlreiche interessante Gebäude

Da wir das Hotel heute nicht mehr verlassen wollten, entschieden wir uns dazu, im hoteleigenen Restaurant zu essen. Für umgerechnet ungefähr 14,30 Euro gönnte ich mir ein Glas Weißwein zu meinen Original schwedischen Fleischbällchen. Man merkte jedenfalls schnell, dass die flüssige Kompetenz eher beim Bier oder den Spirituosen liegt. Aber zumindest die Fleischbällchen waren sehr gut, auch wenn die Kombination von Essiggurkerl und Preiselbeeren auf den ersten Blick ein wenig seltsam wirkt. Auch auf den zweiten. Und dritten. 

Omnomnom

Morgen werden wir nochmals den ganzen Tag Liseberg unsicher machen, bevor es am frühen Montag Nachmittag wieder zurück nach Wien geht. Das heißt, es wird vermutlich nicht mehr all zu viel Neues passieren, wofür sich ein eigener Blogpost auszahlen würde. Daher bedanke ich mich bei allen fleißigen Lesern für das großartige Feedback. 

Abschließend kann man sagen, dass diese Woche mit Abstand die herausforderndste Urlaubswoche bisher war. Wir dachten, dass nach drei Wochen Kanada im vorigen Jahr alles weitere Pipifax wird. Allerdings haben wir die 6-Jahreskrise von Julia und die ersten präpubertären Anwandlungen von Emilia nicht mit eingerechnet. Da entsteht schon einiges an Konfliktpotenzial, wenn man Tag und Nacht beisammen ist, zu viert ein Zimmer teilt und man dann nicht mal ein eigenes Bett hat. Aber waren trotzdem schöne Erlebnisse dabei? Definitiv! Werden wir uns vorzugsweise an die positiven Momente erinnern? Auf jeden Fall! Werden wir mit den Hexen wieder auf Reisen gehen? Zu 1.000%!

In diesem Sinne: vielen Dank euch allen und bis bald!

3 Antworten zu „Von gebratenen Gänsen und fahrenden Hühnern”.

  1. Soooo witzig!!

    Danke für das Teilen der Videos vom Tandem Spektakel 😆 hab sehr gelacht.

    Die Ziege aus Holz fand ich auch sehr gruselig!

    Wünsche Elch noch einen schönen letzten Tag im Vergnügungspark und freue mich, Elch umarmen zu können, also gute Heimreise 🥰😘

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  2. Avatar von glitterydelectably33094a6db7
    glitterydelectably33094a6db7

    Danke für die tollen Tagesberichte. Sehr anschaulich und unterhaltsam. Faszinierende Fotos und Videos!

    Habt noch einen schönen Tag in Schweden und kommt gut heim.😘 GLG von SuI

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  3. Vielen Dank, dass ihr mich wieder auf euren Urlaub mitgenommen habt! Richtig toll, was ihr mit den Kids unternehmt!

    Schönen letzten Tag noch und gute Heimreise!

    LG Kathi

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